Kapitel 62

2.2K 71 2
                                        

"Malfoy kommt", warnte ich die beiden vor und wir sprangen aus einem Fenster im Gang und versteckten uns hinter der Mauer. Langsam folgten wir unseren Ichs.

Als unsere Ichs bei Hagrid in der Hütte waren, rannten wir los und versteckten uns hinter den großen Kürbissen. Wir blickten hinter uns und sahen Dumbledore und die anderen beiden kommen. "Da kommen sie. Schnell." Harry wollte aufspringen und Seidenschnabel holen, doch Hermine hielt ihn zurück. "Nein. Sie müssen Seidenschnabel zuerst sehen. Sonst glauben sie noch, Hagrid hätte ihn befreit."

"Da ist Pettigrew", sagte Harry aggressiv und wollte aufspringen. Schnell hielt ich ihn fest. Harry wehrte sich, doch Hermine redete auf ihn ein. "Wenn du jetzt etwas tust, vielleicht kann Luna ihn dann nicht fangen und mit ihm ins Ministerium gehen, um Sirius' Unschuld zu beweisen."

"Leute, warum gehen wir nicht?" Unsere Ichs waren immer noch in der Hütte. Da entdeckte ich mit einen Mal den Stein, der die Vase zertrümmert hatte. Entschlossen warf ich in durch das Fenster und duckte mich dann ganz schnell wieder. "Spinnst zu", zischten Hermine und Harry. Aber ich schnappte mir einfach noch einen Stein und warf ihn dem anderen Harry gegen den Hinterkopf. "Au", kommentierte es unser Harry.

"Wir kommen wieder raus. Weg hier", meinte Hermine und wir drei liefen in den Wald, während unsere Ichs unseren Platz hinter den Kürbissen einnahmen. Wir beugten uns etwas nach vorne und Hermine schob dabei einen Ast beiseite, der daraufhin knackte. Schnell gingen wir in Deckung und warteten, bis unsere Ichs endlich gingen.

Wir schlichen wieder hinter die Kürbisse und warteten, bis die Luft rein war. "Ok, jetzt Harry, Luna. Jetzt." Schnell und leise schlichen wir zu Seidenschnabel. Harry und ich verbeugten uns und Seidenschnabel erwiderte. Vorsicht nahm Harry das Ende der Metallkette, die an einem Halsband um Seidenschnabels Hals befestigt war.

"Komm schon, Seidenschnabel." "Aufstehen." "Komm mit uns." "Na los." Doch so sehr Harry auch an seiner Kette zog; Seidenschnabel blieb stur auf dem Boden liegen. Ich blickte mich suchend nach etwas Hilfreichem um und fand das Futter für Seidenschnabel. Schnell holte ich die ganzen toten Frettchen und hielt ihm eins hin. "Hier Seidenschnabel. Hol dir das leckere tote Frettchen." Sofort sprang Seidenschnabel auf und ich warf ihn eines zu, ehe ich ein neues nahm und ihn in den Wald lockte. Wir schafften es gerade so, bevor Dumbledore, der Minister und der Henker mit Hagrid hinaus kamen.

Wir rannten weiter in den dunklen, gruseligen Wald, bis wir Seidenschnabel zurück ließen und uns auf dem Weg zur Peitschenden Weide machten. "Da ist Remus", stellte ich überrascht fest, als eben dieser mit einem Zauber die Peitschende Weide beruhigte und dann in dem Gang verschwand. "Und da ist Snape", meinte Hermine. "Jetzt warten wir." "Jetzt warten wir."

Die beiden setzten sich auf den Boden und ich ließ mich auf Harrys Schoß fallen. "Luna. Ich kann es kaum erwarten deinen Patronus zu sehen. Unten am See.", grinste Harry. "Nur ein sehr mächtiger Zauberer - oder ein deinem Fall eine sehr mächtige Hexe - kann einen so starken Patronus heraufbeschwören", meinte Hermine. Ich lächelte verlegen.

"Da, wir kommen", meinte sie nach einiger Zeit. "Siehst du, wie Sirius mit uns spricht? Er fragt uns, ob wir bei ihm wohnen wollen. Jetzt, wo er frei ist, müssen wir nie mehr zu den Dursleys zurück. Dann gibt es nur noch uns. Wir könnten irgendwo aufs Land ziehen, wo man die Sonne sieht. Dann vergisst er die dunklen Jahre in Askaban", schwärmte Harry. Und dann wurde Remus zum Werwolf.

Wir rannten los und beobachteten, wie Remus auf Harry zu ging. Wann war das denn? Da war ich wohl schon hinter Pettigrew her. Plötzlich fing Hermine an Werwolf Laute zu imitieren. Harry hielt ihr schnell den Mund zu. "Was tust du denn da?", fragte er aufgebracht. "Ich rette dir bloß das Leben", gab sie aufgeregt zurück und rief erneut. Remus ließ von dem anderen Harry ab und kam in unsere Richtung.

"Toll, jetzt kommt er auf uns zu", sagte ich und rannte los. Die anderen beiden folgten mir. Immer weiter rannten wir, bis wir uns hinter einem Baum versteckten. Plötzlich knurrte es hinter uns und wir drehten uns um. Da stand der Werwolf. Ängstlich klammerte ich mich an Harry. Doch als der Werwolf gerade zuschnappen wollte, kam Seidenschnabel und wehrte ihn ab. "Armer Remus", flüsterte und schluchzte ich, da mir der Schreck doch ganz schön tief saß.

Mit einem Mal kam Wind auf und es wurde kälter. "Zum See!", rief Harry und rannte los. Hermine und ich folgten ihm schnell. Wir versteckten uns und warteten auf mein anderes Ich. Und dann kam ich auch schon.

Man erkannte die schlafende Ratte in meiner Hand. "Nein", flüsterte ich und steckte eben diese in meine Tasche. Dann rannte ich auf den See zu und zog meinen Zauberstab. "Expecto Patronum!", schrie ich und sofort erschien der blau leuchtende Phönix. Eine Druckwelle ging von mir aus und das Blau verteilte sich auf der ganzen Lichtung. Die Dementoren verschwanden sofort und genau in diesem Augenblick fiel Harry neben Sirius in Ohnmacht. Langsam lief ich um den See herum und ließ mich neben Harry und Sirius auf den Boden fallen. "Luna, das war unglaublich", flüsterte Hermine und Harry lächelte mich stolz an. Ich grinste erneut verlegen.

Harry Potter und seine kleine SchwesterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt