Wir hatten uns umgezogen und fertig für den Tag gemacht. Getrennt, versteht sich. Nun saß ich auf dem großen Bett und las ein Buch, dass Colin mir in den Ferien geschickt hatte. Ja, wir hatten regen Briefkontakt gehalten. Er hatte mir ein paar Aufnahmen geschickt, die er in Hogwarts gemacht hatte, und wir hatten uns immer viel erzählt. Ich mochte ihn wirklich gern. Ich hatte ihm auch geraten seine Kamera dieses Jahr nicht mitzunehmen. Er hat gemeint, er würde sie auf jeden Fall mitnehmen. Nur, ob er sie noch überall hin mitschleppt, das überlegte er sich nochmal. Dieses Buch hatte er mir dann vor einigen Tagen zukommen lassen. Beinahe hätte es Onkel Vernon mitbekommen, aber ich konnte es retten. Es war ein Buch über Magische Tierwesen mit vielen sich bewegenden Bildern. Ich liebte es!
Harry stand am Fenster. Und apropos Harry. Sein Buch machte komische Geräusche. Es war das größte, hatte eine Art Fell als Einband und war mit einem Gürtel fixiert. Komisches Buch. "Harry. Dein komisches Buch macht komische Geräusche", meinte ich und schaute von dem Bild eines Hippogreifs auf zu Harry. Dieser drehte sich vom Fenster weg und schaute sich sein Buch genauer an.
Harry entfernte den Gürtel, hob das Buch hoch und wollte es aufmachen. Plötzlich jedoch verwandelte sich das Buch in ein selbstständig denkendes Wesen, das Harry beißen wollte. Ich quickte auf und ließ vor Schreck mein eigenes Buch auf das Bett fallen. Harry ließ sein Monster Buch ebenfalls fallen und stolperte zu mir aufs Bett. Ich schaute über den Bettrand hinaus und sah gerade noch so, wie das Buch unter dem Bett verschwand.
"Was. War. Das?", fragte ich atemlos. "Buch für Pflege magischer Geschöpfe, glaube ich. Hast du erst nächstes Jahr", erklärte Harry. "Na bei dem Buch bin ich ganz froh drum", lachte ich. Ich schaute unters Bett. Das Monster Buch lag friedlich da. Aber, oh man, das sah schrecklich aus. Plötzlich wurde es wieder aktiv und Harry zog mich schnell wieder nach oben. Das Buch sah sich kurz um, nur um dann wieder unter dem Bett zu verschwinden. "Monster Buch", murmelte ich.
Harry zog seinen Schuh aus und warf ihn auf den Boden. Sofort kam das Buch unter dem Bett hervor, um den Schuh zu mampfen. In dem Moment sprang Harry auf das Buch drauf und hielt es fest. "Schnell. Der Gürtel", meinte Harry. Ich sprang vom Bett auf, schnappte mir den Gürtel und band ihn um das Buch, das nun endlich Ruhe gab.
"Ich geh runter. Kommst du mit?", fragte Harry. "Jap", meinte ich und zog mir wie Harry eine Strickjacke über. Dann traten wir beide aus dem Zimmer und liefen zur Schankstube.
"Ich warne dich Hermine! Halt deine fiese Bestie von Krätze fern oder ich verwandle sie in einen Teewärmer", hörten wir schon von oben Rons aufgebrachte Stimme, was uns schmunzeln ließ. "Er ist ein Kater, Ron. Das liegt in seiner Natur", meinte Hermine aufgebracht, während wir die Treppe zu ihnen nach unten liefen. "Ein Kater? Ich glaub die haben dich betrogen. Sieht mehr nach einem beharrten Schwein aus, wenn du mich fragst!" "Das sagt ausgerechnet der Besitzer dieser stinkigen Schuhbürste. Schon gut, Krummbein. Hör nicht auf den fiesen, kleinen Jungen." Ach, sie konnten es einfach nicht lassen. Mussten immer streiten.
"Harry. Luna", erkannte uns da endlich Ron, der uns zugewandt stand. Hermine drehte sich schwungvoll um. "Harry. Luna", wiederholte Hermine. "Hey ihr beiden", lachte ich und umarmte sie einmal. "Du hast aber einen tollen Kater", meinte ich und streichelte Hermines Kater. Krummbein hieß er glaube ich. "Danke, Luna", bedankte sich Hermine mit einem selbstgefälligen Grinsen in Rons Richtung.
"Ach was. Schaut mal lieber, wo meine Familie in den Ferien war", meinte Ron und zeigte auf einen Zeitungsartikel neben sich auf dem Tisch. "Ägypten! Wie ist es da so?", fragte ich, während ich begeistert auf das sich bewegende Foto schaute. "Super. Jede Menge altes Zeug. Mumien, Gräber. Sogar meinem Krätze hat's gefallen", schwärmte Ron. "Katzen waren für die Ägypter übrigens Gottheiten", erzählte Hermine. "Ja genau. Katzen und Mistkäfer", spottete Ron.
"Du gibst nicht schon wieder mit diesem Ausschnitt an, oder Ron." "Fred! George!", rief ich freudig, sprang auf und umarmte die beiden. "Hallo Luna." "Wie geht's denn so?" "Gut und euch? Ich hab euch vermisst." "Uns geht's auch...." ".... gut. Wir haben dich....." ".... auch vermisst." Dann wuschelten mir die beiden noch durch die Haare.
"Harry!", rief eine ältere Frau. "Misses Weasley." Harry stand auf und wurde sofort von Misses Wesley gedrückt. "Und du musst dann wohl Luna sein. Es freut mich ja so! Ich bin Molly Weasley. Und Mutter dieser Rasselbande. Das da drüben ist mein Mann Arthur." Und schon wurde auch ich in eine herzliche Umarmung gezogen. Schon kam auch Mister Weasley. "Harry und Luna Potter", begrüßte er uns und reichte uns die Hand. "Harry. Ich würde gerne kurz mit dir reden." Mister Weasley führte Harry weg. Ich ging schulterzuckend zu Ginny und unterhielt mich angeregt mit ihr über unsere Ferien.
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Harry Potter und seine kleine Schwester
FanfictionLuna Lily Potter. Ein kaum bekannter Name. Sowohl in der Welt der Muggel als auch in der Zaubererwelt. Wenn man bedenkt, dass ihr großer Bruder eine Berühmtheiten ist. Doch Luna war damals in dieser verhängnisvollen Nacht auch nur ein paar Tage alt...
