Am nächsten Tag sollten wir Champions uns unsere Schuluniformen anziehen und dann von Rita Kimmkorn interviewt werden.
Wir trafen uns in der Kammer, in der wir auch gestern gewesen waren. Ein Mann bastelte an einer Kamera herum und Rita Kimmkorn stellte bzw. setzte uns an die richtige Position. So kam es, dass Fleur und ich auf zwei Stühlen saßen und hinter uns Viktor, Cedric und Harry. Ich fühlte mich alles andere als wohl. Der Gedanke, dass ich sterben könnte, hatte sich in meinem Kopf festgesetzt. Nur mit Mühe brachte ich ein Lächeln zustande.
"Welch eine charismatische Gruppe. Hallo. Ich bin Rita Kimmkorn. Ich schreibe für den Tagespropheten. Aber das dürfte bekannt sein oder? Und jetzt sollt ihr bekannt gemacht werden." Rita schüttelte uns allen die Hand. Mensch, diese Frau war viel zu eingebildet.
"Ihr seid die fette Schlagzeile. Welche Abgründe lauern hinter diesen rosigen Wangen." Sie strich Fleur über die Wange und schlug dann sachte darauf. Bevor sie dasselbe bei mir tun konnte, stand ich schnell auf und ging hinter Harry in Deckung. Ich mochte diese Frau einfach nicht.
"Welche Geheimnisse werden von diesen Muskeln versteckt. Welcher Mut schläft unter dieser Frisur." Sie zog Cedric an den Haaren und legte dann ihre Arme um Harry und ihn. "Kurzum: Wie ist ein Champion gestrickt? Meine Wenigkeit möchte das wissen. Ganz zu schweigen von meinen eifrigen Lesern. Also? Wer möchte mir etwas preisgeben?"
Sie schaute erwartungsvoll in die Runde und wir alle blickten unauffällig wo anders hin. Bitte nicht ich. Bitte nicht ich. Bitte nicht... "Dann nehmen wir zuerst die Jüngste. Entzückend." Rita griff nach meinem Arm und zog mich in eine kleine Kammer. Ich warf noch einen Hilfe suchenden Blick zu den anderen, aber es half nichts.
"Kuschelig, nicht?" "Hm." Ich fühlte mich ganz und gar nicht wohl. "Ich darf doch meine Flotte-Schreib-Feder benutzen, nicht?" "Ähm, klar", stammelte ich, während wir uns setzten. Oh bitte, lass das schnell vorbei sein.
"Also Luna. Hier bist du. Du bist ein Mädchen von 12 Jahren..." "13. 13 Jahre." Diese komische, selbst schreibende Feder war mir wirklich suspekt. Rita ignorierte meinen Einwand und machte einfach weiter. "In Erwartung eines Wettstreits gegen vier Schüler, die nicht nur weitaus mehr emotionale Reife aufweisen und Magie beherrschen, die du dich nicht mal in deinen tollsten Tagträumen traust, sondern von denen auch noch einer dein Bruder ist. Besorgt?" Die Feder schien mich anzuschauen, was das Ganze nicht unbedingt besser machte.
"Ähm. Schon." "Andererseits bist du keine gewöhnliche 12-Jährige... " "13." "Deine Geschichte ist Legende. Glaubst du das Trauma deine Vergangenheit weckte bei dir diese Entschlossenheit ein so gefährliches Turnier anzutreten?" "Ich hab kein Trauma. Und ich wollte nie an dem Turnier teilnehmen", erklärte ich und beobachtete die Feder. Irgendwie war sie ja auch schon cool.
"Natürlich nicht. Angenommen deine Eltern würden noch leben, glaubst du sie wären voller Stolz oder Sorge, was sich hinter deinem Benehmen verbirgt. Pathologische Sucht nach Beachtung oder krankhafter Todeswunsch." "Ähm." Diese Frau redete einfach zu viel und zu kompliziert. "Ich denke wenn meine Eltern noch leben würden, müsste ich jetzt gar nicht hier sein", giftete ich sie an. "Ich denke das Interview ist beendet", schob ich noch hinterher und stand schnell auf.
Rita seufzte und ging mit mir nach draußen. Bevor einer auch nur ansatzweise etwas sagen konnte, schnappte sie sich Harry und verschwand mit ihm in der Besenkammer. "Diese Frau. Diese verdammte Frau. Die ist doch nicht mehr ganz richtig in der Birne", regte ich mich auf. "Viel Glück", wünschte ich den anderen noch und verschwand dann schnell in die große Halle. Gleich war es Zeit für das Mittagessen.
"Luna!" "Hey, Luna." Colin und Ginny ließen sich neben mich fallen. "Und? Wie war es?", wollte Ginny wissen. "Oh, diese Frau! Sie redet dümmeres Zeug als irgendjemand anderes. Und sie ist so von sich überzeugt. Eingebildet. Einfallerisch. Wie auch immer", regte ich mich auf. "Hey Luna, komm runter. Ist ja nichts passiert", meinte Colin und legte mir einen Arm um die Schulter, was mich tatsächlich etwas beruhigte. "Oh man", seufzte ich und begann auch endlich zu essen.
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Harry Potter und seine kleine Schwester
FanfictionLuna Lily Potter. Ein kaum bekannter Name. Sowohl in der Welt der Muggel als auch in der Zaubererwelt. Wenn man bedenkt, dass ihr großer Bruder eine Berühmtheiten ist. Doch Luna war damals in dieser verhängnisvollen Nacht auch nur ein paar Tage alt...
