NAVEEN
Ich hockte im Wohnzimmer der Knights und musste auf ihren kleinen Knirps aufpassen. Keine verdammte Ahnung, was mich dazu geleitet hatte, als spontaner Babysitter einzuspringen.
Ich hatte heute eine verflucht riesige Menge zu tun und nichtsdestotrotz tat ich so, als ob ich frei hatte.
Und jetzt musste ich auch noch dabei zusehen, wie geschockt Julia auf mich reagiert hatte. Fast schon lustig, wie bleichblass ihr Gesicht wurde und wie sehr sie einem Roboter glich, als sie zur Tür flüchtet war.
Doch nun war sie zurück und stand mit verschränkten Armen vor der Brust vor mir. »Was soll das?«
Ich aß Popcorn. »Was soll was?«
»Warum bist du so freundlich und stimmst zu, auf meinen kleinen Bruder aufzupassen? Wolltest du hierher um was zu klauen oder so?«
»Klauen? Ich würde niemals...« Fuck, früher hätte ich das wohl ohne Zögern getan. Aber die Zeiten, in denen ich mich zum Spaß oder zum überleben in einen Kleptomanen wandelte, waren vorbei.
»Soll ich ehrlich sein?«, fragte ich mit vollem Mund.
Sie verzog angewidert das Gesicht.
Ich stand auf, legte die Popcorntüte zur Seite und klopfte mir ein paar Krümel von den Klamotten. »Ich tue das aus genau drei Gründen. Erstens, mein Kabelfernsehen funktioniert im Moment nicht. Zweitens, ich kriege von deiner Mom fünfzig Mäuse dafür. Und Drittens, ich konnte mir deine Reaktion echt nicht entgehen lassen. Wirklich, verdammt Hollywood-reif, Goldie.« Ich ließ mich wieder auf die Couch fallen.
»Und was soll das mit dem brutalen Film?« Sie schnappte sich die Fernbedienung vom Couchtisch und stoppte den Film. »The Fast and The Furious? Du schaust so einen Film mit einem Siebenjährigen?« Sie stemmte eine Hand auf ihre Hüfte und wirkte wie eine autoritäre Frau, die dreißig Jahre älter war als ich und mich gerade versuchte zu belehren.
»Ihm hat's gefallen. Er mochte die Explosionen.« Ich grinste und nickte mehrmals mit dem Kopf.
Julia verschränkte wieder ihre Arme vor der Brust. »Ich finde du solltest jetzt mal endlich gehen. Ich löse dich ab.«
»Nein!«, rief ihr kleiner Bruder hinter ihr. Er kam so schnell angerannt, dass er fast auf dem Holzboden ausrutschte. »Er soll nicht gehen!«
Sie löste ihre Arme und sah zu ihm runter.
Der kleine Mann kletterte neben mir auf das Sofa und stellte sich mit erhobener Brust auf, damit er mit seiner Schwester auf Augenhöhe sein konnte. »Bitte, Julia, er ist cool und sagt die ganze Zeit das lustige F-Wort.«
»Das F-Wort?« In ihrem Gesicht entstand eine tiefe Sorgenfalte.
»Fuck?«, hakte ich behutsam nach.
»Ja, genau das. Fuck!« Mit einem fehlenden Schneidezahn, lächelte er stolz.
Julia spähte an ihm vor bei und durchbohrte mich mit einem finsteren Starr.
»Hey, komm schon, Goldie, lass den Kleinen wenigstens den Film zu Ende schauen.«
»Das ist ein Film ab Sechszehn! Tut mir ja echt leid für Finn, dass ich nun die große, böse Schwester auspacken muss, aber so ein Film könnte bei ihm alles durcheinander bringen.«
»Na und? Ist nur ein Actionfilm, kein Horrorfilm. Also, wie wär's, wenn du uns mehr Popcorn besorgst und wir dann alle zusammen die zweite Hälfte des Films schauen?«
Finn plumpste mit seinem Hintern auf das Sofapolster. »Au ja! Machst du mit, Julia? Machst du?«
Sie atmete einmal extrem tief ein, jedoch konnte ich nicht erkennen, wie die Luft wieder ihren Körper verließ. »Okay«, gab sie nach. Es schien fast wie eine Flucht, sobald sie in die Küche davonzog.
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Fears Between Us
Romantizm[Roman] emotional + spicy + romantic • • KEINE K.I. WURDE IN DIESEM BUCH VERWENDET!!! • • Julia Knight: Optimistisch, gutmütig und intelligent gesegnet mit einem engelsgleichen Gesicht. Ihr neuer Nachbar: Verschlossen, schadenfroh und rebellisch, a...
