Kapitel 61

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Lesenacht II

Im Esszimmer hing ein riesiges Banner mit dem Schriftzug ¨Alles Gute zum Geburtstag, Meron!¨, Luftballons flogen durch die Räume und ein Kuchen stand auf dem Esstisch, um den Tisch herum saßen mehrere Leute: James, Lily, Louisa und Chris Potter, neben ihnen Sirius und Castor Black und Hermine Granger und natürlich Meron. Es war relativ früh am Morgen für einige (Louisa stand sonst selten vor elf auf und auch James war ein Langschläfer), doch an diesem Morgen schienen alle mehr oder weniger hellwach zu sein.
¨Ihr hättet nicht für mich singen müssen, das war nicht nötig gewesen.¨, wiederholte Meron, es lag noch immer eine leichte Röte auf seinem Gesicht. Lily lächelte. ¨Wir haben so viel zusammen verpasst, dass es eindeutig nötig ist.¨, sagte sie und legte Meron ein weiteres Stück Kuchen auf den Teller.
Sirius grinste Meron an. ¨Sei nur froh, dass James nicht wieder die Idee hatte, mehrstimmig zu singen und zu tanzen.¨
¨Einmal und nie wieder.¨, sagte James grinsend. Sirius fasste sich an sein Herz. ¨Was, hat dir meine Performance nicht gefallen, mein Honigkuchenpegasus?¨
¨ Es lag nicht an dir, sondern an... nein, es lag nur an dir. Tut mir leid Tatze, aber in einem Kleid siehst du nicht halb so gut aus, wie du denkst.¨
Sirius zog scharf die Luft ein und sah James mit riesigen Hundeaugen an. ¨A-Aber du hast doch gesagt, dass du es mochtest! Sind meine Gefühle nur ein Spiel für dich?¨
¨Ich habe dich geliebt, Sirius, aber sieh dich doch mal an. Keiner, der bei Sinnen ist würde dich lieben.¨
Sirius griff beleidigt nach dem nächstbesten Gegenstand und warf ihn nach James.
¨Hey!¨, rief Louisa, als sie sah, dass ihr Erdbeermarmeladentoast nun direkt über dem Herzen ihres Vaters klebte und dessen ehemals schneeweißes Hemd einfärbte.
James schrie auf und viel zu Boden.
¨Mein Bein!¨, rief er. ¨Mein Bein, es brennt, oh bitte, erlöse mich von diesem Schmerz.¨
Sirius rannte um den Tisch und ließ sich neben James zu Boden fallen.
¨ Oh nein,mein Puddelmuffspätzchen, das wollte ich nicht, lass mich sehen.¨
James legte sich leidend hin.
¨Sag mir, kann mein Bein gerettet werden?¨
¨ Ich fürchte, dass wir amputieren müssen.¨
¨Oh nein! Wie soll ich denn jetzt meine Karriere als Fußmodell durchführen?¨
¨Ich weiß es nicht, Liebling, ich weiß es nicht.¨
James sah Sirius sinnlich in die Augen.  ¨Ich weiß es.¨, hauchte er.
Plötzlich stieß er Sirius von sich und setzte sich dann auf ihn drauf.
¨Rache¨, sagte er, ¨-ist Erdbeermarmelade.¨
Dann riss er sich den Toast von der Brust und schmierte ihn in Sirius Haare.
Nach dieser absolut kindischen Aktion (¨ Es war der Racheakt der Erdbeermarmelade, Lils, bitte, das ist nicht witzig¨ und ¨Meine Haare!¨ ¨Sirus, du-¨ ¨-ruiniert.¨ ¨-du kannst es einfach auswa-¨ ¨-auf immer zerstört. Mein Stolz, meine Freude.¨ ¨-Ugh, du bist unmöglich!¨) beendeten sie ihr Frühstück in relativer Ruhe und packten dann Sachen für einen kleinen Abstecher zum See zusammen, wo sie den Vormittag verbringen wollten. Am späten Nachmittag würden die restlichen Gäste (also der halbe Orden) kommen, doch bis dahin mussten sie sich abkühlen, denn es war furchtbar heiß. Merlin sei Dank für Badehosen, war der Gedanke, der Hermine durch den Kopf ging, als sie Meron sah. Draco Malfoy, was ein verdammt glücklicher Bastard. Merons Muskeln beeindruckten sie, doch seine Narben... sie war sehr froh, dass er sie mochte. Merlin, was hatte er für ein Leben geführt? Er war kein Moody, aber sein Rücken war dem von Sirius nicht unähnlich und Sirius war einer der besten Auroren überhaupt, der so ziemlich alles gesehen haben musste.
Doch allzu lange konnte sie nicht über Meron (oder sich selbst im Vergleich mit ihm) nachdenken, denn Sirius hatte James wegen der Toastgeschichte zu einem Wasserduell herausgefordert und alle Anwesenden waren irgendwie hineingezogen worden. Sirius hatte Castor, Meron und sie selbst auf seine Seite gezogen. James, Chris, Louisa und Lily waren gegen sie, doch wirklich fair spielte niemand. Hermine verfluchte ihr Unglück, nicht schon volljährig zu sein. Nein, stattdessen würde es noch mehr als einen Monat dauern. Verdammte Spur.
Sirius und James benutzten ihre Zauberstäbe, um Wellen zu erzeugen, während Lily es regnen ließ und Meron... irgendetwas machte.
¨W-AAAh!¨, schrie Hermine, als sie unter einer Welle begraben wurde und nach Luft japsend wieder auftauchte.
¨ Alles okay?¨, rief Meron und schwamm dann zu ihr rüber.
¨Hör zu.¨, sagte er und beschwor ein Schild, an dem die nächste Welle abprallte, ¨Wir müssen irgendwie Louisa und Chris auf unsere Seite ziehen.¨
¨Was? Warum?¨ , fragte Hermine verwirrt.
¨Geiseln. Ich kann sie hohlen, du passt auf Cas auf, okay?¨
¨Okay.¨, antwortete sie, ohne wirklich einen Plan zu haben. Dann sah sie, wie Meron sich Deckung hinter einem etwas suchte (sie hatte so viel Wasser im Auge, dass sie kaum sehen konnte) und von dort aus es über Chris und Louisa schneien ließ.
Als Chris dann dem Schnee ausweichend näher zu Meron kam, schnappte sich dieser den Jungen und zog ihn hinter die 'feindliche Linie'.
Sirius gab Meron ein High-Five, dann grinste er James an.
¨Wir haben deinen Sohn, Potter. Ergibst du dich nun?¨
¨Mach es nicht, Dad! Ich werds ertragen!¨
Sirius ließ eine Welle über Chris (und damit auch Meron) übergehen. ¨Bist du dir da ganz sicher?¨, fragte er ihn.
¨Ich werde mich niemals ergeben!¨, rief Chris, dann wandte er sich an Meron.
¨Du warst mein Bruder, Meron. Ich habe dich geliebt!¨
¨Ich habe dich jetzt.¨, sagte Meron und drückte Chris dann Unterwasser.
Doch weil sie nicht genug aufgepasst hatten, hatte sich James angeschlichen und Hermine in Gefangenschaft genommen.
¨Meron, rette mich!¨, rief sie und versuchte sich James Griff zu entziehen. Sie schaffte es sogar James unter Wasser zu drücken, doch er ließ sie nicht los.
So verbrachten sie den Vormittag und die Zeit verging zu schnell, viel zu schnell, bis es Zeit war zu gehen und alles für die kommenden Gäste vorzubereiten.

The Dark PrinceWo Geschichten leben. Entdecke jetzt