Mayas schweißnasser Rücken klebte an der Wand des Heiligtums, während Cheleste den Ring durch die Finger drehte. Ihn an die Nase hob, roch und das Gesicht verzog. Maya konnte nichts tun, außer zusehen.
Cheleste roch noch einmal am Ring. Sie presste ihren Finger gegen die Halterung. Vor Mayas Augen tanzten schwarze Flecken, während sie zusah, wie sich der Stein verschob. Wie die klare Flüssigkeit über Chelestes Finger rann. Der Geruch von Flieder erfüllte die Luft.
„Wer hat dir das gegeben?", fragte Cheleste. „Ein Mann?"
„Ein Freund meines Bruders in der Menge."
Es war üblich, auf royalen Hochzeiten kleine Geschenke zu verteilen. Vor allem, dass junge Männer jungen Frauen etwas schenkten. Süßigkeiten, Schokolade, Perlen, Parfums. Ringe, die Parfum enthielten. Doch Cheleste schien misstrauisch. Sie warf Maya das Schmuckstück zu.
„Trag es auf. Wäre eine Verschwendung."
Der Ring prallte von Mayas Arm ab und fiel ins Gras. Maya stand auf, warf Cheleste einen Blick zu und begann im Dunkeln danach zu suchen. Die Kriegerin rieb immer noch misstrauisch ihre Finger aneinander.
„Von welchem Freund deines Bruders?"
Maya zermarterte sich den Kopf nach einem Namen. Nannte einen.
„Adreni ist nicht bekannt für seine Großzügigkeit."
„Scheinbar hat er heute seinen Geiz überwunden."
Maya tat immer noch, als suche sie nach dem Ring mit dem Gift, dabei sah sie ihn schon seit einer halben Minute im Gras blitzen. Sie machte sich mit jeder Sekunde verdächtiger.
„Maya", sagte Cheleste langsam. „Lass ihn liegen."
Die Knochenschwester wischte sich die Hände an ihrer Robe ab. Dass sie Maya beim Vornamen nannte, sagte alles.
„Du sagst Adreni hat dir den Ring gegeben?", fragte Cheleste. „Das glaube ich dir nicht. Von wem ist er wirklich?"
Maya würde jede Sekunde ohnmächtig werden.
„Wieso?"
„Weil das kein Parfum ist, Protektorin."
Maya starrte Cheleste an.
„Wie bitte? Ich rieche es bis hier."
„Gib mir einen Namen."
Chelestes Stimme war immer noch emotionslos, aber Maya sah, wie sie die Knöchel knacken ließ. Sie hörte ihr Herz in ihren Ohren, hörte es kämpfen wegen dem, was ihre Augen sahen. Wegen dem Ausweg, der sich ihr scheinbar bot. Maya sah, was Cheleste hören wollte. Der blaue Adel hat es mir gegeben. In Mayas Kopf formten sich die Sätze, die sie wie einen brennenden Pfeil durch das Herz der Zivilisation treiben konnte. Zwischen Orden und Adel. Wen sollte sie hinhängen? Finja Arete hat es mir gegeben. Dominique Alessandrini Casanera. Nicholas van Garde. Julian Alessandrini-Casanera.
Mayas Gedanken rasten. Wenn sie es wagte, Cheleste einen falschen Namen zu nennen oder den richtigen Namen für das falsche Verbrechen, dann würde die Hölle losbrechen auf der Hochzeit des Prinzen.
Nicholas van Garde. Nicholas van Garde. Nicholas van Garde.
Sein Name schlug von innen gegen ihre Schädeldecke. So fest, dass Cheleste es in ihren Augen lesen müsste. Sie fühlte wieder seine Fingerkuppen gegen ihre Hand, als er ihr den Ring gab. Alles, was Maya wollte, war sich selbst und ihre Familie in Sicherheit zu wissen. Sie hatte jetzt die Chance, ihren Handel mit dem Prinzen ungeschehen zu machen. Die Geschichte an sich zu reißen und selbst zu bestimmen, was als nächstes geschehen würde.
Sie musste nur der Knochenschwester in die Augen zu sehen – und mit dem lügen aufhören.
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Skythief - Gestohlene Sterne [neue Version]
Ciencia Ficción"Ich habe dich geliebt, wie Zerstörung Königreiche liebt." In den Narben, tiefen Schluchten am Rande der Hauptstadt des Imperiums, ist Cress Cye gefürchtet. Die alten Monster, die dort in den Tiefen leben, kennt sie gut. Als eines davon so viel Scha...
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