Mutterfreuden...

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Das Radio lief und es dröhnte Sex on Fire aus den Boxen, während wir auf dem Heimweg von unserem turbulenten Tagen in den Bergen waren. Ich saß neben Haven im Auto und schwieg. Ich hätte schreien können. Nieeee wieder Sex...!" Es tut mir leid!", Haven drehte das Radio leiser. Ich gab ihm keine Antwort und sah aus dem Fenster. Schneeflocken wirbelten um das Auto herum und wir fuhren auf irgend einer Landstraße im Nirgendwo, Richtung London. "Hörst du mir zu?", bedachtsam legte er seine Hand auf mein Knie. "Hmmm...es tut dir leid!", murmelte ich und war noch immer in Gedanken ganz wo anders. "Es war so töricht von mir....Ich hätte nicht so ein Einfaltspinsel sein sollen und an das Kontrazeptivum denken müssen bevor wir...", er sah weiter auf die Straße. "...SEX hatten?", vollendete ich seinen Satz und dachte darüber nach ob er mit Kontrazeptivum, Kondome, oder Verhütungsmittel meinte. "Ja, die meine ich!", zermürbt schweifte sein blick kurz zu mir und dann wieder auf die Straße. Na super, jetzt fühlte mich gleich noch etwas schlechter. Ich war nicht nur mit diesem tollen Sex, den wir hatten um den Verstand gebracht worden, nein ich hatte jegliches Verantwortungsgefühl verloren und von meiner derzeitig nicht vorhandenen Intelligenz, wollte ich gar nicht erst anfangen. Es war frustrierend wie schnell sich ein Mann in mein, ach so organisiertes Leben geschlichen und mir förmlich den Verstand raus gevögelt hatte. Innerlich stöhnte ich auf und bemerkte wie allein der Gedanke an ihn und diese widerliche Sache, namens Beischlaf mich kribbelig machte. "Könntest du bitte die Heizung runter drehen?", fragte ich und wollte nicht über das Thema Kinder, heiraten, oder sonst noch etwas nachdenken. Es war mir zu viel. Besorgt blickte Haven zu mir und hielt den Wagen an einer Haltebucht an. Einfühlsam strich er mit seiner Hand über meine Stirn. "Honey, du glühst ja!" stellte er erschrocken fest. „Ich werde dich sofort wenn wir ins London angekommen sind ins Krankenhaus fahren. Nicht das es mit der Distorsion, deiner Hand zu tun hat!", mutmaßte er vorschnell, bog wieder auf die Straße und gab Gas. Mir persönlich war mittlerweile alles Wurst, denn an mein blödes Handgelenk, hatte ich seit sich die Ereignisse überschlagen hatten, um ehrlich zu sein, nicht mehr Gedacht. Hauptsache ich war nicht schwanger, alles andere nahm ich gerne in Kauf! Im St. Mary's Hospital, machte Haven ein riesen Tam Tam, um meine Hand, das Fieber das immer höher stieg und meine eventuelle Schwangerschaft. Weil natürlich dort auch die Huntiontons dort keine Unbekannten waren,- Sam und sein Vater hatten dort Studiert und ihre Approbation erhalten,-untersuchte mich diesmal sofort der Chefarzt. An meiner Hand waren keinerlei Abnormalitäten fest zu stellen und was das Fieber betraf, tippte dieser auf, sich eine anbahnende Erkältung oder Grippe. Haven war außer sich vor Sorge und verlangte, sofort mit einem Oberarzt der gynäkologischen Abteilung zu sprechen. Er wollte alle Ungereimtheiten, was mich betraf sofort abklären lassen. Peinlicher ging es wohl kaum noch. Nicht nur das er komplett überzogen reagierte, nein , er führte sich auf wie der König von England persönlich! Selbst als der zuständige Orthopäde, Dr. Brown, der meine Hand sich nochmals ansah, musste lachen, als er Havens wahnwitzige Phantasie zu hören bekam. Er versicherte ihm mehrmals, dass man von einer Schwangerschaft kein Fieber bekam. Haven betrachtete ihn skeptisch, aber Dr. Brown, klärte ihm, das er aus eigener Erfahrung, und er war selbst Vater von vier Kindern, dies ganz bestimmt ausschließen konnte. Gewissenhaft versuchte auch er ihm ganz sachgemäß, zu erklären, dass es sich bei den Symptomen, die sich bei mir anbahnten, wohl eine starke Erkältung handeln würde. Haven lies trotzdem nicht locker, nein er wollte diesen Verdammten Höhlenforscher sprechen, auf Teufel komm raus! Jetzt saßen wir tatsächlich in einem dieser Zimmer mit diesem Netten Stuhl auf den man klettern musste um sich wie ein Kalb von allen Seiten untenrum betrachten zu lassen und redeten kein Wort mehr miteinander. Es hätte auch nichts gebracht Haven noch einmal umstimmen zu wollen. So einen Verdammten Dickschädel wie ihn hatte selbst ich noch nicht kennengelernt.

Quälende 45 Minuten des Wartens, verbrachten wir dort, bis auch Dr. Oberarzt Höhlenforscher Dr. Bean, der allerdings nicht aussah, wie der bekannte Mr. Bean, eher wie eine Mischung aus George Clooney und Sean Connery, sich Havens immer verrückter werdende Theorie anhörte und große Augen machte. Einmal los gelassen redete Mr. Steel sich um Kopf und Krawatte und ich wurde immer kleiner in meinem Stuhl. Dr. Bean hatte wohl nerven aus Stahl, denn nach quälenden 15 Minuten, der Erörterung meiner Symptome, seiner Bedenken und wann wir alles ungeschützten Beischlaf hatten, erklärte ihm endlich der Arzt, dass man eine Schwangerschaft, in diesem frühen Stadium noch gar nicht so recht erkennen konnte. Jetzt war Haven brummig. Damit hatte er nicht gerechnet, er wollte unbedingt, dass ich mich auf diesen Folterstuhl setzen sollte um mich, in seinem Beisein, untersuchen zu lassen. Verdammt, hatte ich denn hier gar nichts mehr zu sagen? In meinen schrecklichen Gedanken sah ich ihn, mit einem Kleinkind auf dem Schoß und wie er ihm erklärte, was eine Steuererklärung war und wie wichtig diese für die Gesellschaft und den Staat ist....Das war zu viel! Trotz meiner Angeschlagenheit, sammelte ich den letzten Rest Kampfgeist und mischte mich ein. Ich weigerte mich eine Untersuchung über mich ergehen zu lassen, die sowieso noch nichts brachte und auf keinen Fall, vor seinen Augen,mir da unten einen Ultraschall machen lassen. Sollte ich schwanger sein, dann war es eben so...und wenn nicht ...dann nicht, aber jetzt wollte ich nur hoch heim und mich hinlegen, denn das Drehen in meinem Kopf nahm stetig zu. Säuerlich gingen wir beide, nachdem ich mich nochmals bei Dr. Bean, für Havens Überempfindlichkeit entschuldigt hatte, aus dem Krankenhaus. "Warum hast du diese Ultraschall Untersuchung nicht machen lassen??...Dann wüssten wir, jetzt ob du ein Kind erwartest oder nicht!", beleidigt steckte sich mein motziger Freund die Hände in die Jacke und stapfte durch den Schnee. Ich blieb stehen "Sag mal hast du dem Arzt nicht zugehört....??? Das kann man noch nicht sagen, nach so kurzer Zeit!", maulte ich rum. Man ging der mir auf den Geist. "Aber ....", versuchte er sich zu Verteidigen. Ich sah ihn böse an. "NIX DA ABER!", rüffelte ich drauf los und ein dumpfer Schmerz zog mir durch den Unterleib. "Ahhhhh aua...mist da!", ich fasste mir vor den Bauch. Erschrocken nahm er meine Hand weg und legte seine drauf. "Abbie...was ist...?"und rieb mir über die schmerzende Stelle. "Es tritt!", antwortete ich sarkastisch und Haven sah mich erschrocken an. "War ein Scherz.....du glaubst auch alles...komm bitte fahr mich heim, mir geht's nicht gut!", bat ich und wollte nur noch ins Bett. "Zu mir oder zu dir?", fragte er als wir im Auto saßen und er los fuhr. "Zu mir ....aber mit dir!" antwortete ich, nahm seine Hand von der Gangschaltung und küsste sie. Ich wusste er war manchmal unmöglich aber, ich brauchte Ihn. Er war schließlich mein Geliebter, Freund, Verlobter...nein....mein Mann!

parallel Lost&Found! Band1 Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt