JULIA
Ich war gerade dabei, die Küche zu putzen, obwohl Naveen es mir nicht erlaubt hatte. »Naveen?«, fragte ich, während ich über den Tisch wischte.
»Hm?«, brummte er vom Wohnzimmer aus, sichtlich genervt, dass ich das tat, was ich wollte. Ihm fiel es schwer zu glauben, dass mir putzen und aufräumen gefiel.
»Sag mal ... Du ...« Es fiel mir schwer, ihn danach zu fragen, jedoch konnte ich die letzten Stunden an nichts anderes denken. »Also in ein paar Tagen ist ja schon Weihnachten.«
»Ja, ich weiß, Goldie.«
»Und ich wollte dich fragen, ob du ... irgendwas unternimmst. Ich schätze mal du gehst nicht nach Hause, aber hast du denn vielleicht andere Verwandte?«
Naveen überlegte ein paar Sekunden. »Nein, da gibt es sonst niemanden. Ich arbeite die Feiertage über.«
Ich hielt in meinen Bewegungen inne. »Ehrlich? Du ... du feierst kein Weihnachten? So überhaupt nicht?«
»Hab ich noch nie.« Er zuckte unbekümmert mit den Schultern.
Mir stand ungläubig der Mund offen. »Noch nie? Nicht mal als du klein warst?«
Er überlegte erneut. »Eigentlich nicht, nein. Meine Mom hat es oft versucht aber mein Dad ...« Er schüttelte den Kopf, wahrscheinlich um die Erinnerungen zu verscheuchen. »Spielt keine Rolle«, murmelte er anschließend.
In mir zog sich alles zusammen. »Was ist mit Zach? Geht er zu seiner Familie?«
»Nein. Der wird mit seiner verdammten Eidechse alleine hocken und Däumchen drehen.« Er versuchte sich an einem Lacher, der jedoch nicht ganz so überzeugend rüber kam, wie er es wohl gerne gehabt hätte.
Ich räusperte mich und wusch mir die Hände im Spülbecken. »Ich muss jetzt los.«
»Wohin?«, erkundigte er sich.
Rasch schnappte ich mir mein Handy und meinen Schlüsselbund. »Nachhilfe für eine Achtklässlerin.« Ich ging zu ihm ins Wohnzimmer und beugte mich runter, um ihm einen kurzen Kuss auf die Wange zu geben. »Bis nachher.«
»Viel Spaß.«
• • •
Die Glocke über dem Indora's läutete.
Ich schaute von meinem mitgebrachten Buch auf. »Wenn das nicht mal meine liebste Achtklässlerin aus ganz Pittsburgh ist«, begrüßte ich Savannah.
Sie stolzierte zu mir, dann setzte sie sich gegenüber von mir in die mintblaue Nische. »Und wenn das nicht mal meine liebste Streberin aus ganz Pittsburgh ist.«
Ich lächelte herzlich. »Wie geht's dir?«
Sie streifte sich ihre Jacke von den Armen. »Zur Abwechslung geht es mir mal sehr gut. Und was geht bei dir, Blondie?«
»Bei mir nur das Übliche.« Ich hob eine Schulter.
»Ach ja? Irgendwie kann ich dir das nicht ganz abkaufen.« Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust.
»Wieso nicht?« Ich wurde nervös, obwohl es keinen Grund dafür gab.
Ihre Augen wurden schmal. »Etwas ist anders. Anders an dir.« Sie scannte meinen Oberkörper. »Los, spuck es aus.«
Ich blinzelte überrumpelt. »Ich weiß nicht mal was du meinst! Du bist gerade mal eine Minute hier und schon nimmst du mich unter die Lupe als hätte ich–«
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Fears Between Us
Romansa[Roman] emotional + spicy + romantic • • KEINE K.I. WURDE IN DIESEM BUCH VERWENDET!!! • • Julia Knight: Optimistisch, gutmütig und intelligent gesegnet mit einem engelsgleichen Gesicht. Ihr neuer Nachbar: Verschlossen, schadenfroh und rebellisch, a...
