48. Kapitel

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Keine Ahnung, was ich mir von dem unangekündigten Besuch erhofft hatte

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Keine Ahnung, was ich mir von dem unangekündigten Besuch erhofft hatte. Vielleicht, dass uns die Beziehungen zum NYPD irgendwie weiterhelfen würden und wir schnell zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommen würden. Jetzt wusste ich, dass das Irrsinn war. Die ernüchternde Wahrheit: wir warteten seit einer geschlagenen Stunde im Besucherbereich darauf, dass uns irgendjemand irgendetwas sagte.

Albert Hill war der Captain des kleinen Reviers und rund um die Uhr beschäftigt. Als wir den kleinen Empfangsbereich betraten, wurde unsere Gruppe von allen Seiten kritisch beäugt. Ich konnte es ihnen nicht einmal verdenken. Wir sahen sichtlich mitgenommen und ausgelaugt aus und eine gute Portion Schlaf hätte uns allen gutgetan.

Und obwohl mir dabei mulmig zumute war, reckte ich das Kinn und starrte genauso stoisch zurück.

Der Police Officer am Empfang hatte genauso misstrauisch reagiert und uns erst in den Wartebereich geschickt, als er erfuhr, wer wir waren. Graysons Name dürfte dabei ausschlaggebend gewesen sein. Der Officer war erst kreideweiß, dann rot bis an die Nasenspitze geworden, ehe er unseren Besuch per Anruf ankündigte.

Es hatte nicht lange gedauert, bis Detective Arnolds, eine kleine Brünette mit erstaunlich festem Schritt und ebenso festen Augen, zu uns gekommen war und die Brüder gebeten hatte, ihr zu folgen.

»Nur die Mr Cavendishs, Miss«, hatte sie entschuldigend gesagt, als auch Heather wie selbstverständlich aufgestanden war.

»Wenn wir euch brauchen, rufen wir euch. Ruht euch ein wenig aus«, sagte Grayson und obwohl er uns alle drei damit ansprach, lagen seine Augen ausschließlich auf mir.

Missmutig hatte Heather sich zurück auf die kalte Bank neben Beth fallen lassen. Ihr Bein hatte seitdem nicht aufgehört auf und ab zu wippen und obwohl ich die Bewegung nur aus dem Augenwinkel wahrnahm, machte sie mich noch nervöser, als ich ohnehin schon war.

Mein Blick glitt zu der Uhr über dem Eingang zu Captain Hills Büro. Sie waren nun über eine halbe Stunde dort drinnen. Was beredeten sie so lange?

»Sie kommen sicher gleich«, versicherte Beth, die meine Gedanken gelesen hatte. Ihr aufheiterndes Lächeln half mir leider nicht viel weiter. Die schräge Grimasse wirkte offenbar genauso hilflos, wie sie sich anfühlte, denn Beth streckte die Hand aus und umfasste meine Finger.

»Es dauert eben seine Zeit, bis sie das Phantombild angepasst haben.«

Das Warten war nicht mein einziges Problem. Ich war mir außerdem unschlüssig, ob es eine gute Idee gewesen war, Grayson und Henry allein zu ihrem Onkel zu schicken - vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Stimmung zwischen den Brüdern in den letzten Stunden deutlich abgekühlt war. Der Streit hatte unweigerlich Risse hinterlassen, auch wenn sie unsichtbar waren. Vielleicht würde es nie wieder so sein wie vorher.

»Was mache ich dann noch hier? Ich habe ihn vielleicht nicht so lange gesehen wie Henry, aber ich weiß ganz genau, wie er aussieht.«

Für meinen Geschmack viel zu genau.

Me Because Of YouGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt