"Setz dich tief in den Sattel Amber!", donnerte Frau Lodrigs Stimme über das Dressurviereck. Seit dem Tag, an dem Mali so schwer gestürzt war, waren schon wieder ein paar Tage vergangen. Von dem schweren Unwetter, was an diesem Tag gewütet hatte war keine Spur mehr. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne schien mit einer ordentlichen Kraft. Der Juli war gekommen. Meine Hände und mein Knie waren gut verheilt und taten nicht mehr weh, auch Shadows Verletzungen waren gut verheilt und hatten bis auf einer kleinen Narbe an seiner rechten Schulter keine Spuren zurückgelassen. Mali versuchte alles um keinem von uns zur Last zu fallen. Jeden morgen stellte sie alle ihre Pferde in die Führanlage, machte sie so gut es ging für Ed und Pen fertig oder scheuchte sie auf dem Longierplatz. Alle Pferde bis auf Shadow, der stand seit jenem Tag von früh bis spät auf der Koppel. Ed longierte ihn mal oder stellte ihn in die Führanlage, doch auch er hatte nur begrenzt Zeit. Es war einfach schwierig, da Ed, Pen , sowie Mali auch noch Unterricht gaben. Doch ich musste mich nun auch wieder auf meine Dressurstunde konzentrieren. Zusammen mit Megan ritten wir eine Abteilung zu zweit, ganz zu Megans Ärger. Doch Frau Lodrig hatte unser Training zusammengepackt, um danach Malis Stute Goldi noch zu reiten.
"Hände tief Amber!", rief Frau Lodrig mir zu, "Und du Megan ruhiger vom Tempo, du musst Amber nicht davon reiten" Megan hatte darauf bestanden vorne zu reiten, da Golden Flashlight wohl nervös wurde, wenn sie weiter hinten lief. Ich glaubte dieser Aussage nicht wirklich, doch mir war es egal gewesen. Bella interessierte es nicht wo, wann oder wie lang sie lief. "An der nächsten langen Seite Schulter herein!", rief Frau Lodrig nun. Ihre Stimme halte von den Bäumen die um den Platz standen wieder zu uns zurück. Schulter herein war eine Lektion die Bella nicht so gut konnte, ich war sowas mit ihr früher nie wirklich geritten und wir mussten es beide erst lernen. Was leider ziemlich schwierig war, da weder Bella noch ich es wirklich verstanden. Megan ritt geschmeidig vor uns her, sie saß perfekt im Sattel und Golden Flashlight trug ihren Kopf wie von selbst. Sie gaben so ein harmonisches Bild ab, dass es fast schmerzte dabei zu zusehen. Wie konnte man als Pferd und Reiter nur so perfekt harmonieren? Und wie konnte man dabei so zickig sein? Ich versuchte nun mühsam Bella mit meinem inneren Bein nach außen zu drücken, doch es tat sich fast nichts. "Sehr schön Megan", lobte Frau Lodrig Megan zufrieden, "Immer schön im Fluss bleiben. Genau. Sehr gut so. Mach dein Pferd wieder gerade und durch die ganze Bahn wechseln" Nun wanderte ihr Blick zu mir. So leichtfüßig und elegant es bei Megan ausgesehen hatte, so angestrengt und verkrampft sah es bei mir und Bella aus. "Außen Parade Amber!", rief frau Lodrig streng, "Setz dich tief in den Sattel, hol sie nach innen, treib innen und außen Parade" Wer hatte sich sowas nur ausgedacht? Ich biss die Zähne zusammen, Bella schnaubte. Sie versuchte es mir recht zu machen, doch verstand wohl nicht was ich von ihr wollte. "Los jetzt Amber", donnerte Frau Lodrig, "Du sollst reiten und nicht davon träumen. Parade, parade, parade. Ja, ja genau. Jetzt hast du's" Tatsächlich! Wir machten ein paar wackelige Schritte, dann richtete ich Bella wieder gerade und klopfte ihr kurz den Hals. Ihr Fell war schon wieder nass, aber mir war auch eindeutig zu warm. Doch ich wollte weiter reiten. Energisch ritt ich Bella vorwärts, wechselte wie Megan durch die ganze Bahn und versuchte mein Pferd so gut es ging zusammenzuhalten. "Abteilung im Arbeitstempo Galopp!", rief Frau Lodrig nun, "An der nächsten langen Seite die Galoppsprünge verlengern!" Wir galoppierten an. Golden Flashlight hatte eine große Galoppade und schien förmlich zu schweben. Ich hatte das Gefühl Bella und ich donnerten nur wie eine wilde Horde hinterher. Als wir die Sprünge an der nächsten langen Seite verlängerten dachte ich wirklich für einen Moment, dass Megans Pferd Flügel bekommen hatte, so leichtfüßig galoppierten sie uns davon. Ich gab Bella eine halbe Parade, machte sie aufmerksam für das was kam und ließ sie dann ihre Galoppsprünge ebenfalls verlängern. Damit war ich auch ziemlich zufrieden, denn als Springpferd gehörte zulegen und zurüchholen einfach dazu. Und was das anging war Bella einfach rittig. Klar, wir konnten mit der in der Sonne golden leuchtenen Stute mit den langen, schlanken Beinen nicht mithalten, aber das mussten wir auch nicht.
Nachdem wir noch ein paar anderen A-Lektionen geritten waren, durften wir endlich wieder leichtraben und den Pferden die Zügel aus der Hand kauen lassen. Bella schnaubte zufrieden und schüttelte einmal den Hals. Golden Flashlight steckte sich in die Tiefe, ihr Maul war voller Schaum. Vögel flogen über uns hinweg und wir konnten Eds Stimme hören, der auf dem Springplatz gerade Will und Kasmir Unterricht gab. Ich klopfte meinem Pferd zufrieden den Hals, sie gab sich wirklich Mühe. Die Sonne schien warm auf meine Haut und ließ meine Stiefel im Licht glänzen. "Das habt ihr wirklich ordentlich gemacht", sagte Frau Lodrig zufrieden, als wir vor ihr anhielten. Ich lobte mein Pferd nochmlas, wenn wir so weiter machen würden, konnten wir vielleicht wirklich noch was in der Dressur reißen. Denn die war endeutig die schlechteste Disziplin für das Tunier im September. "Ich glaube Flashlights Kopf ist immer zu tief", warf Megan frustiert ein, "Dadurch fehlt ihr einfach der Ausdruck" War das ihr ernst? Gut, dass sie meine Gedanken nicht gehört hatte, wo ich ihr Pferd eben noch in den Himmel gelobt hatte. "Nein, ihr Kopf ist gut so", meinte Frau Lodrig bestimmt, "Deine Stute ist noch jung, da darf man es auch nicht übertreiben" Megan schnaubte nur frustiert, "Aber ich habe das Gefühl ihr fehlt einfach das gewisse etwas. Sie wird doch bei den Massen von Tunierpferden komplett untergehen" Ich konnte sie nur anstarren, sie hatte Probleme. Während ich noch hoffte alle Lektionen korrekt reiten zu können, hatte sie immer noch das Gefühl zu wenig zu geben? "Setz dich nicht immer so unter Druck Megan", warf Frau Lodrig nun ein, "Du musst euch Zeit lassen. Du hast ein tolles und bildhübsches Pferd, ihr werdet nicht in der Masse untergehen. Vorallem nicht wenn du so reites wie heute" Ich schaute Megan von der Seite an, sie sah immernoch etwas frustriert aus. Will hatte uns mal erzählt, dass Megan viel Druck von zu Hause bekam, aber ich glaubte zum Teil war es auch selbstgemachter Stress. Wir waren noch nicht allzu lange hier und würden für drei Jahre bleiben, wenn Megan so weiter ritt würde sie eine tolle reiterliche Zukunft haben. "So und jetzt bringt die Pferde weg, sie haben gut mitgearbeitet", sagte Frau Lodrig nun entschieden. Wir nickten und ritten vom Platz. Megan klopfte ihr Pferd kurz den Hals und ließ es dann am langen Zügel neben Frau Lodrig zurück zum Hof gehen. "Aber so einen Ausdruck und so ein Vermögen wie Black Shadow wird Flashlight nie haben", sagte sie getrade zu Frau Lodrig. Doch die sah sie nur streng an, "Aber was nützt einem das schönste und beste Pferd, wenn man es nicht mehr reiten kann? Black Shadow wurde das zum Verhängnis und muss jetzt mit den Folgen davon leben"
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Black Shadow - Gefunden
مغامرةDer Wind peitschte mir in die Augen und der Regen durchnässte meine Kleidung, aber das spührte ich alles kaum. Denn in diesem Moment gab es nur mich und dieses unberechenbare schwarze Pferd, das mich aus wilden Augen anstarrte... Ich habe es geschaf...
