JULIA
Über dem Eingang des kleinen Bastelladens mit dem Namen Made by Earl, bimmelte eine Glocke, als ich die rustikale Tür öffnete.
»Schön, dass du wieder vorbei schaust, Julia!«, grüßte mich Earl, der Besitzer des Ladens.
Er war Mitte fünfzig. Seine grau-braunen Haare reichten ihm normalerweise bis zu den Schultern, allerdings trug er meistens einen niedrigen Pferdeschwanz. Seine Kleidung erinnerte mich oft an die eines Mannes, der als Einsiedler alleine im Wald lebte und den ganzen Tag nur meditierte.
Ich liebe es.
Earl führte dieses Geschäft schon ewig. Sogar so lange, dass er mich und Grace oft hier zusammen gesehen hatte, als wir noch klein waren. Und schon seit damals war es mein Lieblingsort in dieser Stadt. Hierher führte mich jedes Mal mein Weg, sobald ich neue Pinsel, Leinwände, Farben oder andere Utensilien fürs Malen brauchte.
Ich selbst hätte nie behaupten können, dass das Malen mein Talent war. Mit den Jahren wurden meine Motive ordentlicher und detaillierter und vielleicht sogar besser, aber mir ging es dabei nie ums gut sein. Kunst war subjektiv, so also auch meine.
»Hey, Earl. Ich hab dir was mitgebracht.« Sobald ich mich dem Tresen tanzend näherte, lächelte Earl glücklich. »Das hier ist für dich«, sagte ich und stellte ihm eine kleine weiße Papptüte auf den Tresen.
»Ist das etwa ...?« Seine grünen Augen leuchteten und standen im Kontrast zu seiner dunklen Haut. »Du bist zu gnädig.« Er griff in die Tüte und zog einen Schoko-Donut mit Bananen Füllung hervor.
In der Nähe vom Made by Earl, lag ein kleines Café, bei welchem ich ständig Kaffee und einen Snack für Earl kaufte. Zufälligerweise wusste ich, dass dieser Donut sein Liebling war.
»Vielen Dank, Julia. Du kennst mich so gut!« Sobald er in den Donut biss, seufzte er zufrieden. Schnell zeigte er einen Daumen hoch und nickte heftig. Ein paar Schoko-Krümel blieben in seinem grauen Bart hängen. »Wie geht es deiner Familie?«, fragte er mich danach.
»Alles beim alten. Grace hat immer noch viel zu tun ... Finn ist so aufgekratzt wie sonst auch und Mom braucht dringend mal wieder ein Date. Und ich ... na ja, du weißt schon ...«
»Ich weiß, Schule und College.«
»Ja ...« Ich kaute auf der Innenseite meiner Wange und sah mich im bunten Laden um.
»Also ... Was brauchst du heute aus meinem schicken Laden?«, fragte Earl und wechselte das Thema.
Ich steuerte zu der Abteilung mit den Leinwänden. »Ich habe keine kleinen Leinwände mehr. Außerdem wollte ich mal neue Acrylfarben ausprobieren.« Ich schnappte mir drei neue, kleine Leinwände und dazu eine Packung an Acrylfarben, die ich noch nie vorher benutzt hatte.
An der Kasse scannte Earl alles und reichte es mir, damit ich es in meinem Stoffbeutel verstauen konnte.
»Bist du auch vorbei gekommen, um zu lesen?«
Ich pustete mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. »Oh, ja, wenn es dir nichts ausmacht?«
»Natürlich nicht. Du bist hier immer willkommen, Julia.«
Ich schenkte Earl einen dankbaren Blick und holte dann mein mitgebrachtes Buch aus meiner Tasche. Dann durchquerte ich den Laden, vorbei an den Bücherregalen. Von oben bis unten waren sie gefüllt mit Romanen, Sach- und Kinderbüchern. Die Idee mit den gebrauchten Büchern, kam von mir: man konnte sie sich einfach nach Lust und Laune ausleihen, und brachte sie anschließend zurück. Ich las so ziemlich jedes Buch aus diesen breiten Regalen.
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Fears Between Us
Romance[Roman] emotional + spicy + romantic • • KEINE K.I. WURDE IN DIESEM BUCH VERWENDET!!! • • Julia Knight: Optimistisch, gutmütig und intelligent gesegnet mit einem engelsgleichen Gesicht. Ihr neuer Nachbar: Verschlossen, schadenfroh und rebellisch, a...
