11 | tricky conviction

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JULIA
now

»Wochenende!«, schwärmte Tamara, während sie sich auf mein ordentliches Bett schmiss. In meinem Kopf verfluchte ich sie wieder, da ich es hasste, wenn sie das tat.

»Das kannst du laut sagen.«

»Ich schwör's dir, Jules ... Diese Woche war wirklich anstrengend.«

Mit verschränkten Armen sah ich auf sie herab. »Nenn mir ein einziges Fach, indem du diese Woche Hausaufgaben gemacht hast.«

Sie grübelte. »Hm ... Biologie!«

»Ja, weil du da auch zwei Minuten vor Unterrichtsbeginn bei mir abgeschrieben hast ...«

»Ach, komm schon, Jules. Das Leben ist kurz. Ich möchte es nicht für sinnlose Sachen wie Hausaufgaben verschwenden.« Mit albernen Anführungszeichen und einer verstellten Stimme, imitierte sie mich. »Das Leben hat so viel mehr zu bieten als nur Schule.«

»Aber–«, versuchte ich sie zu unterbrechen.

Sie richtete sich auf. »Aber das College ist dein größter Traum. Ich weiß das. Ich weiß, wie sehr du das willst ... Ich weiß auch, dass das ständige lernen auf dem College wie gemacht für dich ist ...«

Ich lächelte.

»Na los. Sag mir, was wir heute machen werden«, wechselte sie das Thema prompt.

»Meine Mom hat für heute einen Filmabend geplant, mach doch wieder mit.«

»Schon wieder?«, fragte sie theatralisch und verdeckte ihre Augen mit ihren Händen.

»Was möchtest du denn sonst machen?«

Schlagartig öffnete sie ihre Augen und richtete sich auf. »Ich weiß genau, was wir unternehmen könnten!«, quiekte sie.

»Was schlägst du vor?«

Aufgeregt sprang sie vom Bett. »Okay, okay. Lass mich erstmal zu Ende reden.« Mit gehobenem Zeigefinger zeigte sie streng auf mich. »Ich wurde eingeladen.«

Ich stemmte mich auf meinen Unterarmen hoch. »Zu was?«, hakte ich stutzig nach.

»Eine Party.«

Ich drückte mir ein Kissen auf mein Gesicht. »Tamara!«, quengelte ich durchs Kissen.

»Ach, komm schon. Das wird legendär! Die Trents schmeißen diese Party. Jeder wird hingehen, heißt, es wäre seltsam, wenn wir da nicht erscheinen würden!«

»Es ... es geht nicht. Lee hat mich auch schon gefragt. Ich hab ihm gesagt, dass ich auf Finn aufpassen muss.

»Dinge können sich ändern.«

»Aber–«

Tamara sprang auf. »Okay, los! Pack dein Zeug. Wir machen uns bei mir fertig.« Sie kramte unter meinem Bett eine Tasche hervor.

»Hast du etwa eine Zustimmung von jemandem hier im Raum bekommen? Wenn ja, wo war ich, als das passiert ist?«, nörgelte ich.

Sie ignorierte mein Genörgel. »Obwohl, du brauchst eigentlich nicht so viel. Klamotten und Make up bekommst du von mir.« Sie sprach eher mit sich selbst anstatt mit mir.

»Tamara, ich meine es ernst.«

»Es ist nur eine Party. Wir wurden beide eingeladen! Das ist unsere Chance in der Highschool Nahrungskette weiter aufzusteigen, als Team!« Sie hielt mir eine Tasche hin, doch ich warf diese nur auf den dunklen Holzboden.

Fears Between UsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt