Draco
Als ich aufwachte, lag Harry bei mir. Ich war ganz sicher, dass er gestern Abend noch in seinem Bett lag. Und ich hatte auch keinen Alptraum.
Er musste sich in der Nacht wohl einfach in mein Arm gelegt haben, ohne dass ich es mitbekam. Sein Kopf lag auf meinem Bauch und sein linker Arm war um meine Hüfte geschlungen. Vorsichtig griff ich nach der Decke, die hinter ihm lag und deckte ihn zu.
„Guten Morgen.", sagte Ron grinsend. Ich hatte nicht gemerkt, dass er schon wach war.
„Guten Morgen.", flüsterte ich.
„Gut geschlafen?". Er hatte mal wieder diesen provokanten Unterton in der Stimme und die Augenbrauen hochgezogen.
„Ja", lachte ich leise und sah zu Harry runter. „Und du?"
„Wie ein Baby."
„Schläfst du denn überhaupt mal schlecht?"
„Selten.", sagte er stolz. Harry hatte recht. Wenn er schlief, schlief er wie ein Stein.
Er saß in seinem Bett und blätterte in einem Buch, während ich einfach nur da lag und über alles mögliche nach dachte. Mein rechter Arm stütze meinen Kopf, während der Linke auf Harrys Rücken ruhte.
Heute würden wir zu meiner Mum reisen. Ich hatte sie lange nicht gesehen und freute mich sehr darauf, dass Harry sie richtig kennenlernen konnte. Die letzten Tage bei den Weasleys haben mir wirklich gefallen. Anna nannte es „liebevolles Chaos". Und das traf es auf den Punkt. Irgendwie war alles ein wenig chaotisch, aber an Liebe und Fürsorge mangelte es nie. Sogar mir gegenüber. Jeden Morgen, wenn ich in die Küche kam, drückte mir irgendwer einen Tee in die Hand. Manchmal Molly, manchmal Ron und einmal sogar Ginny. Mit Remus konnte ich mich auch gut unterhalten und sie schienen mich alle zu akzeptieren. Ob sie die Vergangenheit vergessen würden, wusste ich nicht, aber ich bekam eine zweite Chance.Harry fing an sich zu bewegen und fuhr mit seiner linken Hand, unter meinem Shirt, über den Bauch.
„Harry!", sagte ich erschrocken.
„Was?", nuschelte er.
„Deine Hand ist verdammt kalt.", sagte ich lachend und sah zu ihm runter.
„Ja. Deshalb liegt sie ja jetzt auch auf deinem Bauch."
„Na danke."
Meine rechte Hand fuhr durch seine strubbeligen schwarzen Haare, während er eine kalte Spur auf meinem Bauch zeichnete.
„Machen wir gleich ein bisschen Sport?", fragte er leise. „Ich fühle mich heute danach."
„Du bist gerade mal eine Minute wach, hast nicht mal die Augen auf und denkst daran gleich Sport zu machen?"
Manchmal wunderte ich mich über seine Gedankengänge.
„Ja. Ich habe richtig Lust darauf. Wir haben ewig kein Sport gemacht."
„Das letzte mal ist vielleicht eine Woche her. Das nennst du ewig?"
„Ja. Ewig. Ich hätte auch nicht gedacht, dass man es so schnell vermisst.", schmunzelte er und legte seinen Handrücken auf meinen Bauch.
„Harry! Das ist kalt."
„Ich weiß.". Ich konnte sein grinsen förmlich spüren. Langsam richtete er sich auf und sah mir in die Augen. „Wofür ist es denn gut einen Freund zu haben, wenn nicht dafür."
„Wir werden ja sehen was du sagst, wenn ich meine kalten Hände an dir wärme.", sagte ich provokant.
„Unmöglich...", sagte er und schüttelte grinsend den Kopf. „Du hast nie kalte Hände."
„Glück für dich!"
Es stimmte. Es kam nicht oft vor, dass meine Hände mal kalt waren. Generell strahlte ich eine innere Hitze aus.
Harry stand auf und ging um mein Bett herum auf seines zu. Und auf einmal lag er auf dem Boden.
„Was ist passiert?", fragte Ron.
„Das nennt sich Karma.", lachte ich.
„Klappe Dray.", sagte er gespielt wütend. Blöderweise lag seine Brille auf seinem Nachttisch und nicht auf meinem, weshalb er erstmal über meine Tasche stolperte. Seufzend richtete er sich wieder auf und zog seine Brille an.
„Wer stellt auch seine Tasche mitten auf den Boden."
„Ich meine mich daran zu erinnern, dass du sie da gestern hingestellt hast, Harry.", mischte sich Ron ein.
„Es ist passiert.", sagte er und sah zwischen uns hin und her. „Ihr habt euch gegen mich verschworen.". Wir warfen uns verschwörerische Blicke zu. Harry schüttelte nur lachend den Kopf und holte sich etwas zum anziehen aus der Tasche.
„Warum hast du eigentlich kein Shirt an?", fragte ich verwundert.
„Mir war warm. Du bist eine wandelnde Heizung, Dray."
„Und trotzdem hast du kalte Hände", gab ich zurück.
„Meine Heizung hat ihre Arbeit nicht so gut gemacht.". Er zuckte mit dem Schultern, woraufhin ich ihn mit einem Kissen bewarf.
„Ihr beiden...", schmunzelte Ron.
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After war of Wizards
FanfictionNach der Schlacht, kehren einige Hexen und Zauberer zurück, um das 7. Jahr in Hogwarts zu beenden. Doch die Folgen des Krieges sind nicht zu leugnen. Wie geht man als 18-jähriger mit den Folgen um? Und was passiert, wenn mal nicht viel passiert? Sin...