"Warum müssen wir in den ersten beiden Stunden nach den Ferien ausgerechnet Zaubertränke haben?!", beschwerte sich Ginny, schon seit wir von der großen Halle zum Kerker liefen. "Ginny, beruhige dich. Es wird schon nicht so schlimm sein." "Du hast ja gut reden, Luna. Dich meckert Snape ja nie an. Aber an meinen Tränken hat er ständig etwas auszusetzen." "Was daran liegen könnte, dass du die meisten Tränke auch nicht richtig braust." Frustriert seufzte Ginny auf.
"Hallo Luna. Hallo Ginny", wurden wir vor dem Raum von Luna begrüßt. "Hallo Luna. Man, ich glaube ich brauche einen Spitznamen für eine von euch. Ok, du bist weiterhin Luna und du bist Luni." Zuerst zeigte Ginny auf mich und dann auf Luna. "Ok. Dann heißt du ab sofort Luni", grinste ich Luni an. "Das freut mich", antwortete Luni schon nicht mehr ganz bei der Sache.
Dann kam auch schon Snape. Wir sollten - welch Überraschung - einen Trank aus unserem Buch brauen. Bei mir lief alles eigentlich ganz gut. Colin auf meiner linken Seite hatte etwas Probleme und Ginny. Ja, Ginny konnte es überhaupt nicht. Was sich in den nächsten Minuten zeigen sollte.
Ginnys Trank war ziemlich zähflüssig und war blau anstatt grün. "Luna, hilf mir!", flüsterte sie mir flehend zu. Ich schaute mir ihren Trank genauer an. "Hast du diese Wurzeln in Scheiben oder Würfel geschnitten?" "In Scheiben." "Die hättest du in Würfel schneiden sollen. Ich weiß nicht, was jetzt...." Weiter kam ich nicht, denn mit einem Mal blähte sich Ginnys Trank auf und er explodierte. Ich hörte noch ein "20 Punkte Abzug für Gryffindor" gleich gefolgt von einem Fluch, ehe alles um mich herum dunkel wurde. Oh Ginny, was hast du nur getan?
Sicht Harry
Wir waren gerade mitten in Wahrsagen. Professor Trelawney hatte in meiner Tasse zwei Grimms gesehen. Stehend für meinen Tod und den Tod meiner Schwester. Hoffentlich war das Ganze wirklich nur Schwachsinn, so wie Hermine es sagte.
Nach der Stunde wollte ich zusammen mit Hermine und Ron in unsere nächste Stunde - Zauberkunst - doch ich wurde von einer aufgeregten Professor McGonagall aufgehalten. "Oh, gut dass ich sie gefunden habe, Potter. Folgen Sie mir bitte, Sie sind für die nächste Stunde entschuldigt." Verwirrt sah ich zu Ron und Hermine. Ron zuckte nur mit den Schultern und wurde dann von Hermine weiter zum Klassenzimmer gezogen.
McGonagall lief vor. "Professor, was ist denn los? Hab ich irgendwas angestellt?" "Oh, ich wünschte es wäre so. Aber leider sind dies andere Umstände. Vor ein paar Minuten hat sich ein tragischer Unfall im Zaubertränke Unterricht ereignet." "Und was habe ich damit zu tun?" McGonagall hielt an und drehte sich zu mir um. "Es hat ihre Schwester getroffen." Entsetzt blickte ich sie an und stammelte etwas, doch sie drehte sich schon wieder um und ging eiligen Schrittes weiter. Schnell folgte ich ihr und bemerkte nun auch, dass wir in Richtung Krankenflügel liefen.
Angekommen bot sich mir ein erschreckendes Bild. Luna lag auf einem der Betten. Blass. Ihre Haare mit einer blauen Pampe verklebt, die auch an ihrem Umhang war. Schnell rannte ich auf sie zu, setzte mich neben sie und griff nach ihrer Hand. "Was ist passiert?", hauchte ich.
"Das ist alles meine Schuld", schluchzte jemand. Ich blickte auf und sah Ginny auf einem anderen Bett sitzen. Auch sie hatte diese Pampe in ihren Haaren und an ihrer Kleidung. "Was?", fragte ich. Ginny schluchzte auf. "Es war mein Trank. Hätte ich ihn doch nur richtig gebraut. Ich bin so dumm!" "Nun ist aber mal gut", mischte sich jetzt McGonagall ein. "Miss Weasley, sie können gehen. Sie sind für den Rest des Tages entschuldigt. Reinigen Sie sich und ruhen Sie sich aus. Mister Potter, Madam Pomfrey wird Ihnen gleich mehr über Lunas Zustand erzählen können. Ich gehe dann auch mal und denken Sie daran, sie sind nur für diese Stunde entschuldigt. So leid es mir auch tut." McGonagall warf mir einen entschuldigenden und mitleidigen Blick zu, ehe sie mit Ginny den Krankenflügel verließ.
Da kam auch schon Madam Pomfrey. "Was ist mit Luna?", fragte ich sofort. "Immer ruhig, Mister Potter", meinte Madam Pomfrey und begann, meine Schwester mit einem Lappen die Haare zu säubern. "Es war zum Glück nur ein einfacher Trank. Miss Potter mag schlimm aussehen, aber es sollte ihr bald besser gehen. Ich habe ihr schon ein Gegenmittel verabreicht und noch einige diverse Tränke, von denen Sie aber bestimmt keine Ahnung haben. Sie müssen dann wieder in Ihren Unterricht, aber Sie können Miss Potter gerne danach besuchen." Ich nickte, stand schweren Herzens auf und lief zu meiner nächsten Stunde.
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Harry Potter und seine kleine Schwester
FanfictionLuna Lily Potter. Ein kaum bekannter Name. Sowohl in der Welt der Muggel als auch in der Zaubererwelt. Wenn man bedenkt, dass ihr großer Bruder eine Berühmtheiten ist. Doch Luna war damals in dieser verhängnisvollen Nacht auch nur ein paar Tage alt...
