JULIA
Es war mittlerweile abends. Ich lag glücklich im Bett und schaute auf meinem Laptop kurz vor dem schlafen gehen eine Folge von der Sitcom Full House.
Früher war das Grace' und meine Serie. Wir sahen sie jeden Abend im Fernsehen auf der Couch und kuschelten uns in ganz viele Decken und Kissen.
Die Tage, an denen ich mit Grace telefonieren oder skypen konnte, stempelte ich oft als perfekt ab. Dennoch schlich sich dabei auch etwas Traurigkeit mit, weil sie nunmal nicht wirklich hier war.
Der Klingelton meines Handys erklang gedämpft unter meiner Bettdecke. Ich fischte es hervor und zog irritiert eine Braue hoch. Dann nahm ich ab. »Ich habe gerade noch an dich gedacht.«
»Würdest du mir glauben, wenn ich sage, dass ich es gespürt hab?«, fragte Grace durch den Hörer.
Ich lachte. »Träum weiter.«
»Schade«, lachte sie ebenfalls. »Also, du wolltest, dass ich dich zurückrufe, sobald ich zu Hause bin. Hier bin ich und rufe dich an.«
Meinen Laptop klappte ich zu und stellte ihn auf meinen Nachtisch. »Ja, ich wollte dir erzählen, wie die Tour für die Achtklässler lief.«
»Au ja! Erzähl mir alles!« Ich hörte im Hintergrund das Knistern einer Bettdecke, was mich vermuten ließ, dass sie selbst schon im Bett lag.
»Es war überraschenderweise gut. Sam und ich kamen gut klar und waren sowas wie ein richtiges Team. Am Anfang hatte ich Angst, dass ich mich oft versprechen würde, aber nach und nach ließ diese Angst nach. Die Achtklässler waren nicht sehr gesprächig, stellten kaum Fragen und wirkten teilweise uninteressiert, was ... Schade war, aber na ja, da kann man nichts machen.«
»Pff, Mittelschüler sind eine Spezies für sich. Aber hey, die Hauptsache ist, dass du es hinter dich gebracht hast! Da waren doch bestimmt Lehrer dabei, oder?«
»Ja, zwei. Beide haben mich gelobt.« Das brachte mich sofort wieder zum grinsen. »Aber nicht nur das, sondern sie waren sogar so von mir beeindruckt, dass sie mir ein Angebot gemacht haben für ein Tutoren Programm. Ich hab natürlich zugesagt: Bis Ende des Jahres bin ich also die Tutorin eines Mädchens.«
»Beeindruckend, Ana. Ich bin so stolz auf dich, dass du dir das nicht entgehen lässt. Sowas kommt auf Bewerbungen für Unis immer gut an.«
»Ja, das dachte ich auch.«
»Wobei wirst du dem Mädchen helfen?«, hakte Grace nach.
»Hauptsächlich beim Lernen. Wer weiß, vielleicht auch private Sachen. Ich lass mich überraschen.« Ich zuckte mit den Schultern, obwohl sie es nicht sehen konnte.
»Hat Sam auch so ein Angebot bekommen?«
»Gute Frage. Ich denke nicht, es sei denn die Lehrerinnen haben noch mal mit ihm gesprochen, als ich gegangen bin.«
»Wie war er denn so? Während dem Präsentieren, mein ich«, wunderte sich Grace.
»Er ... war echt gut. Wirklich gut. Er hat die ganze Zeit drauf los geplappert, als wär's ein ganz normaler Dienstag.«
»In so welchen Momenten realisiere ich umso mehr, dass er Maggies Bruder ist. Die sind sich so ähnlich.«
Ich dachte an die letzten Wochen zurück. Ich hatte mich insgesamt vier mal mit ihm getroffen und drei mal telefoniert. Am Anfang war es noch so seltsam zwischen uns, aber irgendwann, beschloss ich, ihn nicht mehr als Bösewicht zu sehen. Dies ermöglichte mir, jedes Mal wenn er lachte oder grübelte, Maggies Gesicht zu sehen. »Ja, ist mir auch aufgefallen. Das macht ihn so viel sympathischer.«
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Fears Between Us
Roman d'amour[Roman] emotional + spicy + romantic • • KEINE K.I. WURDE IN DIESEM BUCH VERWENDET!!! • • Julia Knight: Optimistisch, gutmütig und intelligent gesegnet mit einem engelsgleichen Gesicht. Ihr neuer Nachbar: Verschlossen, schadenfroh und rebellisch, a...
