Ich bemerkte wie er versuchte seine Verwunderung zu unterdrücken. ,,Deswegen hatte er die Vision erst jetzt.", stellte er fest und ließ mich nur verwirrt blinzeln. Er ging auf und ab. ,,Wenn du schon redest, dann doch bitte auch mit mir.", machte ich ihm deutlich, dass ich neugierig war und wissen wollte, was er mit all dem meinte. ,,Ich fürchte das wäre ein bisschen viel auf einmal.", seufzte er zu meiner Empörung nur, ,,wir hatten Glück, dass keiner hier ist." Er schaute sich in der Sporthalle um. ,,Warum?", fragte ich leise und folgte seinem Blick. ,,Weil ich schon lange nicht mehr hier war. Auf die schnelle fiel mir kein besserer Ort in der Nähe ein." Ich nickte, verstand das er sicherlich an etwas denken musste, wenn er sich dazu entschied mit einem Schwung an einem anderen Ort wieder aufzutauchen. Als er sich plötzlich in Gang setzte, machte sich die Frage in mir breit ob ich ihm zu folgen hatte. Doch er war nur auf dem Weg zu einer der großen Matten, welche sich in den Ecken des großen Raumes befanden und schmiss sich drauf. Demnach nahm ich an, dass sein Vorhaben darauf beruhte sich auszuruhen.
,,Komm.", sagte er und klopfte im liegen mit seiner Hand auf die Matte, ,,die Bank heute Nacht dürfte nicht so gemütlich gewesen sein." Schockiert traf mein Blick auf seinen. ,,Du hast-" ,,Natürlich, und jetzt tu nicht so schockiert.", beantwortete er mir meine Frage, als ich mich langsam auf den Weg zu ihm machte, ,,eine Bank ist nicht das sicherste was man machen kann. Und jetzt kannst du es erst recht vergessen." Langsam setzte ich mich neben ihn und sackte in dem weichen Schaumstoff ein. ,,Warum?" ,,Diese Frage stellst du gerne.", stellte er fest und schloss seine Augen. Er lag auf seinem Rücken und anhand seines Gesichtsausdrucks nahm ich an, es sei gemütlich. Also machte ich es ihm gleich und seufzte leise auf, als ich bemerkte wie die Position meine Schmerzen wie von Zauberhand verschwinden ließ. ,,Du haust mir ja auch ziemlich viele Tatsachen vor den Kopf, welche ich offensichtlich nicht ändern kann.", murmelte ich als Antwort und schloss ebenfalls meine Augen.
Ich war mir nicht klar warum ich ihm so sehr vertraute, dass ich nicht weiterhin weglief, doch es blieb mir gar nichts anderes übrig. Ich hatte nichts mehr. Zurück an den Ort, wo ich bisher gelebt hatte würde auf keinen Fall in Frage kommen und auf der Straße fühlte ich mich unsicherer als ich es hier mit ihm tat. Selbst wenn ich ihn eigentlich gar nicht kannte. Außerdem hatte er mir geholfen, offensichtlich. Ich hoffte der Grund lag nicht darin, dass er schlimmeres mit mir vor hatte, als es mir im Van ergangen wäre. ,,Hast du ein Zuhause?", fragte er vorsichtig und legte seinen Kopf in die Seite, um mich anzuschauen. Mit leicht geöffneten Augen richtete auch ich meinen Kopf kurz zu ihm und schüttelte diesen. ,,Nein." Er seufzte leise auf und legte seine Hände lässig unter seinen Kopf. ,,Dann hast du sicherlich kein Problem damit mitzukommen."
Meine Augen weiteten sich, als er seinen Satz beendete. ,,Was?", fragte ich verwundert und ängstlich zugleich. ,,Keine Panik.", murmelte er nur gelassen und ließ seine Augen geschlossen, so als hätte er weder zu befürchten das ich abhaue, noch das ich den Verstand verliere. Bei erstem wäre er mir womöglich so oder so schnell wieder auf den Versen. ,,Du musst nicht, aber ich biete es dir an.", bemerkte er und mir wurde klar, wie er dennoch hoffte ich würde zusagen. Dabei konnte ich das Angebot keinesfalls einschätzen. Ich hatte keinen blassen Schimmer wer dieser Junge neben mir eigentlich war. Außerdem war mein Umfeld die letzten neunzehn Jahre das gleiche gewesen. Man dürfte es mir nicht übel nehmen, dass ich das ganze doppelt und dreifach überdachte. ,,Ich kenne dich doch gar nicht.", stellte ich fest und öffnete meine Augen um an die weit entfernte Decke der Halle zu starren. ,,Du kennst meinen Namen.", verkündete er und ließ mich ihm einen ungläubigen Blick schenken.
,,Na gut.", murrte er und ließ sich Zeit, machte eine Pause und holte tief Luft. Ich musterte ihn von der Seite. Seine Augen waren dunkel und ins Leere gerichtet, wobei seine Nase eine geschwungene Linie war. Ein gesunder Hautton zierte seine Wangen und zum krönenden Abschluss setzten seine vollen Lippen an zu reden. ,,Du bist in einem Heim aufgewachsen, richtig?" Seine Wortwahl war bedacht und dennoch scharf. Ich grummelte zur Bestätigung etwas. ,,Ich auch.", offenbarte er und änderte damit direkt die Vorstellung des Jungen, welcher neben mir lag, ,,fünf meiner Freunde ebenfalls." Sein Blick richtete sich kurz zu mir um sich zu vergewissern, dass ich zuhörte. ,,Ich bin vor einigen Jahren von dort weg. Wir leben abgelegen, dort wo uns keiner findet." Dies schien ihm an Beschreibung seiner Person bereits zu reichen, denn er setzte nicht erneut an zu reden.
,,Warum dürft ihr denn nicht gefunden werden?", brach ich das zur Sprache, was ich schon die ganze Zeit nicht verstand. Er hatte das Weite gesucht als die Zeit weiter lief, er lebte abgelegen und zusätzlich befanden wir uns gerade in einer Sporthalle anstatt in der Öffentlichkeit, wo es schwieriger wäre uns etwas anzutun, weil es ein jeder mitbekommen würde. ,,Wenn ich dir das erzähle, verschrecke ich dich.", sagte er feststellend und ernst, ,,komm mit, ruh dich aus und dann erzähle ich es dir in Ruhe. Du kannst auch nicht mehr einfach in der Öffentlichkeit herum laufen." In meinem Kopf drehte sich alles, schließlich bestand vor ein paar Minuten mein Leben noch daraus herumzulaufen. Und das wortwörtlich gemeint.
,,Und warum das jetzt?", ließ ich meine Verzweiflung sprechen, wobei er zu merken schien, das er gerade dabei war mein ganzes Leben umzukrempeln. Oder noch das was davon übrig war. ,,Sie suchen dich.", vermerkte er und jagte mir mit seinen Worten einen Schauer über den Rücken, ,,und jetzt auch mich. Da ich mich ja unbedingt drauf stürzen musste um dir zu helfen." Letzteres sprach er verzweifelt zu sich selber, schien keine Antwort zu wollen, doch ich gab sie ihm trotzdem. ,,Tut mir leid.", nuschelte ich und brachte ein müdes Gähnen heraus, wobei ich vor einigen Stunden noch im Land der Träume gewesen war. ,,Schon gut.", murmelte er und setzte sich ruckartig wieder auf. Ich erschrak und öffnete meine Augen. ,,Komm einfach mit, bitte.", bettelte er beinahe und ich schätze es sehr, dass er fragte anstatt mich einfach mitzunehmen. Schließlich könnte er das auch einfach tun. Langsam und dennoch nicht hundertprozentig überzeugt nickte ich schließlich.
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Yaayy, er geht mit (wäre ja auch komisch wenn nicht xD)
Danke fürs lesen :)
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next to time - Minsung
Fiksi PenggemarNachdem sieben Jungen welche als Kinder in Forschungseinrichtungen Experimenten unterzogen wurden zusammenfanden, versteckten sie sich vor ihrem nahezu unausweichlichem Schicksal. Als ihnen bewusst wurde, dass sie all die Jahre jemanden übersehen ha...
