Part 58: Verzweiflung

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- Schlagartig fällt mir alles aus dem Gesicht. Sie weiß es! -

Das mit Sam. Sie muss ihn gesehen haben, als er gegangen ist. Vi ist zwar ein wenig Naiv aber so Naiv auch nicht.

Unser Lehrer verlässt spät Abends mein Haus. Es ist doch ganz klar, dass sie sich einen Reim darauf macht.

Ich verhalte mich seit Wochen anders als sonst, genau seit dem Zeitpunkt seit dem er hier ist. Es hätte mir klar sein müssen, dass Vi das bemerkt, sie ist meine beste Freundin. Wenn es jemand merkt, dann sie.

Was mache ich jetzt?
Sage ich ihr die Wahrheit?
Sie wird ausrasten und Sam genauso.

Wenn sie es weiß und ich sie jetzt Belüge, wird sie mir das vielleicht niemals verzeihen.

Und wenn ich alles gestehe, verliere ich vermutlich Sam. Ich habe ihm versprochen, dass außer Mars niemand von uns erfährt.

»Ich kann das alles Erklären.« Versuche ich verzweifelt mich zu erklären, nicht zuletzt um Zeit zu schinden.

»Da bin ich ja mal Gespannt.«

»Ich wollte das nicht. Ich wusste ja nicht...«

»Hör doch auf Aurora. Du wolltest das nicht? Du bist doch auf ihn zugegangen.«

»Das stimmt doch gar nicht!«

Klar wollte ich ihn, aber er hat den ersten Schritt gemacht, nicht ich.

»Lüg mich doch nicht an. Er hat es mir doch erzählt.«

»Was?«

Wieso erzählt er ihr sowas?

Und wieso schiebt er mich vor?

Etwa um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen?

Ganz nach dem Motto ich hätte ihn Verführt und er ist schließlich auch nur ein Mann?

»Er hat mich vorhin angerufen und mir alles erzählt?«

Er hat sie angerufen? Was?

»Wovon redest du?«

»Von Elliot natürlich. Von wem denn sonst?«

»Ich äh... keine Ahnung... ich...«

Ich bin nicht im Stande auch nur einen klaren Satz zu formulieren.

Ich habe eben schon alles den Bach runter gehen sehen.

Meine Freundschaft zu Vi, meine „Beziehung" zu Sam. Einfach alles.

»Ich hab dir doch gestern noch gesagt, du sollst dich da Raus halten. Und was machst du? Du machst ihm die Hölle heiß. Denkst du ich kriege das nicht allein auf die Reihe?«

»Nein natürlich nicht.«

»Was dann? Warum mischt du dich dann ein?«

Eigentlich hat sie ja Recht, aber so langsam werde ich Sauer.

Sieht sie denn nicht, dass ich nur ihr bestes will?

»Vi. Du bist meine beste Freundin! Meinst du ich will mir Tage- oder Wochenlang mit Ansehen, wie dich das zerfrisst? Und mach dir nichts vor, du hättest ihn ja doch nicht darauf Angesprochen! Dafür hast du viel zu viel Angst Enttäuscht zu werden.«

»Ach, echt? Du kennst mich also besser als ich mich selbst?«

»Ja Vi. Das tue ich. Genauso wie du mich besser kennst als jeder andere. Und ich wollte daraus, dass ich mit Elliot geredet habe auch kein Geheimnis machen. Ich wollte euch nur auf die Sprünge helfen, weil er anscheinend genauso Unbeholfen ist wie du.«

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