Leuteee, ich habe ein Finale für euch, wo euch hören und sehen vergehen wird. Ich habe drei verschiedene Entwürfe geschrieben dafür und jetzt wird es langsam.
Without being dramatic. Aber alles der Reihe nach.
Nacht zog auf. René sah sie über die Stadtdächer kriechen, unaufhaltsam, während sie umgeben von dreißig Bediensteten in ein Kleid geschnürt wurde, das so viel kostete wie ein Herrenhaus. Während man ihr mit dem Blut der Kolonien erkaufte Diamanten um den Hals legte, um die Handgelenke. Ihr Haar flocht und mit silbernen Kämmen nach oben steckte. Für jeden Diamant eine Seele, hatte Julian gesagt und sie hatte das Collier wieder zurück auf den Tisch fallen lassen. Natürlich musste sie es jetzt tragen. Der Orden war besessen von Reinheit und man sah diesen Steinen nicht an, dass sie in Blut gebadet hatten.
Sie hatte dieses Schicksal gewählt, schon vor langer Zeit. Sie hatte diese Hochzeit gewählt und doch fühlte es sich nun an, als würde sich eine Schlinge um ihren Hals schließen und kein Collier, um das sie selbst die Königin beneiden würde. Der glückliste Tag in ihrem Leben war nicht heute. Sie versuchte auszumachen, wann sie am glücklichsten gewesen war, während sie in ihre Schuhe stieg und dabei noch mehrere Zentimeter größer wurde. René musste fast lachen, als ihr klar wurde, dass sie die Hochzeit betrachtete wie ihren eigenen Tod. Dass sie sich zur Vergangenheit umgedreht hatte, anstatt in die Zukunft zu blicken.
Dann erinnerte sie sich an einen Tag, an dem sie Glück empfunden hatte und das innerliche Lachen verhallte geräuschlos. Sie dachte daran, wie sie das Atheneum verlassen hatte, in der blauen Uniform der Meisterstrategen. Daran, wie die Sonne auf den Marmor des alten Gebäudes geknallt war, das so viele vielversprechende junge Menschen gebrochen verlassen hatten. René hatte sich durch eine Hintertür weggeschlichen, noch vor Ende der Verleihungszeremonie. Mit der Schriftrolle in der Hand, die das Siegel des Dekans trug. Sie war an den Wachen vorbeigerannt, die sie in dem Gebäude eingesperrt und kontrolliert hatten und hinaus in das strahlende Sonnenlicht gelaufen. Für einen Moment dachte sie, sie wäre allein. Dann wurde sie hochgehoben und ihr Magen machte einen Salto.
René sah gleichzeitig in ihrem Brautkleid hinaus auf die Stadt und auf Nicos Gesicht hinunter.
Sie schmeckte wieder den Wein, den sie direkt dort auf den Stufen zusammen aus der Flasche tranken. Sie hatte damals auch geglaubt, dass sie Julian heiraten würde. Doch die Hochzeit war weit weg gewesen. Ein Fernes Grollen am Horizont, das ihr nichts antun konnte. René betrachtete im hier und jetzt ihr Spiegelbild. Sie war älter geworden. Es war ihr damals unmöglich erschienen.
Sie erinnerte sich an die verschiedenen Phasen. Daran, wie sie sich erst gefreut hatte, als man ihr sagte, dass sie einen Prinzen heiraten würde. Daran, wie sie erfahren hatte, dass der Prinz der Rotzbengel war, den sie schon kannte, seit sie beide krabbeln konnten und mit dem sie immer verhandeln musste, wenn sie etwas von seinem Kuchen wollte.
René fühlte nicht mehr, wie man ihre Hände in funkelnde Netze aus Silber hüllte. Wie die gleichen Netze von ihren Schultern tropften. Filigran und von einer zeitlosen Schönheit war das Ende, das sie sich selbst auferlegt hatte. All ihre heimliche Arbeit, all ihr Lernen am Atheneum, all die Freunde, die sie sich startegisch zugelegt hatte. Alles war geschehen, damit sie hier stand. Sie hatte das Schicksal gesponnen, wie eine Göttin einen verhängnisvollen Lebensfaden und nun konnte sie nicht mehr anders, als sich ihrem eigenen Tun zu beugen. Nicht freien Willens, mehr wie eine Brieftaube, die nur nachhause fliegen kann. Nur zurück in den Käfig, aus dem sie entführt und in die Ferne getragen wurde.
Die Mächtigen hatten nicht viele Freunde. Noch seltener hatten sie Menschen, die sie aufrichtig liebten. Sie begann zu verstehen, wieso. Als man ihr Wasser brachte, versuchte sie, den lang vergangenen Wein aus ihrem Mund zu spülen. Vergeblich. Es wurde so schlimm, dass sie sich absichtlich auf die Wange biss, um Blut zu schmecken und nicht mehr diese Erinnerung. Das Volk strömte schon jetzt durch die Straßen, getrieben von dem Märchen, das der König und die Hohe ihnen erbaut hatten. Trank den Wein des Königs, lachte. Der Adel, der bei der Trauung zugegen sein würde, wartete auf den Moment, in dem sie strahlend hinter ihren Rücken auftauchen würde. Unschuldig und schön. Der Moment, in dem die Augen ihres Bräutigams seine Geliebte auf ihn zugehen sahen, voll Freude. Doch viel verhängnisvoller würde für René der Moment sein, in dem sie Nico in der Menge sah.
***
Julian stand mit seiner Schwester am Balkon des Salons, in dem er sich zum erste Mal öffentlich gezeigt hatte nach seiner Rückkehr. Das Los hatte entschieden, dass Dominique blau tragen würde und so wirkte sie neben dem Bräutigam fast unsichtbar im Halbdunkel. Sie sahen hinunter auf die Straßen, die sich mit Licht füllten. Die Menschen kamen aus allen Himmelsrichtungen. Trugen die Kerzen vor sich her, die die Soldaten verteilt hatten. Man sah sie immer wieder flackern und erlöschen, neu entzündet werden. Es waren so viele, dass es keinen Unterschied machte. Jeder Lichtpunkt ein Mensch und sie alle kamen, um seine Hochzeit zu feiern, ohne ihn zu kennen. Ohne ihn je getroffen zu haben.
„Beneidest du mich?", fragte Julian ruhig. Seine Schwester schüttelte den Kopf. In diesem Licht ähnelte sie mehr seiner Mutter als seinem Vater. Zu ihrer Hochzeit waren die Straßen auch gefüllt gewesen, geschmückt mit Blumen. Doch die Pracht eines Aufstiegs war kaum zu übertreffen. Nicht, wenn die Hohe und der König an einem Strang zogen und Geld keine Rolle mehr spielte. Wenn das Märchen so dringend nötig war, dass daran gearbeitet wurde, bis die Finger bluteten. Erst die Hochzeit, dann die Hohe. Darauf hatten sie sich geeinigt.
„Du hast genug Neider", sagte Dominique. „Ich habe es lange aufgegeben."
Ihre Stimme klang fremd in Julians Ohren, aber vielleicht lag das daran, dass er sie so wenig sprechen gehört hatte. In den Jahren ihrer Krankheit, während er im Exil war und sogar nach seiner Rückkehr.
„Ich wollte dir sagen, dass es mir leid tut", sagte Dominique und Julian wandte sich ihr alarmiert zu. In seiner Familie entschuldigte man sich nicht. Dominique nickte hinunter auf die Menschenmenge.
„All das", sagte sie. „nachdem du mir gepredigt hast, dass ich aus Liebe heiraten soll. Oder zumindest so, dass mich meine Ehe nicht erstickt, damit ich irgendjemanden lieben kann. Nicht für die Macht, für die Allianz."
Julian senkte den Blick von den Strömen aus Licht auf seine Hände. Siegelring, Verlobungsring und eine Leerstelle an seinem kleinen Finger, wo Victorias Ring gesessen hatte.
„All das", atmete Dominique aus. „Und du musst eine Frau heiraten, für die andere Töten würden, die für dich aber nichts weiter ist als ein Platzhalter. Während diese Welt, die dir zu Füßen liegt, dir immer unwichtiger wird."
Weil Victoria nicht mehr darin lebt. Julian konnte den Mund nicht mehr öffnen. Nach all der Zeit wusste seine Schwester noch genau, wie man ihn zum Schweigen brachte. Wie man sich rächte. Eine Welt, die einem unwichtig war, konnte man ohne schlechtes Gewissen zerbrechen.
„Der Junge, den ich kannte, wäre nie nach Katania geflogen", sagte Dominique und sah ihm direkt in die Augen. „Er hätte nicht gemordet im Namen unseres Vaters. Hätte sich nicht der Gewalt ergeben, die ihm alle auferlegen wollen. Das war es, was du nicht hören wolltest, als wir das letzte Mal gesprochen haben. Du hast dich unterworfen. Einmal mehr."
Die Lichter kamen näher, doch für Julian hatten sie ihre Schönheit schon lange verloren. Vielleicht würden sie ihn in Flammen setzen, sobald sie den Fuß des Palasts erreichten.
„Ich bemitleide dich", sagte Dominique leise in die Nacht. „Du hast die Welt zu deinen Füßen, Bruder, und du weißt nicht, was du mit ihr tun sollst, außer sie zu strafen."
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Skythief - Gestohlene Sterne [neue Version]
Science Fiction"Ich habe dich geliebt, wie Zerstörung Königreiche liebt." In den Narben, tiefen Schluchten am Rande der Hauptstadt des Imperiums, ist Cress Cye gefürchtet. Die alten Monster, die dort in den Tiefen leben, kennt sie gut. Als eines davon so viel Scha...
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