JULIA
now
»Ich hoffe, dass du dir deine Träume erfüllen kannst und sie nicht so wie ich einfach wegschmeißt.«
Mein Herz prallte mit enormer Stärke gegen meinen Brustkorb. Immer und immer wieder. So sehr, dass es schmerzte.
»Du hast noch Chancen in dieser Welt. Ich glaube, du könntest sie reparieren.«
Ich konnte nicht fassen, dass er das gesagt hatte.
Es war einfach unglaubwürdig. Naveen Cameron würde nicht ... Er könnte niemals ... nett sein? Nein, das war nicht nur nett sein, es war mehr.
War es aufrichtig?
Es konnte genauso gut nur eine Einbildung sein, immerhin war es verdammt spät, ich war erschöpft und mein Bauch war gefüllt mit Süßigkeiten, die ich nur in mich rein stopfte, um den Gedanken zu entkommen, wie nah Naveen neben mir auf der Couch saß, wie penetrant sein undefinierter, süchtig machender Duft war und wie friedlich er ausschaute.
Sofort schoßen mir neue Fragen in den Schädel: Wie lange blieb er noch, nachdem ich eingeschlafen war? Und hatte er genauso wie ich Hintergedanken zu diesem Abend? Interpretierte ich da zu viel rein?
Am nächsten Morgen, Samstag um präzise zu sein, wachte ich im Wohnzimmer auf und stellte fest, dass ich alleine war. Natürlich war ich das. Hatte ich etwa erwartet, dass Naveen die Nacht mit mir verbringen würde?
Sehr lustig, Julia.
Am nächsten Tag packte ein paar Stifte und einen Zeichenblock in meine Stofftasche, bereit mich selbst endlich auf andere Gedanken zu bringen. Ich verließ mein Apartment, stoppte aber mitten im Hausflur.
Mein Kopf drehte sich automatisch zu Naveens Apartmenttür. Sie verhöhnte mich.
Ich biss mir auf die Zunge und klopfte widerwillig an der Tür.
Nach nahezu einer Minute, hörte ich Schritte aus dem Apartment. Ich horchte und machte einen Schritt nach hinten. Naveen öffnete die Tür und scannte mich von oben bis unten überrascht.
»Hi«, begrüßte ich ihn mit einer so hohen Stimme, dass ich mich räuspern musste.
»Hi«, entgegnete er leise. Seine Stimme klang weich. »Was machst du hier?« Er lehnte sich mit verschränkten Armen vor der Brust seitlich gegen den Türrahmen. Seine Tattoos stachen dadurch besonders hervor. Seine Haare waren zerzaust und etwas feucht, so als ob er gerade frisch aus der Dusche kam.
»Ich ... wollte...« Da ich nicht wusste, was ich wollte, verwarf ich den Satz. »Nachdem ich vorgestern eingeschlafen war, konnten wir ja kaum miteinander reden...«
Er nickte und bedeute nur damit, dass ich weiter sprechen solle. Ich war mir unsicher, ob ich das überhaupt konnte.
Ich sah auf meine Schuhspitzen, weil mich seine schwarzen Klamotten und die Tattoos auf seinen freien Armen abgelenkt hätten. »Wie ... wie haben dir die ersten Folgen gefallen?«
Seine Brauen schossen in die Höhe. Möglicherweise rechnete er nicht mit dieser unnötigen Frage. Ich auch nicht. »Ja, sie waren ... schrecklich.«
Ich legte den Kopf ein kleines bisschen in den Nacken und sah zu ihm hoch. Ein Lächeln dehnte meine Mundwinkel. »Die ersten Folgen sind die unspannensten. Eigentlich solltest du mindestens die erste Staffel schauen, bevor du sie bewertest.«
»Darauf kannst du lange warten, Goldie. Ich fasse diese Serie nie wieder an.« Sein hinterlistiges Lächeln verriet mir, dass er mich neckte. Er war verspielt.
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Fears Between Us
Romance[Roman] emotional + spicy + romantic • • KEINE K.I. WURDE IN DIESEM BUCH VERWENDET!!! • • Julia Knight: Optimistisch, gutmütig und intelligent gesegnet mit einem engelsgleichen Gesicht. Ihr neuer Nachbar: Verschlossen, schadenfroh und rebellisch, a...
