Kapitel 70

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„Ich liebe dich, Zoe." Sind die Worte die mich die ganze Nacht plagen.

Nachdem Marco gesagt hatte das er mich liebt sah ich ihn geschockt an. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte aber eine Reaktion meinerseits wäre sowieso nicht nötig gewesen, den als diese Worte seinen Mund verlassen hatten, lächelte er mich schwach an und verließ dann mein Zimmer.

Er ist einfach gegangen und hat mich geschockt und mit Tausenden von Fragen zurück gelassen. Ich stand dann ungefähr noch zehn Minuten regungslos vor der Tür und versuchte das gesagte in meinem Kopf zu bekommen aber selbst dann als ich mich aus meiner starre löste, schien es mich noch nicht im Kopf erreicht zu haben.

Ich steure dann auf den Spiegel in unseren Zimmer zu und sah mir selber in die Augen. Ich versteh das nicht...

Als ich mich dann von meinem eigenen verwirrten und geschockten Gesichtsausdruck löse, hat mich die Erkenntnis wie ein Schlag ins Gesicht getroffen. Direkt und hart.

Ich liebe dich, Zoe.

Dieser einfacher Satz der so viel bedeutet, geistert in meinem Kopf herauf.

Er liebt... mich. Mich, verdammt!

Marco liebt mich!

Ich versteh das nicht... Warum, um alles in der Welt liebt er mich?

Allmählich beginne ich alles zu verstehen.

Diese intensiven Blicke.
Seine Berührung.
Dieses funkeln in sehen Augen.
Dieses wunderschöne und warme Lächeln das er nur mir offenbarte.
Und das letze Mal als wir alleine waren...

Wie er mich angesehen hat als Noah weg war. Wie er mich berührt hatte und wie es fast dazu gekommen wäre das er mich geküsst hätte, wenn Noah dann nicht gekommen wäre.

Oh mein Gott! Verdammt, es war so offensichtlich und mein Hirn hat es trotzdem nicht geschnallt.

Was soll ich nur tun? Wie soll ich mich verhalten? Es ist so kompliziert!

Ich kann ihn nie wieder mehr in die Augen schauen ohne mich schuldig zu fühlen weil ich seine Gefühle für mich nicht erwidern kann. Gott, ich bin so ein schlechter Mensch! Er liebt mich und ich kann ihn nicht das geben was er möchte. Ich kann es einfach nicht weil mein Herz jemanden anderen gehört und zwar Noah.

Ich liebe Noah. Nicht Marco...

Mein Herz tut so unglaublich weh. Ich hab die ganze Zeit Marco unterbewusst verletzt. Ich hab ihn erzählt was ich für Noah fühle und er hat es die ganze Zeit über akzeptiert und mir geholfen. Er hat alles für mich getan nur um mich glücklich zu machen...

...und weil er mich liebt.

Oh Gott, ich kann das nicht! Ich hab Marco die ganze Zeit über verletzt. Die ganze Zeit! Er ist so lieb zu mir und hat mich die ganze Zeit über aufgebaut. Er war wie ein bester Freund für mich und jetzt? Jetzt weiß ich garnichts mehr. In meinem Kopf schwebt die ganze Zeit nur dieser eine Satz. Dieser eine Satz der mich komplett aus dem Konzept gebracht hat.

Eine Träne kullert still meine Wange hinunter und gleich darauf folgt die andere als ich die Augen schloss. Ich sacke erschöpft zu Boden und lasse die Tränen stumm frei ihren Lauf.

***
Es tut mir so unendlich Leid, Marco.
Es tut mir so leid das ich deine Gefühle nicht erwidern kann.

Es tut mir so verdammt Leid das ich die ganze Zeit über unterbewusst verletzt habe.

Marco, warum hast du mir es nicht früher gesagt?
Warum hast du so lange gewartet?

Ist es weil ich mit Noah glücklich bin und du es nicht zerstören wolltest?
Oder wusstest du selber noch nicht, was deine Gefühle zu bedeuten hatten?

The PsychiatryWo Geschichten leben. Entdecke jetzt