67 | furious confronting

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NAVEEN

Meine Apartmenttür fiel lautstark ins Schloss.

»Du Vollidiot!«, brüllte Zach. Er schleifte mich ins Wohnzimmer und schubste mich anschließend auf die Couch. Er selbst blieb vor mir stehen.

»Was denn?« Ich verstand nichts mehr. Was für ein beschissenes Problem hatte er gerade?!

»Du und die niedliche Nachbarin. Ihr habt was miteinander.« Bevor ich Einspruch legen konnte, hob er seine Hand und schnitt mir das Wort ab. »Lüg mich verdammt noch mal nicht an, ich hab's schon anhand eures Blickkontaktes gerafft!«

Verwundert weiteten sich meine Augen. »Alter, selbst wenn, warum machst dich das so wütend? Es ist ja nicht so als ob–«

»Ach, halt die Klappe, Naveen!«, verlangte er barsch. »Diesen Bullshit brauche ich mir jetzt nicht von dir anzuhören.« Resigniert massierte er seine Schläfen.

Der Gedanke daran, dass Julia sehr wahrscheinlich noch im Hausflur stand, wenige Meter von mir entfernt, machte mich verrückt. Ich wäre am liebsten jetzt mit ihr hier. In meinem Apartment. In meinem Bett. Alleine. Ungestört. Da rechnete ich aber noch nicht mit Zach, der anhand eines Blickes schon realisierte, welche Atmosphäre in der Luft lag, wenn Julia und ich im selben Raum standen.

Trocken lachte ich. »Ich weiß doch selbst nicht, wie das passiert ist.« Ich fuhr mir durch die Haare, die nun bestimmt verdammt unordentlich aussahen.

»Wie weit seid ihr gegangen?«, wollte mein bester Freund übergangslos wissen.

Unter normalen Umständen hätte ich keine Sekunde gezögert, um ihm direkt ins Gesicht zu sagen, wie schmutzig die »niedliche Nachbarin« tatsächlich sein konnte, wenn man auf dieser einen besonderen Stelle zwischen ihren Beinen genügend Druck ausübte.

Jedoch verlor ich nun kein Wort darüber. Mein Körper weigerte sich. Zurecht.

Zach stöhnte frustriert. »Na gut, dann sag es mir halt nicht. Ich kann es mir ja denken. Aber warum hast du mir nichts davon erzählt, Mann?«

»Ich wüsste nicht, was dich das angeht«, knurrte ich.

»Sonst hat es dich doch auch nie interessiert, wenn du mir erzählt hast, wie du – Ach vergiss es. Spielt keine Rolle. Verrat mir nur eins: Was ist dein Plan?«

Ich kratzte mich im Nacken. »Ich habe und brauche keinen Plan. Scheiße, ich werde einfach das machen, worauf ich Lust habe, verstanden? Du fuckst mich ab. Wegen Julia habe ich dich nicht her bestellt!«

»Weswegen dann?«

»Ich treffe mich mit ihr. Diesen Donnerstag. Im Indora's.«

»Mit Julia?« Er verstand schnell, dass sein erster Impuls falsch war. Er wusste, wer es stattdessen war. Ein breites Lächeln trat auf sein Gesicht. »Heilige Scheiße, Nav!« Er hüpfte wie ein Flummi durchs Wohnzimmer.

Ich erhob mich vom Sofa. »Ich weiß, ich weiß!«

Er stand auf einmal still und grübelte. »Gehst du alleine? Oder soll ich dich ... begleiten? Ich würde es machen. Du weißt, ich würde das für dich machen.«

Wegen diesem schnulzigen Satz boxte ich ihm gegen die Schulter. »Keine Ahnung. Wär' das merkwürdig? Dich einfach mitzuschleppen, meine ich.«

»Bei dir hört es sich immer so an, als ob ich ein alter Rucksack wäre! Ich bin ein Mensch. Ich habe Gefühle, Glennson.« Er legte dramatisch eine Hand auf seinen Brustkorb und tat so, als würden seine Worte aus dem Herzen kommen.

Ich schnipste mit meinem Zeigefinger gegen seine Stirn. Er zog eine leicht schmerzerfüllte Grimasse. »Nenn mich noch einmal so und du teilst dir bald einen Käfig mit deiner Kröte.« Unbekümmert ging ich an ihm vorbei in die Küche.

Fears Between UsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt