Kapitel 20

12 6 0
                                    

Shawn Wyatt
by MusicalGirl200

Als Luan zu mir gekommen war und gemeint hatte, er hätte einen Auftrag für mich, hätte ich niemals gedacht, was es sein würde. Ich sollte in die Akademie des Lichts und dort ein Auge auf Noomi, Luans Tochter haben. Das hieß, ich musste mein zu Hause verlassen und das auf unbestimmte Zeit. Immerhin wusste niemand, wie lange der Auftrag ging.

Aber ich war Luan ein treuer Gefolgsmann und konnte ihn ja auch verstehen. Deshalb hatte ich zugesagt und war gleich am nächsten Tag noch aufgebrochen. Und hier war ich nun. Maxwell und Samara waren zunächst überrascht gewesen, dass ich die Krieger der Finsternis verlassen hatte. Aber natürlich durfte ich bleiben.

Eigentlich war das klar gewesen. Sie würden niemanden weg schicken und konnten jeden Krieger gebrauchen, den sie finden konnten. Allerdings wurde ich alles andere als herzlich empfangen. Jeder hier mied mich oder tuschelte über mich. Es wäre mir ein leichtes die Gefühle einiger Krieger des Lichts zu beeinflussen, um ihre Abneigung zu ändern, weil hier bestimmt einige einen nicht allzu starken Willen hatten.

Aber vermutlich wäre das nicht gut, wo ich ja ein Krieger des Lichts nun sein sollte. Hier war einiges nicht mein Fall. Aber für meinen König würde ich mir Mühe geben. Doch plötzlich lief ich im Gang in jemanden hinein. Tatsächlich war es Noomi und sie weinte. Als sie aufblickte und mich erkannte, wirkte sie überrascht.

Ich sah auf Noomi herab. Ich wusste, dass alle hier nun die Wahrheit über sie wussten und sie machten ihr das Leben schwer. Und da sagten die Krieger des Lichts, wir waren die Bösen. Was war dann das hier? „Alles ok?", fragte ich sie mitfühlend. Ich könnte alle dafür bezahlen lassen, dass sie ihr weh taten. Aber wäre das klug? Noomi ging wieder einen Schritt zurück und wischte sich eine Träne von den Wangen. „Nicht wirklich. Es ist nicht leicht die Tochter des Feindes zu sein", erklärte sie mir und ich verkrampfte mich kurz.

Das klang hart. Immerhin war Luan nicht mehr der Feind. Es gab eine schlimmere Bedrohung dort draußen. „Du solltest dir das nicht gefallen lassen. Lass die anderen doch reden. Du bist, wer du bist und wer damit nicht klar kommt, kann dich mal. Du hast nichts falsches getan, Noomi", erklärte ich ihr.

Sollten die Leute doch reden. Sie sollte ihnen zeigen, dass sie ihr damit nichts anhaben konnten, dann würde es auch aufhören. „So lange du dich weiter von ihnen quälen lässt, werden sie nicht aufhören. Ich weiß, das ist schwer, aber sie haben kein Recht so mit dir umzugehen."

"Und was schlägst du vor wie ich das machen soll? Wenn ich wen angreife dann denken sie erst recht ich wäre eine Verräterin. Ich kann nichts anderes tun als es über mich ergehen zu lassen, eine andere Möglichkeit habe ich nicht", erklärte mir Luans Tochter niedergeschlagen. Zu zeigen, wer der Stärkere ist, wäre natürlich auch gut, aber das war hier wohl nicht so das Ding. „Halte deinen Kopf oben. Zeige ihnen, dass sie sich ihre Worte sparen können. Du hast deine Freunde und sie mögen dich so wie du bist.

Darauf solltest du zählen, denn sie sind deine wahren Freunde. Und ich denke auch, dass viele nur so sind, weil sie im Endeffekt Angst haben, weil du mächtig bist und das bist du. Verstecke nie wer du bist", versuchte ich ihr meinen Rat zu geben und sah dann wie ein Mädchen mit blonden Haaren neugierig zu uns sah. Sie kam mir bekannt vor. „Kennst du Jess?", erkundigte Noomi sich dann, als sie meinen Blick bemerkte.

Ich kratzte mich etwas am Kopf. „Ich habe sie bei euch mal am Tisch gesehen. Also kennen würde ich es nicht nennen. Ehrlich gesagt, bist du gerade die Erste, die mit mir hier normal spricht", gab ich ehrlich vor ihr zu. Aber das war mir egal. Ich war ja auch nicht hier um Freunde zu finden, sondern um meine Aufgabe zu erfüllen. „Ich glaube, dass wird sich nicht ändern. Aber das ist schon ok", erklärte ich Noomi, als Jessica auf uns zu kam und ich lächelte ihr leicht zu. Sie war wirklich hübsch.

"Das würde ich nicht sagen. Also bei Runa war es am Anfang auch schwierig, aber jetzt hat sie ein schönes Leben hier", meinte Luans Tochter zu mir und lächelte leicht dieser Jessica entgegen als sie zu uns kam. "Hey", begrüßte sie uns schüchtern und sah dabei aber eher mich als Noomi an.

"Ähm, hey. Jess, das ist Shawn, er ist neu hier. Shawn, Jessica", machte Noomi uns beide richtig miteinander bekannt. Aber dann kam eine Gruppe von drei Jungs an uns vorbei und schnaufte verächtlich aus.

"Na sieh mal einer an. Wussten wir es doch. Besprecht ihr etwa gerade eure Pläne wie ihr uns schaden könnt? Luan's Tochter und ein angeblich bekehrter Krieger, jaja wer's glaubt. Wir wissen alle was ihr im Schilde führt. Halte dich von den beiden fern Jessica, bevor sie dich auch noch auf die dunkle Seite ziehen!"

Ich funkelte den Krieger an, ehe ich ihn am Kragen packte und gegen die Wand drückte. Ich war nicht zimperlich und würde mir nichts gefallen lassen. „Pass auf, was du sagst! Noomi ist ein gutes Mädchen und hat niemanden etwas getan. Du wirst dich jetzt entschuldigen!", machte ich ihm klar und setzte meine Fähigkeiten ein seine Gefühle zu beeinflussen.

Und tatsächlich war wie vermutet sein Wille nicht allzu stark und er entschuldigte sich bei Noomi und zog dann ab, woraufhin ihm die anderen beiden verwirrt folgten. „Einfach unglaublich und so jemand nennt sich einer der Guten", knurrte ich vor mich hin.

"Nimm es dir nicht zu Herzen, Noomi. Das sind Idioten und kennen dich gar nicht richtig", meinte Jessica zu der Dunkelhaarigen, die leicht nickte und sich eine Träne weg wischte. Dann verabschiedete sie sich und ließ uns beide allein. "Das war eben sehr ehrenhaft von dir gewesen. Wirklich", meinte sie zu mir sanft und strich sich eine blonde Haarsträhne nach hinten.

Ich lächelte Jessica leicht an. „Ich kann es nicht leiden, wenn jemand ungerecht behandelt wird", erklärte ich Jessica ehrlich. Doch sie schien anders, als die Krieger, die ich hier bisher getroffen hatte, zu sein. „Sollen wir zusammen Mittag machen?", fragte ich sie dann spontan. Freunde würden hier vielleicht doch nicht schaden, oder?

Light&Dark - Life and DeathWo Geschichten leben. Entdecke jetzt