Kapitel 31

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Fest hielt ich Harrys Hand umschlossen und schaute mich unbehaglich in der düsteren Gegend um. Harry lief unermüdlich weiter, bis er unter einer Straßenlaterne zum Stehen kam. Ich klammerte mich an Harrys Arm und schaute zu ihm auf. Beruhigend lächelte er mich an. "Und was jetzt?", piepste ich. Als Antwort setzte sich Harry auf den Boden und zog mich in seine Arme, da ich am Zittern war. Es war aber auch verdammt kalt hier! Und mir war das ganze nicht geheuer.

Zu allem Übel ging auch noch die Straßenlaterne über uns flackernd aus und ein kalter Wind kam auf. Ich vergrub mein Gesicht an Harrys Brust und klammerte meine Hände an seine. Das Karussell und die Schaukeln hinter uns quietschten und ich hatte langsam wirklich Angst.

Plötzlich knackte es und ich schaute nach oben auf die andere Seite der Straße. Harry stand auf und zog mich mit hoch. Er zog seinen Zauberstab; Ich war dazu gerade nicht in der Lage. Mit einem Mal trat ein großer, schwarzer Hund aus dem Gebüsch. Ich hätte ihn schon fast als Wolf angesehen. Ich stieß einen spitzen Schrei aus und stolperte hinter Harry, der sich beschützend vor mich stellte und seinen Zauberstab hob. Dabei stolperte er jedoch, fiel auf den Boden und zog mich gleich mit sich. Na toll. Ich wollte mich gerade wieder panisch nach dem Hund umschauen, als mit einem Mal ein Doppeldecker sichtbar wurde, huppte und vor uns zum Stehen kam. Was zum?

Ein Mann stellte sich vor uns und las etwas von einem Stück Papier vor. "Willkommen im fahrenden Ritter. Nottransporter für gestrandete Hexen und Zauberer. Mein Name ist Stan Shunpike. Ich bin auf der heutigen Fahrt Ihr Schaffner." Der Mann, der dann wohl Stan war, steckte die Karte wieder weg und schaute dann verwirrt zu uns hinunter. "Was macht ihr denn da unten?" "Wir sind hingefallen", erklärte Harry. "Wozu seid ihr hingefallen?", fragte Stan. "Es war nicht mit Absicht", meinte Harry, während er sich aufrappelte und mir dann hoch half. "Na dann hoch mit euch. Lasst uns fahren, sonst schlagen wir hier noch Wurzeln."

Aber Harry beachtete ihn nicht weiter und schaute um den Bus herum. Neugierig folgte ich seinem Blick, aber der große Hund war nicht mehr da. Stan beugte sich neben Harry. "Was is' 'n da zu sehen?", erkundigte er sich. "Gar nichts", sagte Harry. "Gut. Dann kommt endlich rein." Harry und ich wollten unsere Koffer nehmen, doch Stan rief schnell: "Nein, nein, nein. Ich mach das. Ihr steigt ein." Also nahm Harry mich an der Hand und zog mich ins Innere dieses komischen Busses, während Stan sich mit unseren beiden Koffern abmühte.

Im Bus standen ein paar Betten. In einem davon schnarchte eine Hexe friedlich vor sich hin. Über uns baumelte ein Kronleuchter, der aussah, als wäre er aus Glas. Stan scheuchte uns nach ganz vorne und Harry und ich bekamen von Stan Tickets. Dann klopfte er an die Scheibe und meinte: "Tritt drauf, Ernie."

Der Bus fuhr an und hatte eine unglaubliche Geschwindigkeit aufgesetzt. Harry und ich wurden auf das Bett hinter uns geworfen, während Stan ganz ruhig vor uns stand. Ich klammerte mich an Harrys Hand. Wie konnte man nur so fahren? Und das unfallfrei?! "Wo soll's hingehen?", fragte Stan. Ich schaute Harry an. Er hatte sicherlich einen Plan. "In den Tropfenden Kessel. Das ist in London", erklärte Harry und ich wusste sofort, was er damit meinte. Den Pup, den ich letztes Jahr nur kurz gesehen hatte. Stan sagte dem Fahrer bescheid.

"Wass ist mit den Menschen? Ich meine Muggel? Können die uns nicht sehen?", fragte ich überfordert. "Muggel? Die sehen doch sowieso nichts." "Achtung! Omi voraus!", meinte der komische Schrumpfkopf neben dem Fahrer. Ich ließ Harrys Hand los und klammerte mich an das Bettgestell, was ziemlich schlau von mir war. Der Bus hielt abrupt an und Harry klatschte gegen die Scheibe, während ich noch in dem Bett saß. Ich konnte einfach nicht anders und lachte Harry aus. Das war zu komisch gewesen!

Der Kopf zählte von 10 runter und dann schoss der Bus weiter. Harry stolperte wieder zurück neben mich auf das Bett. "Wer ist das? Dieser Mann?", fragte Harry mit einem Mal mit Blick auf ein sich bewegendes Bild von Stans Zeitung. Der Mann hatte langes Haar und einen Bart und er sah ziemlich wahnsinnig aus. "Wer das ist? Du fragst.... Das ist Sirius Black! Sag bloß du hast noch nie von Sirius Black gehört", schwafelte Stan. "Nein. Haben wir nicht", antwortete ich. "Er ist ein Mörder" Erschrocken zuckte ich zusammen und Harry nahm wieder meine Hand, die er beruhigend drückte. "Dafür ist er nämlich in Askaban eingesperrt worden", erklärte Stan. "Wie ist er entkommen?", wollte Harry wissen. Ja, wie? War Askaban nicht das best gesicherte Zauberer Gefängnis? "Genau das ist hier die Frage, oder? Das hat vor ihm noch kein Mensch geschafft. Er war ein überzeugter Gefolgsmann von Du-weißt-schon-wem. Von dem habt ihr ja wohl gehört." Harry nickte.

"Ernie. Zwei Doppeldecker voraus. Sie kommen näher Ernie. Ernie!", rief der Schrumpfkopf und ich klammerte mich an Harrys Arm. Mit einem Mal verlief alles wie in Zeitlupe, wir wurden zusammen gequetscht und im nächsten Moment waren wir schon an den Doppeldeckern vorbei. Kurz darauf hielten wir wieder abrupt an und dieses Mal flog ich hinter Harry her. Ich landete gepolstert auf ihm und nicht an der Scheibe, was den Aufschlag sehr erträglich machte. "Wir sind angekommen", verkündete Stan das Offensichtliche.

Harry Potter und seine kleine SchwesterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt