„Wie geht es Will?"
Oliver Bernadotte hatte einen großen Weinfleck auf der weißen Hose und schien ihn nicht einmal bemerkt zu haben. Nico konnte eine pulsierende Ader an seinem schlanken Hals sehen. Die Luft in der Villa drückte gegen seine Lungen, nach der kalten klaren Nacht.
„Lebendig. Auf der dritten Brücke."
Nicos Hände waren immer noch mit dem Blut seines Freundes befleckt. Oliver sah es, bevor er die Hände in die Taschen stecken konnte.
„Oh Sterne", wimmerte er und brach in einem der Sessel vor dem Feuer zusammen. Während in der ganzen Stadt kleine Zahnräder in Julians Notfallplan sirrten, berichtete Nico, was passiert war.
„Er ist eingeschritten, als sie auf Maya los sind, denke ich."
„Natürlich hat er das Mädchen beschützt."
Die Tränen in Olivers Augen irritierten Nico so sehr, dass er ihn hilflos anstarrte, während Oliver weinend dasaß. Die Taubheit hörte nicht in Nicos Fingern auf.
„Kannst du mich zu ihm fliegen?"
Die Verzweiflung in Olis Stimme drang kaum zu Nico durch, dabei hätte sie ihm unter normalen Umständen das Herz aus der Brust gerissen. Er schüttelte den Kopf.
„Jede Bewegung ist jetzt gefährlich. Wir müssen bleiben."
Oliver begann zu schluchzen. Leise, mit der Hand vor dem Mund. Nico stand auf und ging wie im Trance hinüber zu ihm, um ihn in den Arm zu nehmen. Doch dann stand er nur mit der Hand auf seiner Schulter da und starrte ins Leere.
„Ich muss ihn sehen. Ich kann nicht hier sitzen."
Nicos Griff wurde fester.
„Wir brauchen dich im Moment mehr, als er dich braucht."
Es war keine Diskussion. Oliver konnte nicht fliegen und Nico würde ganz sicher nicht noch einmal auf die Brücken fliegen, wenn er nicht wusste, was die Männer des Königs vorhatten. Was Julian vorhatte.
„Was hat er übersehen?", flüsterte Oliver.
Als die Eingangstür der Arete Villa weit aufschwang und gegen die Wand schlug, fuhr Oliver zusammen. Drei von Julians Soldaten zerrten eine Gestalt in den Raum, die sich mit Händen und Füßen dagegen wehrte. Einen der Fackelträger. Nico ließ Oliver los und trat in den Raum, während die Soldaten die fluchende Frau mit dem Plastiksack über dem Kopf zu Boden warfen. Ihre Hose war an der Hälfte des Oberschenkels schief abgeschnitten worden und ihre muskulösen Beine bis zu den Knien mit Plasma bandagiert. Das Fackelträgerkostüm war zerfetzt, aber Nico Begriff sofort, dass es eine der Drei war.
„General", grüßte ihn eine Pilotin, die er seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte, weil sie mit seinem Cousin in Katania gewesen war. Nico nickte ihr zu, dann starrte er wieder die Knochenschwester an, die ihr bestes tat, um auch noch gefesselt und verletzt Schaden anzurichten. Einer der Soldaten stolperte, als sie ihm gegen den Knöchel trat. Auch seinen Namen kannte Nico. Treue Männer. Julians Leute.
„Na sieh einer an."
Finja trat neben Nico. Er wusste nicht, wo aus dem Haus sie herkam, aber er konnte sich vorstellen, dass sie es vorgezogen hatte, Olivers Tränen zu meiden.
Die weiße Schwester erstarrte, als sie Finjas Stimme hörte.
„Arete", knurrte sie und der Tonfall war mörderisch. Finja sah entspannt auf die Gardistin hinab, die ihren Marmorboden beschmutzte.
„Hm", machte sie. „Auf die Geschichte bin ich gespannt. Wollt Ihr sie uns erzählen, oder sollen wir warten?"
„Brennt in der Hölle!"
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Skythief - Gestohlene Sterne [neue Version]
Science Fiction"Ich habe dich geliebt, wie Zerstörung Königreiche liebt." In den Narben, tiefen Schluchten am Rande der Hauptstadt des Imperiums, ist Cress Cye gefürchtet. Die alten Monster, die dort in den Tiefen leben, kennt sie gut. Als eines davon so viel Scha...
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