60. Kapitel

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Im Diamonds zu sitzen und darauf zu warten, die bis dahin schwierigste Unterhaltung in meinem Leben zu führen, war wie beim Arzt auf eine vernichtende Diagnose zu warten

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Im Diamonds zu sitzen und darauf zu warten, die bis dahin schwierigste Unterhaltung in meinem Leben zu führen, war wie beim Arzt auf eine vernichtende Diagnose zu warten. Man wusste, dass das Gespräch eine Katastrophe werden würde und dennoch blieb der kleine Funken Hoffnung - dass es letztendlich gar nicht so schlimm sein würde, wie man vermutet hatte. Dass man die schlechten Nachrichten doch noch abwenden konnte. In meinem Fall war das leider eher unwahrscheinlich und ich fand mich langsam, aber sicher damit ab, dass ich in der folgenden Stunde meinen persönlichen Tiefpunkt erreichen würde.

Bethany hatte zugestimmt, als ich sie um ein Treffen um sieben gebeten hatte. Nun war es bereits viertel nach sieben und ich begann mir Sorgen zu machen. Beth war normalerweise immer pünktlich, oder sagte immerhin Bescheid, wenn sie sich verspätete.

Nervös trommelten meine Finger auf den Tresen. Obadiah stellte mir wortlos ein Glas Whiskey vor die Nase und ich nickte dankbar. Glücklicherweise hielt es sich heute mit seinen üblichen Sprüchen zurück. Vielleicht bemerkte er, dass ich für Scherze im Moment nicht aufgelegt war. Ich wusste, dass das Diamonds als Schauplatz einer Trennung nicht die ideale Wahl war. Weil ich nicht wusste, wie Bethany auf meine Worte reagieren würde, hatte ich mir einen Hocker am Rande des Geschehens ausgesucht. Halbwegs sicher vor neugierigen Blicken.

Als sich schließlich Heather und nicht Bethany auf den Hocker neben mir sinken ließ, schreckte ich zusammen.

»Was machst du denn hier?«, fragte ich und warf einen kurzen Blick hinter sie, in der Befürchtung Beth dort vorzufinden.

Heather, die meinen Gesichtsausdruck richtig deutete, schüttelte den Kopf. »Ich bin allein hier. Beth lässt sich entschuldigen, sie musste nochmal weg.«

»Okay«, sagte ich gedehnt. Meine Schwester seufzte.

»Es ist so schön dich zu sehen, meine liebste, liebste Schwester. Toll, dass du den ganzen Weg durch New York auf dich genommen hast, um den Abend mit mir zu verbringen.« Provozierend verschränkte sie die Arme. »Das wäre eine passende Reaktion, wenn du deine Lieblingsschwester siehst. Nicht dieses einfache Okay.«

»Du bist meine einzige Schwester«, bemerkte ich mit erhobenen Mundwinkeln und nahm einen Schluck meines Drinks. Das unerwartete Lächeln löste etwas in meinem Inneren und meine Anspannung verschwand immerhin teilweise.

»Umso schlimmer!«

Ein leises Glucksen machte sich in mir breit und während Heather einen Cocktail bestellte, fuhr ich unbestimmt mit dem Finger über den Rand meines Glases. Heather beobachtete mich dabei mit scharfem Blick.

»Du wolltest mit ihr über die Hochzeit reden, habe ich recht?«

Müde stieß ich die Luft aus. »Was denn sonst?«

Wortlos zuckte sie mit den Schultern. Eine Zeit lang schwiegen wir, nippten nur an unseren Getränken und beobachteten die Menschen um uns herum, die ausgelassen miteinander tranken. Gläser klirrten, Bestellungen wurden aufgenommen, das Lachen einer Gruppe Studenten schwappte zu uns herüber.

Me Because Of YouGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt