Kapitel 22

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Harry

Nachdem Hermine das unangenehme Schweigen unterbrochen hatte erzählte mein Freund von seiner Zeit nach dem Krieg. Wie er mit seinen Eltern wegging, weil sein Dad sich verstecken musste. Draco war mit seiner Mutter zurück gekehrt, aber sein Dad floh. Wie viel er über alles nachdachte. Wie frei er sich plötzlich fühlte. Aber auch wie schlecht es ihm noch eine Zeit lang ging. Auch er litt unter seiner Vergangenheit. Seine Mutter half ihm durch diese schwierige Zeit. Somit fasste er den Mut ein neues Leben zu beginnen.
„Ich dachte lange über das nach, was ich früher gemacht habe. Wie ich mich verhalten habe. Dass ich nie richtige Freunde hatte, weil ich sie nur eingeschüchtert habe. Sie waren nie meine wahren Freunde." er senkte den Blick. „Ich hatte niemals Freunde. Ich stand unter großem Druck und hatte einfach nur Angst....."
Er tat mir leid. Draco saß links neben mir auf dem Kies. Mit der rechten Hand auf seiner Wange, drückte ich seinen Kopf langsam auf meine Schulter. Die Linke hielt er mit beiden Händen fest in seinem Schoß.
„Ich glaube es reicht für heute mit solchen Themen.", sagte ich schließlich. Ich wollte nichts negatives mehr hören. Also wechselte ich das Thema.
„Habt ihr schon Outfits für den Halloween-Ball?"
Hermine fing sofort an von ihrem zu erzählen und schwärmte dabei, wie gut es zu Rons passte. Anna starrte die ganze Zeit nur nachdenklich auf den See, bis sie schließlich aufstand und sich einige Meter entfernt ans Wasser setzte. Draco sah mich fragend an, aber ich zuckte nur mit den Schultern. Hermine schien es gar nicht mitbekommen zu haben, so sehr schwärmte sie von ihrem Kleid. Entschlossen drückte ich kurze Dracos Hand bevor ich sie los ließ, um zu Anna zu gehen.
Ich war mir sicher, dass sie meine Schritte auf dem Kies hörte, aber sie reagierte nicht. Mit angezogenen Beinen saß sie da und hatte ihr Kinn auf die Knie gelegt. Ohne etwas zu sagen, setzte ich mich neben sie. Wir starrten gemeinsam auf die untergehende Sonne, die sich im Wasser spiegelte. Der Himmel färbte sich orange und rosa. Es war ein beeindruckendes Bild mit den Wäldern nebenan.
„Möchtest du mit mir sprechen?", fragte sie ich nach einigen Minuten. Kurz hob sie ihren Kopf an, um ihn anschließend mit dem Gesicht nach unten auf die Knie zu legen.
Als sie nach einigen Minuten noch immer nichts sagte, stand ich auf, legte ihr meine Jacke, die ich kurz zuvor ausgezogen hatte, über die Schultern und ging zurück zu den anderen. Drei fragende Gesichter sahen mich an.
„Hermine kannst du mal mit ihr sprechen? Ich weiß nicht was los ist, aber sie sagt auch kein Wort...", flehte ich sie an.
„Ich weiß was mit ihr los ist.", sagte sie ruhig.
„Echt?", fragte Draco erstaunt. Erwartungsvoll sahen wir zu Hermine.
„Ich bin doch nicht blind. Es ist offensichtlich."
„Was?", fragte ich.
„Sie ist verliebt."
„Okay und was ist daran jetzt so schlimm?", fragte diesmal Ron. Im Augenwinkel sah ich wie Draco den Blick senkte.
„Es ist weniger die Tatsache, dass sie verliebt ist, sondern eher die Person."
„Jetzt hör doch mal auf in Rätseln zu sprechen und sag wer es ist."
„Ja, genau!", bestätigte ich Rons Aussage.
„Meint ihr nicht, dass es ihre Sache ist, ob sie es uns erzählen will?"
Hermine Aussage brachte mich zum Nachdenken. Sie hatte recht.
„Aber was kann man denn da machen? So kann es doch nicht weiter gehen.", fragte ich unsicher.
„Abwarten, bis sie auf uns zu kommt. Wenn sie bereit ist wird sie schon mit uns sprechen.", gab Hermine zu bedenken.

After war of WizardsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt