Kapitel 17

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Samara Franco
By LuanaWhite

"Sind sie sich sicher?" fragte ich noch mal den Arzt. Maxwell hatte darauf bestanden dass ich mich untersuchen ließ, weil es mir in letzter Zeit nicht so gut gegangen war. Immer wieder war mir schwindelig und auch übel. Aber mit diesem Ergebnis hatte ich wirklich nicht gerechnet.

"Es ist eindeutig. Sie sind schwanger. Herzlichen Glückwunsch." meinte der Arzt erneut und ich musste das erstmal realisieren. Unter normalen Umständen würde ich mich freuen, mehr als alles andere. Aber würde sich Maxwell freuen? Immerhin hatte er bereits einen erwachsenen Sohn. Genauer genommen hatten wir zwei erwachsene Söhne.

Wir hatten nie darüber gesprochen ob wir ein gemeinsames Kind wollten. Immerhin hatten wir auch unsere Hochzeit verschoben, weil das mit Kyra passiert war. Jace ging es deshalb nach wie vor grauenvoll, auch wenn er aufgehört hatte sich vor uns allen zu verstecken.

Wie in Trance verließ ich den Krankenflügel der Akademie und ging gedankenverloren die Gänge entlang. Ich musste meinen Verlobten sagen dass er Vater wurde, erneut, aber ich hatte wirklich Angst. Angst dass er das Kind nicht wollte. Und wieder wurde mir furchtbar übel. Ich lief etwas schneller in Richtung Büro, doch dabei passte ich nicht auf und lief in jemanden hinein. Cara.

"Oh hey, ist alles ok bei dir? Du wirkst völlig in Gedanken." meinte sie sanft zu mir. Entschuldigend lächelte ich Cara an. Ich wollte niemanden sagen was los war, ehe ich mit Maxwell gesprochen hatte.

"Hey Cara. Ja natürlich, alles gut. Tut mir leid, ich habe nicht aufgepasst. Wie geht es dir?" erkundigte ich mich. Ich wusste ja, dass sie jetzt mit Mio zusammen war, doch ich bekam ihm kaum mehr zu Gesicht, seit Kyra gegangen war.

Nach allem was er durchgemacht hatte, hatte er seine Eltern und seine Schwester erneut verloren, was wirklich schrecklich sein musste. Aber ich war mir sicher dass Cara alles tat um für ihn da zu sein und wenn sie Hilfe bräuchten, wusste sie auch dass sie jederzeit zu Maxwell und mir kommen konnte.

"Es geht. Ich mache mir nur Sorgen um Mio. Er leidet so sehr und das bricht mir das Herz. Ich versuche alles, um für ihn da zu sein, ich hoffe das ist genug. Ich liebe ihn und würde alles für ihn tun." erzählte Cara mir und wischte sich schnell eine Träne weg, als sie ihr über die Wange lief.

"Er hat Angst, dass er Kyra nie wichtig war. Aber das glaube ich nicht." schniefte Cara etwas und ich zog sie voller Mitgefühl in eine mütterliche Umarmung. Solche Wunden brauchten einfach Zeit zum heilen aber ich glaubte auch nicht dass Mio seiner Schwester egal war. Kyra war immer ein sanftmütiger Mensch mit reinem Herzen gewesen und das war sie bestimmt auch jetzt noch. Sie brauchte Zeit um das was sie erlebt und gesehen hatte zu verarbeiten.

"Wenn die Menschen die einem lieben für einem da sind, hilft es mehr als es den Anschein hat, Cara. Du gibst Mio Halt, du bist sein Anker und genau das braucht er jetzt. Du bist ein starkes Mädchen aber auch du darfst mal weinen oder eine Schulter zum Anlehnen suchen, okay? Alles wird wieder gut." erklärte ich ihr sanft und löste mich wieder von ihr, wo ich Cara liebevoll anlächelte, was sie auch erwiderte.

"Danke, du bist wirklich die Beste. Jetzt möchte ich dich aber auch gar nicht länger aufhalten. Du willst sicher zu deinem Verlobten. Wir sehen uns später." verabschiedete Cara sich und machte sich auf den Weg, was auch immer sie vor hatte.

Wohl wahr. Ich wollte zu meinen Verlobten, auch wenn ich immer noch etwas Angst hatte wie er auf meine Neuigkeiten reagieren würde. Ich sah Cara noch kurz nach, ehe ich meinen Weg weiter ging und schließlich an Maxwell's Büro ankam. Ich klopfte kurz und als er herein rief, atmete ich noch mal tief durch und öffnete die Tür.

Maxwell schien sich über mein Erscheinen zu freuen und zog mich sofort auf seinen Schoß und vergrub sein Gesicht an meiner Halsbeuge. Ich wusste ihm setzte es zu, dass Jace gerade wegen Kyra so litt. Mir gefiel es auch nicht aber recht viel konnten wir leider nicht dagegen machen.

"Ich fühle mich wie der schlechteste Vater der Welt. Ich wünschte, ich könnte Jace mehr helfen." vertraut Maxwell mir seine Sorgen an. Okay, das war gerade kein guter Start. Ich seufzte leise aus und streichelte ihm etwas durch sein Haar.

"Du bist der beste Vater, mein Schatz. Manchmal können Eltern nichts weiter tun, als ihre Kinder wissen zu lassen, dass man für sie da ist. Aber vielleicht habe ich Nachrichten, die Jace ein wenig aufheitern. Denkst du er freut sich wenn wir ihm sagen dass er eine kleine Schwester oder einen kleinen Bruder bekommt?" fragte ich Maxwell, da hob er plötzlich sein Gesicht an und sah mich mit großen Augen an.

"Ich bin beim Arzt gewesen, so wie du wolltest. Ich bin anscheinend schwanger." offenbarte ich ihm nun und konnte wirklich nicht sagen was gerade in seinem Kopf vor ging. Maxwell sah mich zunächst weiterhin einfach nur perplex an und schien wohl erstmal realisieren zu müssen, was ich da eben gesagt hatte.

"Du bist wirklich schwanger?" fragte er nochmal nach und ich nickte, während ich ihn weiterhin nervös ansah. Aber dann begann Maxwell zu lächeln. Das war doch gut, oder? "Das sind nach den letzten Tagen wirklich schöne Neuigkeiten, mein Schatz. Wollen wir es Jace gleich sagen?" entgegnete er mir und küsste mich voller Hingabe.

Schöne Neuigkeiten? Das bedeutete Maxwell freute sich? Ganz ehrlich? Ich hoffte es war wirklich so. Ich wollte nicht dass er das nur sagte damit es mir gut ging. Schließlich kannte ich Maxwell lange genug. "Freust du dich wirklich? Ich weiß dass der Moment gerade nicht ideal ist und wir noch gar nicht darüber gesprochen haben ob wir überhaupt ein weiteres Kind wollen. Jace und Mikel sind ja auch meine Kinder.

Es ist in Ordnung wenn du Bedenken hast. Wirklich. Ich würde das verstehen." meinte ich zu meinen Verlobten. Er war ein guter Mann, der beste überhaupt und ein wundervoller Vater. Ich liebte ihn über alles, ganz gleich wie er auch darüber dachte.

"Nein, ich freue mich wirklich. Ich liebe dich Samara und mit dir noch ein Kind zu bekommen, ist ein Segen. Es unterstreicht nur unsere Liebe füreinander. Solche guten Nachrichten können wir gerade alle gebrauchen." antwortete Maxwell mir ehrlich und lächelte.

Dann senkte er seinen Kopf und küsste meinen Bauch. Aw, wie süß. "Ich hoffe sehr, dass Jace das genauso sieht. Mikel wird auf jeden Fall voller Freude sein."

Maxwell's Worte machten mich unglaublich glücklich. Und zwar so sehr, dass mir sogar Freudentränen kamen. Keine Ahnung ob das schon die Hormone waren oder ob ich einfach nur so unglaublich sensibel war. Jetzt konnte auch ich die Freude über dieses Baby zulassen und küsste Maxwell fest.

"Ich liebe dich so sehr, Maxwell Flint." entgegente ich ihm und erhob mich wieder von seinem Schoß und hielt ihn meine Hand entgegen. "Lass es uns den Jungs sagen. Ich bin sicher Jace wird sich auch freuen." sagte ich und Maxwell stand nun ebenso lächelnd auf.

Es war wirklich schön dass er wieder lächeln konnte. Ja, wir waren vielleicht eine ungewöhnliche Familie, aber vielleicht hatte mein Verlobter Recht. Vielleicht war dieses Baby genau das, was wir jetzt brauchten. Licht in der Dunkelheit.

Light&Dark - Life and DeathWo Geschichten leben. Entdecke jetzt