103 - Wüste

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„Bald brennen Feuer auf den Türmen", sagte die eine Gestalt. „Dann wird es nicht mehr lange dauern."

Das Licht der Sonne spiegelte sich in der silbernen Maske, ließ sie flüssig wirken als stände sie selbst zu nahe an der Flamme. Sie ließ ihren lichtlosen Blick auf der Kuppel ruhen, die sich hinter dem Gebirge, hinter der Wüste frech dem Himmel entgegen reckte. Eine bewohnte Seifenblase unter der unbarmherzigen Sonne. Nur geschaffen, um zu platzen.

„Ich halte dagegen", entgegnete die andere Gestalt. „Sie wird zur Besinnung kommen."

Die Erste wandte sich der Zweiten zu. Wenn sie hätte fühlen können, hätte sie Mitleid empfunden. Manche Vorzeichen waren eindeutiger als andere und dieses Ende kündigte sich seit Jahrhunderten unaufhaltsam an.

„Dein blindes Vertrauen wird nicht aufhalten können, was über diese Welt kommt."

„Du wirst sehen."

Zusammen standen sie auf der namenlosen Anhöhe, während Gabriel Walsh seine Artisten durch die Generalprobe des Theaters jagte. Während alle Blumen aus den Gärten außerhalb des Palasts gerissen wurden, um sie in Sträußen ins Heiligtum zu hängen. Während Cress Cye in das Kostüm eines Fackelträgers stieg. Während draußen am Stadtrand Julian Alessandrinis heimgekehrte Armee lagerte. Wochen an übereilten Vorbereitungen kamen zu einem Schluss. In der Stadt und draußen in der Wüste hatte man sein Auge auf den Palast gerichtet.

Skythief - Gestohlene Sterne [neue Version]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt