JULIA
»Oh. Mein. Gott«, flüsterte Tamara dramatisch, sobald ich mich neben sie setzte. »Du bringst deinen Nachbarn, Schrägstrich, deine Affäre mit zu unserer Weihnachtsfeier?!«
»Psssst!«, verlangte ich harsch. »Nicht so laut!«
»Deiner Reaktion nach zu urteilen, bedeutet es, dass weiterhin niemand außer Sean und mir Bescheid weiß und du auch absolut keine Anstalten machst, etwas daran zu ändern.«
Sean beugte sich an Tamara vorbei, um leise zu mir zu sprechen: »Und er ist auch noch mit Jonah befreundet? Kann es es sein, dass eure Leben irgendwie miteinander verknüpft sind? Was kommt als Nächstes? Wird sich hier irgendeiner als geheimes Familienmitglied von ihm herausstellen?«
Bevor ich etwas erwidern konnte, erhob sich Indora von ihrem Stuhl. »Okay, alle mal herhören. Es freut mich, dass wir auch dieses Jahr wieder zusammen feiern können. Nur wir, als unsere eigene kleine Familie. Oh, und wenn ihr morgen zu euren anderen Familien fährt, solltet ihr diese Anmerkung lieber auslassen.«
Wir kicherten alle.
Auf dem ganzen Tisch war Unmengen an selbst gekochtem Essen verteilt. Jeder von uns brachte etwas mit. Natürlich konnte es sich Indora nicht verkneifen, die meisten Sachen selbst zu kochen ...
Während sie noch weiter drauf los quatschte, klebten meine Augen auf dem Mann, der genau gegenüber von mir saß.
Das war so ziemlich das surrealste Szenario, dass ich jemals erlebt hatte.
Naveen Cameron – der Typ, mit dem ich eine geheime Affäre hatte – und sein bester Freund Zach Gallah, saßen gemeinsam mit meiner Familie an einem Tisch.
Naveen war noch etwas steif und vielleicht sogar nervös, doch Zach hatte sich super eingelebt. Er plapperte bei den Sullivans, als sei es schon immer in seiner Natur gewesen. Er machte jedem hier Komplimente – flirtete sogar ein wenig mit meiner Mom und zwinkerte mir glücklich zu.
Er liebte es.
Jeder einzelne saß schon seit fünf Minuten auf seinem Platz. Nur die zwei Plätze links von mir waren leer.
Wenn man vom Teufel spricht, dachte ich, weil in dieser Sekunde Tony und Grace zurückkehrten. Sie setzten sich an ihre Plätze.
Etwas stimmte nicht.
Ich lehnte mich seitlich zu meiner Schwester. »Alles in Ordnung?«
Sie brummte bloß als Antwort.
Das stoppte meine Kuriosität nicht. Ich beschloß trotzdem, erst mal nicht weiter darauf einzugehen. Wenn wir zu Hause sind, versprach ich mir selbst.
Indora beendete ihre kleine Rede, von der ich leider nur die Hälfte mitbekam. Einige von uns hoben ihr Weinglas und stießen an.
Gläser klirrten. Besteck klirrte. Teller klirrten. Mägen wurden gefüllt. Erinnerungen wurden aufgewühlt. Lacher wurden erwidert.
»Also, Naveen ...«, fing Tamara plötzlich stutzig an. »Wie lange bist du jetzt schon ein Nachbar der Knights?« Sie fragte es, obwohl sie ganz genau wusste, wie lange.
Er kaute zu Ende. »Seit August.«
»Fünf Monate. Beeindruckend, wie sehr du dich schon auf die Nachbarn eingelassen hast. Ich wohne seit über einem Jahr in meinem Apartment in New York und bin noch lange nicht so eng mit ihnen, wie du und Ana«, merkte Grace an.
Spinne ich, oder höre ich da einen säuerlichen und abfälligen Unterton?
»Ja, die New Yorker sind nicht so gesprächig«, erwiderte er fast schon ... schüchtern.
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Fears Between Us
Romance[Roman] emotional + spicy + romantic • • KEINE K.I. WURDE IN DIESEM BUCH VERWENDET!!! • • Julia Knight: Optimistisch, gutmütig und intelligent gesegnet mit einem engelsgleichen Gesicht. Ihr neuer Nachbar: Verschlossen, schadenfroh und rebellisch, a...
