NAVEEN
Im Nachhinein wusste ich nicht mehr, wer von uns beiden nun die kleine Distanz auflöste. Fakt ist, wir beide warfen unsere Prinzipien über Wasser und küssten uns.
Zum zweiten Mal.
Sie keuchte erschrocken auf, wehrte sich jedoch nicht. Nein, im Gegenteil, sie gab sich mir hin. Das war meine Bestätigung. Ich konnte nicht länger warten. In mir baute sich zu viel Druck auf. Ich brauchte das jetzt.
Julias seidenweiche Lippen wieder auf meinen und fuck, ich hasste es, dass es sich so gut anfühlte. Küsse waren für mich immer überbewertet gewesen. Zu viel Speichel, zu viel Nähe, zu viel von allem. Aber bei ihr? Es war, als würde mein Körper mich verraten.
Mich traf eine Erkenntnis. Jedes Mal, wenn ich Julia Verständnis und Aufmerksamkeit schenkte, verwandelte sie sich in ein einsames Mädchen, das nicht anders konnte, als mir um den Hals zu fallen. Ich machte ihr keine Vorwürfe. Also, wie konnte ich ihr schonend beibringen, dass ich der falsche Ansprechpartner dafür war? Ich war nicht dafür geschaffen, Liebe und Zuneigung zu schenken.
Anderseits ...
Sie krallte sich mit ihrer einen Hand in den Stoff meines T-Shirts und schmiegte sich dank meiner Hand an ihrem Rücken noch näher an mich.
Heilige Scheiße, all die unzähligen Lippen, die schon auf meinen lagen, konnten um keinen Preis Julias übertreffen. Ich wusste bei allen guten Geistern nicht warum ... Möglicherweise gefiel es mir, dass sie nicht forsch handelte. Sie ging es langsam und voller Bedacht an.
Jeder Atemzug von ihr machte mich gieriger, ließ mich vergessen, warum ich das hier eigentlich nie haben wollte. Ich konnte nicht erklären, warum. Warum genau sie es schaffte, etwas in mir anzuzünden, das ich immer unter Kontrolle gehabt hatte.
Sie war der Fehler in meinem System. Ein verdammter Ausnahmezustand.
Wir wurden schneller, stürmischer, ungeduldiger, flehender. Unsere Zungen glitten sogleich über die des anderen.
Ich zerrte an ihrem Arm, um ihr klar zu machen, sie solle auf meinen Schoß klettern. Als sie es tat, legte ich beide Hände an ihre Hüften und hielt sie dort fest, während ich mich tiefer in ihren Kuss lehnte. Wie von selbst begann sie, auf meinem Schoß die Hüften vor und zurück zu bewegen.
Ich hoffte, dass sie nicht merken würde, wie sehr meine Finger zitterten, als sich diese fest in ihre Oberschenkel bohrten. Ich hob die Hüften und ließ sie wissen, was sie in diesem Augenblick mit mir anstellte. Mein ganzer Körper reagierte auf sie, und jede Bewegung jagte mir nur noch mehr Blut in den Schwanz.
Fuck, das ist die Realität ... Das passiert hier gerade wirklich!
Als hätte Julia einen ähnlichen Gedanken gehabt, hielt sie in ihren Bewegungen inne und entfernte unsere schweratmenden Münder voneinander.
Ich atmete tief durch. Warum schlug mein Herz so extrem gegen meinen Brustkorb? Warum konnten meine Hände sie immer noch nicht los lassen? Und warum hypnotisierte mich der Anblick ihres Mundes?
Ihre Finger berührten fassungslos ihre pulsierenden Lippen.
»Was ist los?«, fragte ich.
»Oh Gott«, flüsterte sie. »Ich weiß nicht, wieso ich das getan habe.« Sie saß noch immer auf meinem Schoß, jetzt jedoch etwas weiter von meiner Brust entfernt. »Es tut mir leid.«
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Fears Between Us
Romance[Roman] emotional + spicy + romantic • • KEINE K.I. WURDE IN DIESEM BUCH VERWENDET!!! • • Julia Knight: Optimistisch, gutmütig und intelligent gesegnet mit einem engelsgleichen Gesicht. Ihr neuer Nachbar: Verschlossen, schadenfroh und rebellisch, a...
