Kapitel 78

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Wir folgten Moody zu seinem Büro. Wehmütig dachte ich an Remus. Letztes Jahr hatte dieses Büro noch ihm gehört. Mein zweites Schuljahr schien mir schon wieder so weit entfernt. War es wirklich noch nicht einmal ein Jahr her, dass ich Sirius' Unschuld bewiesen hatte?

Das Büro unterschied sich komplett von dem von Remus. Überall standen komische Gerätschaften herum. Es war kaum Platz und das Licht schien auch nicht ganz so hell und einladend zu sein. Ich blickte wieder zu Moody und hätte fast aufgeschrien. Der Typ nahm sein eines Bein ab und legte es auf eine Halterung. Mich schauderte es.

"Das ist ein Feind Glas", meinte Moody und zeigte auf eine Art Spiegel. Was redete der denn jetzt schon wieder? "Damit behalte ich meine Gegner im Blick. Wenn ich das Weiße in ihren Augen sehen kann, stehen sie unmittelbar hinter mir."

Plötzlich ruckelte die Kiste neben mir heftig und jemand schien zu brüllen. Erschrocken quitschte ich auf und tat einen Satz hinter Harry. Auch sein Kopf war zu der Truhe gefahren. Vorsichtig lugte ich hinter seinem Rücken hervor, als es vorbei war. "Ich verrate euch lieber gar nicht, was da drinnen ist. Ihr würdet es sowieso nicht glauben."

"Also. Wie löst ihr die Sache mit euren Drachen?" "Oh, ähm. Wissen Sie, ich dachte ich könnte..." Jup, Harry hatte keinen Plan. Genauso wie ich. "Setzt euch", forderte Moody und zeigte auf zwei Hocker. Brav setzten wir uns vor ihn.

"Ich sag euch was, Potters. Euer Kumpel Diggory. Im vierten Schuljahr konnte der eine Pfeife in eine Uhr verwandeln, die einem die Zeit vorsingt. Miss Delacour ist ebenso wenig ein Prinzesschen wie ich eins bin. Und was Krum angeht. Sein Kopf ist vielleicht mit Holzwolle gefüllt, aber der von Karkaroff sicher nicht. Die werden eine Strategie haben. Eins steht fest. Natürlich spielen sie Krums Stärken aus. Kommt schon Potters. Was sind eure Stärken."

"Fliegen!", rief ich sofort. Sowohl Harry als auch Moody fuhren zu mir herum. "Ja genau. Aber wir dürfen doch keinen Besen dabei haben", warf Harry ein. "Wozu hast du einen Zauberstab?", grinste Moody.

Die nächsten Tage und Wochen verbrachten Harry und ich damit den Aufrufezauber zu lernen, zu üben und zu perfektionieren. Hermine half uns so oft es ging und ich wurde außerdem von Colin und Ginny unterstützt. Nebenbei kamen immer mal wieder auch die Zwillinge vorbei, die fleißig ein Attentat auf Crouch planten, weil der Harry und besonders mich als Teilnehmer behalten hatte.

Kurz vor Beginn der ersten Aufgabe schaffte ich endlich einen halbwegs gelungenen Accio. Und das, obwohl das erst Stoff des vierten Jahres war. Stolz war ich, ja. Aber ich hatte auch Zweifel. Würde das überhaupt reichen? Was, wenn mir der Accio während der Aufgabe nicht gelang? Und welchen Drachen würde ich bekommen?

Ich bekam immer mehr Angst. Schlafen fiel mir schwer. Albträume suchten mich oft heim. Sirius und Remus schrieben mir oft Briefe und sicherten mir zu, dass ich das schaffen könnte. Und obwohl anscheinend die ganze Zauberei Welt an mich glaubte, war ich mir sicher zu sterben. Ich würde das niemals schaffen!


Harry Potter und seine kleine SchwesterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt