89 | no acceptance

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JULIA

Ich sprang so schnell von Naveen weg, dass ich ins Schwanken geriet und er mich am Ellenbogen halten musste, damit ich nicht umkippen würde. Er sah die Panik in meinen Augen und ich die Besorgnis in seinen.

»Störe ich euch bei etwas?«, fragte Grace, während sie ihre Arme vor der Brust verschränkte.

Meine Hände begannen zu schwitzen. »N-Nein ... Ganz und gar nicht. Wir wollten n-nur ...«, stotterte ich.

Naveen wählte den etwas feigeren Weg: »Ich sollte wieder rein. Ich lasse euch alleine, okay?«

»Genau das wollte ich gerade auch vorschlagen.« Ihre kalte Stimme jagte mir einen unangenehmen Schauer über den Rücken.

Naveen nickte, warf mir einen flüchtigen Blick zu und flitze dann wieder ins Diner.

Grace sprach kein Wort. Man hörte nur den starken Wind durch die Luft wehen. Vielleicht sogar auch meinen intensiven Herzschlag.

Es machte mir Angst, dass ihr Gesicht regungslos verblieb. Sie machte keine Anstalt, mir zu erklären, warum ihre Nasenlöcher wütend aufgebläht waren oder warum sie so krampfhaft die Arme vor der Brust verschränkte.

»Was ... was ist los?«, stammelte ich.

»Wie lange?«

Ich verstand gewiss nicht, was sie damit meinte. »Wie lange was?«

»Wie lange geht das schon zwischen euch?«

Mein ganzer Magen drehte sich.

Sieben Worte, die alles umwarfen, alles kaputt machten, alles beenden würden.

»Ich ... ich ...«

Ihr kalter Ton wurde wütend und laut. »Wag es nicht, es zu leugnen!«, brüllte sie. »Denkst du eigentlich, ich bin blöd? Denkst du, ich habe die Spannung zwischen euch nicht gespürt? Oder nicht mitbekommen, wie dieser Kerl keine Sekunde lang seine Augen von dir nehmen konnte? Wie er fast schon gesabbert hat und kaum die Fragen der anderen beantworten konnte?«

Mein Hals wurde trocken wie eine Sahara Wüste. Jetzt war es vorbei. Ich konnte es nicht abstreiten. Nicht, wenn Grace es eindeutige gemerkt hatte.

Beschämt spähte ich zum Asphalt. »Das geht schon seit über einem Monat so«, flüsterte ich.

Sie schnaubte so bitter, als wäre ich das abscheulichste Wesen der Welt gewesen. »Das ist nicht dein ernst!« Aufgebracht warf sie die Hände in die Luft.

»Doch, es ist mein Ernst! Warum stört dich das?«

Grace stemmte die Hände auf ihre Hüften und lief vor mir in kleinen, überforderten Kreisen. Ein paar Sekunden murmelte sie etwas, nur für sich. daraufhin schaute sie mich an. »Ich erlaube es nicht.«

Mit der tiefen Falte zwischen meinen Augenbrauen sah ich bestimmt zehn Jahre älter aus. »Was soll das heißen, du erlaubst es mir nicht?«

Sie lächelte gehässig. »Das heißt, ich erlaube dir nicht, dass du weiterhin mit ihm ausgehst.«

Trocken stieß ich einen Lacher aus. »Was gibt dir das Recht, sowas zu verlangen?«

Fears Between UsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt