Ellie
"Sollen wir da rein?", fragt Jimmy mich und deutet auf eine Bar. Da es mir relativ egal ist, nicke ich und folge ihm zügig über die Straße. Der Asphalt glänzt durch den Regen des Tages und ist ziemlich rutschig, was mir das ganze ein wenig erschwert, jedoch schaffe ich es ganz gut mit ihm mitzuhalten. "Du siehst echt gut aus", sagt er zum gefühlt tausendsten Mal an diesem Abend, bevor er die Bar betritt und mir nicht einmal die Türe aufhält. Das übernimmt der Türsteher für ihn.
Mit einem Lächeln danke ich diesem und schaue mich suchend nach Jimmy um, der bereits einige Meter von mir entfernt in der Menschenmasse verschwindet. Ich seufze entnervt auf und verdrehe die Augen. Seine tausend Komplimente machen sein Benehmen auch nicht besser. "Komm!", ruft er schliesslich. Ich weiss wirklich nicht, ob er nicht einfach nur dumm ist, oder wirklich denkt, dass man ihn in einer lauten Bar aus solch einer Entfernung hört und versteht. Bei mir hat er dies definitiv meinem Vampirgehör zu verdanken. Mit einem falschen Lächeln auf den Lippen folge ich ihm schliesslich. Er führt mich zu einem Tisch und legt seinen Arm um meine Tallie, zieht mich für meinen Geschmack zu dicht an sich. Gemeinsam setzen wir uns, woraufhin er mich grinsend mustert und mir die Getränkekarte zuschiebt. "Such dir was aus. Ich lade dich ein", kommentiert er dies noch. "Lieb von dir danke", ich lächle. Er zuckt mit den Schultern. "Das erwartet ihr Frauen doch." Wie bitte?
"Wie meinst du das?", frage ich, um sicher zu gehen, dass ich mich verhört habe, jedoch machen seine nächsten Worte das ganze nicht besser. "Na, dass man euch einlädt. Ihr nehmt doch nicht Mal Geld mit wenn ihr ausgeht."
Mit großen Augen mustere ich ihn und da mir nichts einfällt, was ich sagen könnte, lache ich einfach nur. Das meint er doch nicht ernst oder? Ich klappe die Karte wieder zu und schiebe sie von mir. "Danke, aber ich kann mir meinen Drink auch selbst leisten", sage ich und stehe auf. "Wo willst du hin?", fragt er sichtlich verwirrt. "Keine Ahnung. Hauptsache weg von dir!" Mot diesen Worten lasse ich ihn allein und quetsche mich durch die anderen Gäste in Richtung Damen Toilette.
Wieso auch immer ich ihn aus dem vorherigen Club begleitet habe ist mir noch immer ein Rätsel und Mal wieder war es eine ziemlich schlechte Idee. Mittlerweile verfluche ich mich ein wenig selbst, da mir niemand was kann und ich dementsprechend auch handle. Ich weiss, dass mir nichts passiert, auch wenn es fremde sind die ich begleite und nun stehe ich hier. Allein in der Damentoilette einer beschissenen Billigbar.
Mit kaltem Wasser wasche ich mir kurz die Hände und ziehe meinen Lippenstift nach, bevor ich die Toilette wieder verlasse. Mein Blick wandert zum Tisch an dem wir eben saßen, der nun leer ist, was mich erleichtert. Jimmy hat die Bar tatsächlich verlassen. Ich setze mich wieder an meinen Platz und greife erneut nach der Karte. Keine zwei Minuten später steht die Bedienung vor mir und mustert mich abwartend. "Was darfs für dich sein?", fragt sie.
Schnell tue ich so als würde ich auf jemanden warten, um in Mitten all der Gruppen allein nicht ganz so dumm rüber zu kommen, bevor ich sie anschaue. "Bis meine Freundin da ist, schadet ein Desperados bestimmt nicht." Sie nickt und verschwindet wieder. Seufzend stütze ich meinen Kopf ab und lasse den Blick über die Anwesenden Gäste schweifen. Ich bin wirklich die einzige, die ganz allein in dieser Bar sitzt. Alle anderen sind mindestens mit einer Begleitung hier und unterhalten sich durchgehend, während ich Löcher in ihre Hinterköpfe starre.
"Bitteschön", die Bedienung stellt mir mein Bier hin und verschwindet genauso schnell wie sie gekommen ist wieder, weshalb ich mich nicht einmal bei ihr Bedanken kann. "Cheers Ellie", flüstere ich zu mir selbst und trinke einen Schluck. Daraufhin lehne ich meinen Kopf vor, sodass ich mit der Stirn gegen den Flaschenhals lehne und die Tischplatte perfekt im Blick habe. Eine sehr spannende Aussicht, wirklich.
"Ein Penny für deine Gedanken", höre ich plötzlich eine mir fremde Stimme, weshalb ich wieder aufschaue. Verwundert darüber, dass ich nicht bemerkt habe, wie sich der Mann auf den freien Hocker gesetzt hat, mustere ich ihn. "Wenn du auch so ein Arschloch bist wie der Rest, kannst du direkt wieder gehen", sage ich und trinke einen weiteren Schluck aus meiner Flasche. Wieso muss auch immer ich auf die komischen Männer treffen?
Statt etwas zu sagen trinkt auch er einen Schluck von seinem Bier und mustert mich dabei. "Im Gegensatz zu dem Kerl, den du so schön als Arschloch bezeichnest, weiß ich, dass man einer Frau die Tür aufhält. Oder wie man sich einer Frau gegenüber zu verhalten hat." Seine Worte entlocken mir doch tatsächlich ein Schmunzeln, da er so offen zugibt, dass er mich schon beim reinkommen bemerkt hat.
Auch ich lasse es mir jetzt nicht mehr nehmen, ihn genauer zu betrachten, wodurch mir diese schönen dunkel braunen Augen auffallen, in denen sich das Licht der Bar spiegelt. Seine Haare sind ungefähr so lang wie die meines Bruders, jedoch sind sie fast schwarz und lockig, was mir tatsächlich ein wenig besser gefällt.
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Unsere Ewigkeit Für Immer
VampireTeil 4 der 'Für Immer' Reihe. Frisch gebackene Eltern müssen so einigen Herausforderungen stand halten. So auch Logan und Alison. Wie werden die beiden die neue Familien Situation meistern und gleichzeitig das Familiengeheimnis bewahren, während di...
