Kapitel 2

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Harry

Heute war der erste Tag seit einer Weile, dass ich ein wenig Hoffnung hatte, alles könnte wieder normal werden. Nachdem Anna mir morgens zugerufen hatte, dass sie mit Ron und Hermine unterwegs war, beschloss ich mein Zimmer zu verlassen. Ich ging ins Bad und duschte, zog mich um und frühstückte etwas. Mein Appetit war gestern Abend zurückgekehrt. Es war komisch. Ich hatte das Gefühl, dass ich ewig keinen mehr hatte.
Es klopfte.
„Harry. Essen ist fertig.", hörte ich Anna durch die Tür rufen. Wie jeden Abend. Nur reagierte ich nie... Jetzt auch nicht. Sie drehte langsam den Türknauf und öffnete die Tür einen Spalt. An ihrem Gesichtsausdruck konnte ich ihre Überraschung, über die offene Tür, erkennen.
„Hey.", sagte sie vorsichtig und trat einen Schritt weiter ein. Ich saß gerade am Fenster, als ich ihr antwortete: „Hey".
„Es ist schön dich zu sehen", sagte sie leise. Darauf antwortete ich nicht.
„Kommst du runter und isst mit mir zu Abend? Ich möchte ungern alleine essen.", versuchte sie es ein weiteres Mal. Ohne etwas zu sagen stand ich auf, lächelte Anna an und ging auf sie zu.
„Okay"
Offensichtlich wusste sie nicht was sie antworten sollte. Wir standen beide in der Tür und warteten darauf, dass der andere sich bewegte. Schließlich nahm sie meine Hand und zog mich mit sich runter in die Küche. Wir setzten uns an den Tisch der bereits für zwei Gedeckt war.
„Deckst du jeden Abend für uns beide?",fragte ich erstaunt. Sie nickte traurig. Erst jetzt wurde mir bewusst wie sehr ich sie mit meinem Verhalten verletzt hatte.
„Anna. Es tut mir leid. Ich.. ich weiß nicht was ich sagen soll...", begann ich.
„Harry es ist okay. Du hast viel durchgemacht."
„Du aber auch. Remus..."
„Du musst endlich verstehen, dass es nicht deine Schuld ist.", sagte sie mit fester Stimme. Ich antwortete ihr nicht. Es war meine Schuld. Alle die wir verloren. Nur wegen mir. Aber es würde jetzt nichts bringen mit Anna zu diskutieren. Weil ich ihr nicht in die Augen sehen konnte, senkte ich meinen Blick.
„Hermine, Ron und ich werden das 7. Schuljahr nachholen.", sagte Anna. Ich wusste nicht wie ich darauf reagieren sollte, also starrte ich sie einfach nur an.
„Wir haben dich auch angemeldet. Und bevor du etwas sagst, deine Schulsachen haben wir auch schon besorgt."
„Ihr habt was?"
„Wir fanden, dass das der einzige Weg ist, um wieder ein relativ normales Leben zu führen."
„Ihr hättet nicht einfach über meinen Kopf hinweg entscheiden dürfen.", sagte ich wütend.
Jetzt wurde auch sie wütend.
„Was hätten wir denn machen sollen? Sag es mir! Du hast dich Tagelang in deinem Zimmer eingeschlossen und bist nicht raus gekommen. Hätte ich einfach nach Hogwarts verschwinden sollen und dich hier alleine verhungern lassen? Sag es mir! Du hast dich von Ginny getrennt und mit niemandem gesprochen...". Den letzten Satz sagte sie so leise, dass ich es kaum verstand.
„Du hast recht.", gab ich ebenso leise zurück.
„Was?"
„Du hast recht.", sagte ich jetzt lauter und schaute ihr direkt in die Augen. Sie hatte recht. Ich hatte alles ignoriert und wollte nur alleine sein. Ich habe mir keine Gedanken um die anderen gemacht.
„Ich komme mit.", sagte ich schließlich. Im Augenwinkel sah ich wie Anna lächelte.

After war of WizardsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt