Der König, die Hohe, der Kronprinz und seine Braut trafen sich, um sich auf die Details der Hochzeit zu einigen. Es fühlte sich genauso angenehm an, mit dieser Menschenkombination in einem Raum zu stehen, wie in einer Höhle voller Giftschlangen aufzuwachen. Maya wagte es nicht, einen Arm zu heben, weil ihr Kleid mit Sicherheit nass geschwitzt war. Sie stand hinter der Hohen und sah ihr über die Schulter, während diskutiert wurde. Julian Alessandrini und René de Chirouelle-Avalinis sträubten sich gegen den Vorschlag.
„Das ist eine Hochzeit, kein Zirkus", sagte der Kronprinz.
„Eine Hochzeit ist ein Sakrament, Hoheit. Das Schauspiel ist heilig und Ihr werdet es mit dem Respekt behandeln, den eine Flammenschau verdient."
Maya hatte hauptsächlich daran gedacht, wie sehr es van Garde aufregen würde, dass sie die Hochzeit gewissermaßen übernahmen. Dass sie damit direkt im Revier des Kronprinzen herumstocherte, der seit Jahren auf seine Hochzeit wartete, war ihr erst einige Momente später gekommen. Zum Glück war es nicht sie, die mit dem Adel verhandeln musste. Der König schnalzte mit der Zunge und Julian sah zu seinem Vater hinüber.
„Rya du schaffst es nicht, in dem Tempo eine Stadtmesse auf die Beine zu stellen. Das ist logistisch nicht möglich."
„Denkst du nicht, ich habe das abklären lassen, bevor ich dich hierher berufen habe?", fragte die Hohe zurück und deutete mit dem Kinn nach links.
Die große dünne Frau hatte sich von dem Stuhl erhoben, den man ihr hingestellt hatte. Maline Federicy, die Schaumeisterin, die die künstlerische Leitung übernehmen würde. Sie wirkte wie eine Vorschau auf das, was sie der Krone anbot. Täuschend echt aussehendes Gold rankte sich ihre nackten Oberarme hinauf. Ihr Haar war in weichen Wellen um ihr Gesicht drapiert worden und sie trug ein gedecktes Beige, das sich nicht zu nah am Weiß des Ordens bewegte.
„Hoheit, Majestät, Hohe", begann sie. „Vor zwei Jahren fand eine Kostümprobe für einen möglichen Fall des Sterns statt, als ihre Eminenz erkrankt war." Sie nickte Rya freundlich zu. „Wir sind also mit vielen Dingen bereits ausgestattet. Die traditionellen Choreographien gehören zum Training in den Tanzschulen, die ihre Eminenz und seine Majestät so großzügig fördern. Es wird harte Arbeit, aber wenn es gewünscht ist, steht einem Aufstieg von meiner Seite nichts im Weg."
Die Hohe hatte sich schon vor Tagen mit Federicy getroffen. Damals war ihre Aussage noch weit weniger deutlich ausgefallen. Sie hatte deutliche Bedenken ausgesprochen, was Finanzierung und Zeitrahmen anging. Maya hatte zugesehen, wie Rya den Satz sagte: „Kosten sind kein Problem." Wie der Finanzassisstent der Schaumeisterin den Kopf hin und her wog und dann eine Zahl nannte, die jeden Rahmen sprengte. Rya hatte akzeptiert, ohne mit der Wimper zu zucken und auch jetzt legte sie ein Angebot auf den Tisch, das seinesgleichen suchte.
„Ich biete Folgendes an: der Orden zahlt die Hälfte der Hochzeit."
René de Chirouelle-Avalinis, die bis gerade passiv dagesessen und nicht den Eindruck erweckt hatte, das sie überhaupt zuhörte, hob den Blick. Die Hälfte der Hochzeit. Das war ... eine Unmenge und es war erst der Beginn der Verhandlung. Ein verlockendes Angebot, die Kassen des Ordens anzuzapfen, vor allem weil der Adel gerade erst einen Krieg am anderen Ende der Welt bezahlen musste.
Julian Alessandrini sah zu seinem Vater hinüber, der aufgehört hatte, mit seinen Fingern auf den Tisch zu trommeln. Maya sah das Misstrauen auf dem Gesicht des Königs. Das Angebot schien wie ein Olivenzweig, ein Friedensangebot nach den Turbulenzen der letzten Monate. Das ausgerechnet bei dieser Hochzeit. Doch der König konnte nicht ablehnen. Tyrannen waren die größten Romantiker. Sie mussten sich regelmäßig in ihrem eigenen Glanz sonnen, ansonsten fiel das, was an ihnen übermenschlich geworden war, in sich zusammen. Falsche Götter, allesamt, dachte Maya, während der blaue Adel sich leise beriet und sie neben der Hohen wartete. Die Einwilligung kam einige Stunden später. Der König schickte sie mit seinem Sohn.
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Skythief - Gestohlene Sterne [neue Version]
Science Fiction"Ich habe dich geliebt, wie Zerstörung Königreiche liebt." In den Narben, tiefen Schluchten am Rande der Hauptstadt des Imperiums, ist Cress Cye gefürchtet. Die alten Monster, die dort in den Tiefen leben, kennt sie gut. Als eines davon so viel Scha...
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