Als ich aus dem Auto stieg kam mir gleich ein ordentlicher Wind entgegen, dass konnte ja noch was werden. Frau Lodrig kam uns winkend entgegen gelaufen, wir waren wohl die letzten die vom Tunier kamen. "Wie wars?", fragte sie und lächelte uns neugierig an. Wir erzählten ihr von unseren Erfolgen und vorallem von Wills tollen dritten Platz. Frau Lodrig schien sehr zufrieden mit uns, denn sie lobte uns ausgiebig, aber tröstete auch Kasmir, die ja leider nicht platziert war. "Muss noch irgendwas gemacht werden?", fragte Emilio während wir die Pferde abluden. Sie schüttelte den Kopf, "Nein soweit ist alles sturmsicher, es sieht wirklich schon sehr dunkel aus... Ich hoffe Mali und Pen kommen bald wieder" Erschrocken schauten wir sie an, "Wo sind sie denn?", fragte Kasmir, ihre Augen waren kugelrund. Wind wehte wieder und fuhr ihr durch den dunklen Bob. "Sie wollten mit Shadow und Merci eine Runde drehen. Die kleine Geländerunde die ihr auch gegangen seit" "Obwohl der Himmel so aussieht?", fragte nun Will, der gerade Prinz die Transportgamaschen abschnallte. Frau Lodrig schüttelte den Kopf. "Ob ihr es glaubt oder nicht, vor einer Stunder sah es hier noch recht gut aus", sagte sie nun. "Sie sind schon eine Stunde weg?", fragte ich verblüfft. Wir hatten damals mit Ed mit hinreiten, zurück reiten und besprechen vielleicht eine halbe Stunde gebraucht. Frau Lodrig hob nur die Schultern, sie war auch ratlos. "Wenn sie in zehn Minuten nicht kommen, schicke ich jemanden los", sagte sie entschieden. "Haben sie Handys dabei?", versuchte es Will noch zaghaft, doch Frau Lodrig schüttelte den Kopf. "Es ging immer nur die Mailbox dran", sagte sie und fuhr sich durch die hellen Haare.
Wir brachten die Pferde in die Boxen und räumten unsere Sachen wieder auf. Nun bürstete ich nochmal über Bellas Fell, die genüsslich ihr Heu futterte. "Ich hoffe Mali und Pen geht es gut", sagte ich nun zu Kasmir, die gerade dabei war ihre weiße Schabracke abzubürsten. Sie sah hoch, auch in ihrem Blick war Unsicherheit. "Das hoffe ich auch... Oh man warum haben sie den auch kein Handy dabei?", sagte sie nun. Ich zuckte die Achseln, "Vielleicht haben sie ja eins dabei, aber keinen Empfang oder so?" Wir verstummten für einen Moment, als wir einen lauten Donner hörten. Kurz darauf prasselte Regen auf das Dach des Stalles. Ich bekam eine Gänsehaut, als ich den Wind pfeifen hörte. So ein Mistwetter aber auch. "Gott sei Dank, sind wir schon hier und nicht mehr mit dem Hänger unterwegs", meinte Kasmir nun, als ein heller Blitz zu den Fenstern reinschien. Ich mochte eigentlich Gewitter, aber das war selbst mir eine Spur zu hart. Plötzlich hörte ich Pferdehufe auf Asphalt, sie waren ganz leise. "Hörst du das?", fragte ich nun Kasmir die auch angestrengt horchte. Das nächste was wir hörten war ein spitzer Schrei von Lis, "Mali! Was ist passiert?" Kasmir und ich sahen uns an, dann rannten wir raus auf den Hof.
Draußen war es noch dunkler geworden, der Wind ließ die Bäume ächtzen und der Regen schlug uns entgegen. Ich zog meine Kapuze über den Kopf und lief zu der kleinen Lichtquelle, die vom Haupthaus kam. Durch den Regen konnte ich fast nichts sehen, er durchnächste meine Kleidung und ließ mich am ganzen Körper zittern. Wieder ein Donner. Er war so laut, dass Kasmir neben mir kurz aufschreckte. Dann erreichten wir die Überdachung des Hauses. Dort standen Lis, Ed, Will und Emilio. Sie verdeckten meine Sicht auf etwas. Mit klopfenden Herzen kam ich näher, Angst fraß sich durch meine Glieder. Bitte, es durfte nichts passiert sein. "Holt schnell Frau Lodrig!", hörte ich Pen mit erstickte Stimme keuchen. Emilio rannte sofort ins Haus, nun war meine Sicht frei. Mali saß bibbernd am Boden, ihr Handgelenk umklammert. Ein zerbrochener Helm lag neben ihr, ihre Arme waren zerkratzt, ebenso ihr Gesicht. Sie zitterte am ganzen Körper und Tränen rannen ihr über das Gesicht. Ich stürtzte auf sie zu. "Mali! Was ist passiert?", rief ich entsetzt und ging neben ihr auf die Knie. Mali versuchte mir zu antworten, doch sie brachte keine Worte heraus, der Schock war zu groß. Ed taste vorsichtig ihr Handgelenk ab, worauf sie mehrmals zusammenzuckte. Schnell zog ich meine Jacke aus und warf sie ihr über die Schultern. Pen stand dicht bei ihr und hielt die Zügel von Merci umklammert. Die ältere Stute war wie die beiden Mädchen komplett durchnässt und scharrte ungeduldig mit den Hufen. Ich drehte den Kopf. Merci war hier, aber jemand anderes fehlte. Ich suchte mit den Augen die Dunkelheit ab, aber konnte niemanden entdecken. Plötzlich stand Frau Lodrig neben mir. "Was ist passiert?", fragte sie bestürtzt, als sie das Chaos sah. "Wir waren schon auf dem Nachhauseweg", fing Pen nun zitternt an zu erzählen, "Es war alles gut, doch dann hat er sich plötzlich erschrocken und ist losgerannt. Mali ist runtergefallen, mit dem Kopf gegen einen Baumstamm" Nun rannen auch Pen die Tränen über das Gesicht. Frau Lodrig musste auch um ihre Beherrschung ringen, als sie Pen nun in die Arme nahm. Mir ging es ähnlich, was ein Unglück. "Wo ist er jetzt?", fragte Frau Lodrig nun berherrscht ruhig. "Er ist weg", Mali brach noch mehr in Tränen aus, "Wir wissen nicht wo er ist, aber wir müssen ihn suchen, er kann doch nicht alleine draußen bleiben" Es donnerte wieder. Frau Lodrig hockte sich zu mir und Mali, die völlig durch den Wind war. "Beruhig dich Mali, du darfst dich jetzt nicht aufregen", sagte Frau Lodrig und schaute zu Ed, der immer noch Malis Handgelenk in den Händen hielt. Er schüttelte kaum merklich den Kopf. Doch ich hatte es gesehen, dass sah gar nicht gut aus. "Hör zu Mali, wir fahren jetzt zur Notaufnahme und Ed sucht Shadow", sagte Fra Lodrig entschieden. Mali schaute zwischen ihr und Ed erschrocken hin und her. "Aber... Aber ich muss mit. Ich muss ihn suchen!", rief sie nun aus und versuchte aufzustehen. Meine Hände waren mittlerweile eiskalt, was konnte ich nur tun? "Nein wir fahren jetzt zur Notaufnahme", sagte Frau Lodrig entschieden und brachte Mali mit Pens Hilfe zum Auto. Kasmir und Lis hatten sich Merci geschnappt, um sie in den Stall zu bringen und zu versorgen. Wir schauten Frau Lodrigs Auto nach, dass sich nun langsam einen Weg durch den Regen bahnte. "Du hast auch ein Geländetaugliches Auto Will?", fragte Ed nun und schaute dem Auto nach. Will nickte. "Gut, dann suchen wir das Pferd mit zwei Autos, nimm dein Handy mit", sagte Ed knapp und verschwand im Regen. Auch Will wollte zu seinem Auto gehen, aber ich hielt ihn am Arm kurz fest. "Warte, ich komme mit", sagte ich entschlossen. Zusammen rannten wir zu seinem Auto und fuhren hinter Ed her zur Geländestrecke. Obwohl im Auto die Heizung lief war mir eiskalt, aber das war jetzt unwichtig. Wir mussten Shadow finden, wo auch immer er war.
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Black Shadow - Gefunden
Phiêu lưuDer Wind peitschte mir in die Augen und der Regen durchnässte meine Kleidung, aber das spührte ich alles kaum. Denn in diesem Moment gab es nur mich und dieses unberechenbare schwarze Pferd, das mich aus wilden Augen anstarrte... Ich habe es geschaf...
