Jetzt hatten wir zwar das Rätsel, aber trotzdem verbrachten wir noch Stunden in der Bibliothek. Ron, Harry und Colin hatten schon keine Lust mehr und aufgegeben. Ginny blätterte gelangweilt durch ein Buch. Hermine wiederholte die ganze Zeit das, was wir schon wussten und das, was wir noch nicht wussten. Ich saß neben Harry, blätterte wie Ginny in einem Buch und kraulte nebenher Harrys Haare. Dieser gab ein entspanntes Brummen von sich. Ich grinste nur still.
"Sag's mir noch mal, Luna." Und schon wieder. Genervt schaute ich Hermine an und hörte auf Harry zu kraulen, was diesem ein unzufriedenes Brummen entlockte. Belustigt schauten Ginny und ich uns an, ehe ich weiter durch Harrys Haare fuhr.
"Komm such wo unsre Stimmen sind." "Der schwarze See, das ist schon mal klar", unterbrach mich Hermine. Böse sah ich sie an und beendete den Vers. "Hinab zum Grund des Sees geschwind. In einer Stunde musst du's finden." "Auch klar. Naja, wenn auch potenziell problematisch", unterbrach mich Hermine erneut. "Potenziell problematisch. Wann hast du das letzte Mal unter Wasser eine Stunde die Luft angehalten?", murmelte Harry in Richtung des Buches, auf dem er gerade lag. Ich hatte es wirklich aufgegeben das ganze Rätsel komplett aufzusagen. Ich wurde eh immer wieder unterbrochen.
"Hör mal, Harry. Und natürlich Luna. Zusammen kriegen wir das hin, wir schaffen das schon", versuchte Hermine uns aufzumuntern. "Ich unterbreche euer Studium nur ungern, aber Professor McGonagall möchte euch in ihrem Büro sehen. Euch nicht, Potters. Nur Mr. Weasley, Miss Granger und Mr. Creevey." Wir alle schreckten auf, als Moody plötzlich bei uns stand und uns ansprach.
"Aber Sir. Die zweite Aufgabe fängt bald an und wir..." "Ganz genau, Miss Granger. Die Potters sind wohl inzwischen bestens vorbereitet und tun nun gut daran zu schlafen. Nun geht schon, sofort." Colin umarmte mich noch einmal fest und folgte dann Hermine und Ron aus der Bibliothek. Ginny, Harry und ich begannen die Bücher wieder zusammen zu räumen.
"Longbottem", rief Moody mit einem Mal und Neville tauchte auf. Seit wann war der denn hier? "Willst du den Potters nicht mal helfen die Bücher zurück zu stellen?" Moody verschwand, stattdessen kam Neville und half uns mit den Büchern. Warum hatte der eigentlich Ginny ignoriert?
"Also, wenn ihr Interesse an Pflanzen habt, wollte ich euch Gorschocks Kräuterkunde empfehlen. Da gibt es einen Zauberer in Nepal, der Schwerkraft resistente Hecken züchtet." "Neville, nichts für ungut, aber ich interessiere mich gar nicht für Pflanzen", unterbrach Harry ihn. "Ich schon! Das klang echt spannend! Kannst du mir das Buch mal zeigen?", fragte ich und blickte Neville erwartungsvoll an. Dieser nickte schnell und holte ein Buch. "Hier, bitte", murmelte er. Ich dankte ihm und steckte es ein.
"Neville, du bist doch so schlau in Kräuterkunde. Gibt es eine Pflanze, mit der man eine Stunde unter Wasser atmen kann?", fragte ich den Jungen. Neville brauchte gar nicht zu überlegen. "Diantuskraut müsste klappen." "Kannst du uns das besorgen?", fragte Harry, der ebenfalls hellhörig geworden war. Neville überlegte kurz und nickte dann. "Klar." Zusammen räumten wir die restlichen Bücher weg und gingen dann zu viert zurück in den Gemeinschaftsraum. An diesem Abend warteten wir und warteten wir, aber weder Colin noch Ron und Hermine kamen wieder.
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Harry Potter und seine kleine Schwester
FanfictionLuna Lily Potter. Ein kaum bekannter Name. Sowohl in der Welt der Muggel als auch in der Zaubererwelt. Wenn man bedenkt, dass ihr großer Bruder eine Berühmtheiten ist. Doch Luna war damals in dieser verhängnisvollen Nacht auch nur ein paar Tage alt...
