Heute war es soweit! Heute würden die anderen Schüler kommen und heute würde ich endlich meinen großen Bruder kennenlernen! Aufgeregt hüpfte ich nach dem Essen aus der großen Halle. "Warum so aufgeregt, Miss Potter?", fragte Professor McGonagall mit einem wissenden Lächeln. Immer noch hüpfend drehte ich mich zu den Lehrern um, die noch hinter mir liefen oder am Tisch saßen. "Heute lerne ich meinen großen Bruder kennen!", rief ich freudestrahlend, drehte mich wieder um und hüpfte weiter durch das Schloss.
"Hallo Luna", begrüßte mich eine schwebende Gestalt. "Hallo Sir Nicholas. Wie geht es Ihnen heute?" "Oh vortrefflich. Und Ihnen meine liebe?" "Ich bin ja so aufgeregt! Endlich treffe ich Harry und dann werde ich auch noch in ein Haus eingeteilt. Hoffentlich komme ich nach Gryffindor zu meinem Bruder!" Der fast kopflose Nick lachte. "Ganz bestimmt. Auf Wiedersehen." "Auf Wiedersehen."
Ich hüpfte weiter und lief geradewegs in jemanden rein, sodass ich auf dem Boden landete. "Oh Luna. Was machst du denn da unten?", fragte Hagrid, bevor er mir aufhalf. "Ach nichts. Warum bist du hier?" "Wollt' dich abholen. Wir gehen jetzt zusammen die anderen Erstklässler holen. Damit du die Bootsfahrt nicht verpasst." Ich nickte und folgte Hagrid zum See, wo schon viele Boote warteten. Hagrid setzte sich in eins und ich in ein anderes. Dann setzten sie sich plötzlich in Bewegung und wir fuhren über den See.
Nachdem wir ausgestiegen waren, war es auch schon recht dunkel. Hagrid zündete eine Laterne an und wir liefen zusammen zu einem Bahnhof. "Gleich kommt der Zug und dann bringe ich die Erstklässler über den See zu Professor McGonagall. Sie wird euch dann in die große Halle bringen und die Häuserzeremonie leiten. Ich wünsche dir viel Glück und viele Freunde. Und natürlich dass alles glatt geht mit Harry." Ich nickte und da sah man auch schon in der Ferne Dampf aufsteigen.
Sobald die ersten Schüler ausstiegen, schwenkte Hagrid seine Laterne und rief: "Erstklässler! Erstklässler hier rüber! Erstklässler zu mir!" Nach und nach kamen immer mehr Kinder in meinem Alter mit demselben Umhang an. Ja, meine Uniform trug ich heute schon den ganzen Tag.
"Alle da? Na dann folgt mir. Auf zum See." Hagrid lief voraus und wir anderen folgten ihm. "Immer zu dritt oder viert in ein Boot.", rief Hagrid, während er in seins kletterte. Ich stieg in ein anderes und kurz darauf stiegen noch zwei weitere Mädchen zu mir. Die eine hatte rotes, langes Haar und schaute mich freundlich an. Die andere hatte aschblondes Haar und schaute verträumt in der Gegend herum. "Hallo. Ich bin Ginny Weasley und das ist Luna Lovegood", stellte das rothaarige Mädchen die beiden vor. "Hey, ich bin Luna." Bewusst hielt ich meinen Nachnamen zurück. Der wurde später wohl noch für genug Trubel sorgen. Ginny kicherte.
Die Fahrt und der Anblick des Schlosses waren atemberaubend, auch wenn ich das schon einmal gesehen hatte. Dann übergab Hagrid uns an Professor McGonagall, die dann aber nochmal kurz weg musste und etwas später wieder kam. "Immer diese zwei", nuschelte sie, bevor sie anfing uns ihren Vortrag über die verschiedenen Häuser und Hogwarts im Allgemeinen vorzutragen. Dann wurden die Türen geöffnet und wir schritten durch die Tische, die jetzt alle voll mit Schülern waren, nach vorne. Dort stand schon ein Hocker und darauf lag ein Hut, der plötzlich das Singen anfing.
Nachdem er fertig war, klatschten alle und dann begann Professor McGonagall die Namen vorzulesen. Luna wurde eine Ravenclaw und dann kam auch schon mein großer Moment.
"Luna Lily Potter!" Plötzlich wurde alles totenstill in der Halle und jeder schaute ungläubig nach vorne. Mit schnellen Schritten tapste ich nach vorne und setzte mich auf den Hocker. Bevor mir der Hut über die Augen rutschte, konnte ich noch einen Jungen mit braunen, verstubbelten Haaren, grünen Augen und einer Brille sehen. Schwach erkannte ich die blitzförmige Narbe unter seinen Harren. Das musste Harry sein! Und er sah ziemlich schockiert aus.
"Soso, noch eine Potter. Das ist..... interessant. Mal sehen, was wir da haben. Oh ja, du bist schlau und ehrgeizig, aber nicht ehrgeizig genug für Ravenclaw. Slytherin ist auch nicht dein Haus. Du würdest gut nach Hufflepuff passen, doch dein Herz sehnt sich nach etwas anderem. Und ausreichend Mut dazu hast du allemal. Also wird es dann wohl..... GRYFFINDOR!"
Das letzte Wort schien der Hut geschrien zu haben, denn Professor McGonagall nahm mir den Hut wieder ab. Aber es war trotzdem immer noch still in der großen Halle und langsam wurde mir das unangenehm. Plötzlich brach an einem Tisch - der dann wohl der Gryffindor Tisch war - lautes Gejubel aus und ich ging darauf zu. Zwei völlig identisch aussehende Jungen sprangen auf und zogen mich zu dem schwarzhaarigen Jungen, der mich immer noch ungläubig ansah.
Da stand Dumbledore mit einem Mal auf. "Bevor wir weiter machen, muss ich da wohl noch etwas erklären. Ja, das ist Luna Lily Potter. Sie ist Harrys kleine Schwester und von diesem Schuljahr an Schülerin von Hogwarts. Ihre Identität wurde bewusst geheim gehalten. Aber jetzt ist sie ja wieder da. Weiter mit der Auswahl." Dann setzte er sich wieder und die Auswahl ging weiter.
Plötzlich wurde ich in eine feste Umarmung gezogen. Das war definitiv Harry. Sofort umarmte ich ihn zurück und drückte mein Gesicht in seine Schulter. Er vergrub seinen Kopf in meinen Haaren. "Ich dachte immer ich wäre alleine", murmelte er mit zitternden Stimme. "Du wirst nie mehr alleine sein", flüsterte ich und kämpfte gegen die Freudentränen.
DU LIEST GERADE
Harry Potter und seine kleine Schwester
FanfictionLuna Lily Potter. Ein kaum bekannter Name. Sowohl in der Welt der Muggel als auch in der Zaubererwelt. Wenn man bedenkt, dass ihr großer Bruder eine Berühmtheiten ist. Doch Luna war damals in dieser verhängnisvollen Nacht auch nur ein paar Tage alt...
