Hannes Sicht:
Beim Spielplatz angekommen, wartet Nowi schon und wird bereits von weitem von Motti erkannt. „Hannes da ist Onkel Nowi schon." ruft er freudig und blickt zu mir hoch, sodass ich das Strahlen in seinem Gesicht sehe. „Darf ich zu ihm laufen?" fragt Motti mich und schaut mich bittend an. „Ja, los mit dir." antworte ich. Kaum haben die Worte meinen Mund verlassen, spüre ich wie seine kleine Hand meine loslässt und er zu Nowi läuft, der uns mittlerweile auch entdeckt hat und sein Patenkind auf ihn zulaufen sieht. Glücklich nimmt er den Kleinen auf den Arm, welcher seinen Kopf strahlend zu mir umdreht und mir aufgeregt zuwinkt. Es tut so gut den Kleinen trotz aller Umstände so losgelöst zu sehen. Als ich bei den beiden ankomme, höre ich Nowi schon fragen: „Womit möchtest du denn als erstes spielen Großer?" „Können wir auf die riesen Schaukel? Die ist gerade frei. Los." sagt er ganz aufgeregt, springt von Nowis Arm, greift nach unseren Händen und zieht uns in Richtung der Schaukel. Wir grinsen uns beide kurz an und lassen uns zu der Schaukel ziehen. „Sollen wir dir Anschwung geben oder möchtest du das allein probieren?" fragt Nowi ihn, während ich ihm auf die Schaukel helfe, die so hoch ist, dass es ihm noch schwer fällt sich allein darauf zu setzen. „Erst ein bisschen Schwung und dann kann ich das allein." Wir handeln wie angewiesen und machen ein paar Videos. Später werde ich die Steff schicken. Vielleicht beruhigt es sie etwas, wenn sie sieht, dass ihr Sohn trotz allem Momente hat, in denen alles in den Hintergrund rückt und er einfach glücklich ist. „Schaut mal!" ruft Motti, obwohl wir ihn eh die ganze Zeit beobachten. „Ich schaukel sooo hoch. Ich schaukel fast bis zum Mond." „Das machst du ganz toll!" loben wir ihn. Nach und nach werden noch die anderen Spielgeräte genutzt. Wir fahren beide mehrmals mit ihm Seilbahn, mussten mit ihm bis zur höchsten Rutsche hochklettern, um gemeinsam rutschen zu können und halten ihn fest bei seinen versuchen Rollen an der Reckstange zu machen. Nach gut zwei Stunden sind nicht nur wir erschöpft, sondern auch Mottis Energie lässt langsam nach und er hat Hunger. Mittlerweile ist später Nachmittag. „Wollen wir nachhause fahren und Abendbrot essen?" frage ich den Kleinen. „Ja ich habe so großen Hunger. Kommst du mit Nowi?" schaut er den Schlagzeuger fragend an. Kurz verständigen wir uns mit Blicken und Nowi antwortet: „Ja klar komme ich noch mit wenn du das möchtest." So machen wir uns gemeinsam auf den Heimweg und essen zuhause zu Abend. Danach ist es auch schon Zeit für den abendlichen Anruf bei Steff. „Nowi bleibst du auch zum telefonieren?" fragt Motti ihn. „Einmal der Steff hallo sagen, kann ich gerne machen und danach gehe ich auch nachhause." antwortet Nowi und Motti gibt sich damit zufrieden. Gemeinsam rufen wir Steff an, die überrascht schaut als auch Nowi sie fröhlich begrüßt. Sofort beginnt Motti glücklich von seinem Tag, insbesondere von dem Nachmittag auf dem Spielplatz, zu erzählen. Und ich werde schnell dazu aufgefordert seiner Mama die Videos des Nachmittags zu schicken, die Steff mit einem strahlenden Lächeln sofort anschaut. Es ist schön zu sehen, wie gut Motti die letzten Stunden getan haben. Das Gespräch zieht sich sehr in die Länge, da der Kleine Gefallen daran findet jedes noch so kleine Detail des Tages zu erzählen. Man merkt förmlich, wie sehr ihm der Austausch mit seiner Mutter gefehlt hat. Doch nach einiger Zeit werden seine Augen immer kleiner und er beginnt immer häufiger zu gähnen. „Du wirst ja schon ganz müde Schatz." höre ich Steff durch das Telefon sagen. „Was hältst du davon, wenn Hannes oder Nowi dich mal ins Bett bringt und wir morgen Abend wieder telefonieren?" „Nein Mama ich bin nicht müde." folgt prompt die Antwort, die nicht der Wahrheit entspricht. „Soll man Lügen?" fragt Steff direkt und bedröppelt schaut Motti zu Boden. „Nein. Vielleicht bin ich doch müde, aber ich will nicht auflegen." gibt er zu und eine Träne verlässt sein Auge, woraufhin Nowi ihn sofort fest in den Arm nimmt. „Warum denn nicht?" fragt Steff behutsam. „Ich will nicht auflegen. Bis morgen ist es noch soooo lange." „Ach quatsch. Morgen früh gehst du in den Kindergarten, spielst mit deinen Freunden und dann wird der Abend schon schneller wiederkommen, als du denkst." „Versprochen?" „Versprochen!" Immer noch skeptisch und traurig verabschiedet sich Motti von seiner Mutter und äußert den Wunsch, dass Nowi ihn ins Bett bringt, was dieser selbstverständlich macht. So haben Steff und ich noch ein paar Minuten, um ungestört miteinander reden zu können, was uns ganz gelegen kommt.

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Abschied ohne Liebe
FanfictionVor einer Woche ist Steff zu den Dreharbeiten von Sing meinen Song nach Südafrika geflogen. Lange hatte sie sich darauf gefreut, obwohl sie dafür ihre Liebsten in Deutschland zurücklassen musste. Doch von der Freude blieb vor Ort nichts übrig. Der A...