Kapitel 12

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Sicht Harry

Ich wurde durch die Stimme und ein darauf folgendes leises Schluchzen geweckt. Ich drehte meinen Kopf und sah Luna, die sich unruhig hin und her wälzte und weinte. Vorsichtig stand ich aus meinem Bett auf und legte mich neben Luna. Sofort klammerte sie sich an mich und legte ihren Kopf auf meine Brust. "Harry?", murmelte sie. "Ich bin hier. Alles gut. Schlaf weiter", meinte ich und strich ihr beruhigend übers Haar. Schnell ging ihr Atem gleichmäßig und sie schlief ruhig und friedlich.

Ich schaute mich nochmal um und plötzlich stand Dobby vor mir. "Dobby?", fragte ich leise und setzte mich vorsichtig auf, damit ich Luna nicht weckte. "Harry Potter hätte auf Dobby hören sollen. Als er den Zug verpasst hat, hätte er zurückfahren sollen, nach Hause." "Das warst du? Du hast was gedreht, damit die Absperrung uns nicht durch lässt." "In der Tat. Ja Sir." "Fast hätten die Ron und mich rausgeschmissen!" "Dann wären sie aber immerhin von hier weg. Harry Potter muss nach Hause fahren und seine Schwester am besten gleich mit."

Ich hörte ein Grummeln neben mir und blickte zur Seite. Ich sah direkt in zwei verschlafene, braune Augen. Müde rieb sich Luna das Gesicht. "Was..." Weiter kam sie nicht, denn da hatte sie Dobby erblickt. "Oh, wer bist du denn?" "Dobby, Miss. Luna Potter und Harry Potter müssen aus Hogwarts verschwinden", meinte Dobby. "Warum?", fragte Luna verwirrt. "Es ist hier zu gefährlich. Haben denn nicht mal Dobbys Klatscher gereicht, damit Luna und Harry Potter das einsehen." "Dobbys Klatscher? Du bist schuld, dass uns die Klatscher verfolgt haben und wir jetzt hier liegen. Ich hab mir den Arm gebrochen und Luna hat's ganz übel am Kopf erwischt!", wütete ich. Ich war richtig sauer auf Dobby! Luna hätte sterben können!

"Ich bin deswegen auch mehr als untröstlich, Sir. Dobby hat sich zur Strafe die Hände gebügelt." Dobby zeigte uns seine kaputten Finger, die teilweise im Verbände gewickelt waren. "Wenn du nicht abhaust, bevor meine Knochen wieder da sind, dreh ich dir den Hals um!", zischte ich.

Dobby sprang vom Bett und ich stand schnell auf. "Harry", murmelte Luna und wollte mich zurück ins Bett ziehen, aber ich war schneller wie sie. "Dobby ist an Todesdrohungen gewöhnt. Zuhause bekommt Dobby täglich fünf Stück davon." "Dürfte ich vielleicht erfahren, wieso du uns gern töten würdest?", fragte ich und versuchte gelassen zu wirken. "Töten, Sir? Dobby würde Sie nie töten! Dobby weiß noch, wie es früher war, vor Luna und Harry Potters Triumph über jenen, dessen Namen nicht genannt werden darf." Dobby lief ums Bett und stand nun direkt neben Luna, die sich zu ihm umgedreht hatte.

"Wir Hauselfen wurden behandelt, als wären wir Ungeziefer. Natürlich wird Dobby noch heute behandelt, als wäre er Ungeziefer." Dobby fing schrecklich an zu weinen. Luna verzog das Gesicht und presste die Hände auf die Ohren. "Mein Kopf", murmelte sie schmerzerfüllt. "Dobby sei still. Wieso trägst du überhaupt dieses Ding?" "Das ist der Hinweis auf den Sklavenstand eines Hauselfen, Sir. Dobby wird nie frei sein, wenn sein Gebieter ihm keine ordentliche Kleidung schenkt", erklärte Dobby.

Mit einem Mal war ein Rumpeln und Schritte auf dem Flur zu hören. "Hören Sie, hören Sie. Es dauert nicht mehr lange, dann werden sich hier grauenvolle Dinge zutragen. Luna und Harry Potter dürfen nicht im Hogwarts bleiben. Nun, da die Geschichte sich wiederholen wird", flüsterte Dobby. Warte, was? "Moment. Heißt das, dass die Kammer schon mal geöffnet wurde?", hackte ich nach. Dobby schrie auf und schlug sich die Hände vor den Mund. "Hätte ich doch nur nichts gesagt!" Dobby nahm eine Flasche und schlug sich selbst damit. Schnell nahm ich sie ihm aus der Hand und packte ihn am Kragen. "Raus damit, Dobby. Wann war sie das erste Mal offen? Und wer steckt jetzt dahinter?", drängte ich. "Das darf Dobby nicht sagen. Dobby will doch nur, dass Luna und Harry Potter nichts Schlimmes zustößt." "Nein Dobby, sag's mir. Wer ist es?" Doch Dobby schnippste einfach mit dem Finger und verschwand. Na super.

Die Schritte kamen näher und ich legte mich schnell neben Luna ins Bett. Unsere Gesichter waren sich zugewandt. "Tu so als ob du schläfst", hauchte ich und sie schloss schnell die Augen. Ich ließ meine offen und lauschte. Aber gleichzeitig beobachtete ich auch Luna. Sie sah so niedlich und friedlich aus beim Schlafen. Ich war froh, eine kleine Schwester zu haben. Ich würde sie immer beschützen, komme was wolle.

"Legen Sie ihn hierhin", meinte die Stimme von Madam Pomfrey. "Was ist passiert?", fragte sie, während etwas raschelte. "Es gab einen erneuten Angriff", erklärte Professor Dumbledore. Nicht schon wieder! "Nun ja, sieht aus als wäre er versteinert worden, Madam Pomfrey", meinte Professor McGonagall. Oh nein! "Vielleicht hat er es noch geschafft, ein Foto von seinem Angreifer zu machen." Ein Foto? Also müsste derjenige eine Kamera haben. Und der einzige, der immer mit Kamera rumlief, war...... Colin Creevey! Oh nein!

Man hörte etwas rattern, eine kleine Explosion und erschrockenes Aufkeuchen. "Was hat das zu bedeuten, Albus?", fragte McGonagall. "Es bedeutet, dass unsere Schüler in großer Gefahr sind." "Was erzähle ich den Kollegen bloß?" Ernsthaft? Ist das gerade ihre einzige Sorge?! "Die Wahrheit. Sagen Sie, Hogwarts sei kein sicherer Ort mehr und unsere Befürchtung hat sich bewahrheitet, Minerva. Die Kammer des Schreckens ist tatsächlich wieder geöffnet worden."

Als ich Schritte hörte, die sich entfernten, drehte ich mich vorsichtig um. Keiner war mehr im Raum und um das Bett, in dem vermutlich Colin lag, waren Absperrungen gebaut worden. "Luna?", fragte ich leise. Keine Reaktion. "Luna?" Ich rüttelte leicht an ihr. Wieder keine Reaktion. Sie schlief tief und fest. Leicht schmunzelnd strich ich ihr eine Strähne aus dem Gesicht, legte mich dann neben sie und schlief kurz darauf selber ein.

Harry Potter und seine kleine SchwesterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt