Nachdem Harry die alten Notizen und Aufsätze von Hermine bekommen hatte (sogar mit jeweiligem Datum, Quellenangaben und, bei den Notizen und Unterrichtsmitschriften farblich markiert), setzte er sich daran sie alle zumindest halbwegs im Kopf zu haben.
Keine einfache Angelegenheit, aber je mehr er übte, desto leichter fiel es ihm.
Hermine war von seinem "Fleiß und tugendhaften Lernverhalten" absolut begeistert. Sie blieb die letzte Ferienwoche bei den Potters und abends, wenn Luna oder Ginny nicht mehr da waren, saßen sie beide in der Bibliothek auf den bequemen Sesseln und bildeten sich weiter.
Es machte ihm wirklich Spaß sie mit Logik zu verwirren und sie genoss es ihn mit Kissen abzuwerfen.
So konnte er es ihr nicht mal übel nehmen, dass die die Potters immer häufiger vielsagende Blicke wechselten, wenn sie sie alleine auffanden. Wie bescheuert. Zum Glück waren Louisa und Chis nicht auch so hirntot.
In den Nächten schaffte er es noch nicht ganz den Kampfdummy zu perfektionieren, aber immerhin konnte er mit kleinen Fortschritten sein Ego aufrecht erhalten. Immerhin arbeitete er nicht jeden Tag stundenlang daran und dafür dass er keine Ahnung gehabt hatte, als er mit dem ganzen Kram angefangen hatte war die Explosionshäufigkeit doch noch akzeptabel.
Er würde den Dummy einfach schrumpfen und so lange in seinem Koffer versteckt halten, bis er einen geeigneten Raum fand, wo er mit seinem Experiment weiter machen konnte. In einem so gewaltigen Schloss wie Hogwarts sollte das ja kein Problem sein.
Harry saß auf seinem Bett und starrte in die Leere. Viel Zeit hatte er nicht mehr, aber gepackt hatte er schon am Vortag. Er musste einfach kurz Ruhe haben - ein rares Gut. Sowohl die Eltern als auch die Kinder plapperten ständig über die Wunder und Schönheit des Schlosses, wie gut das Essen sei und wie toll die Lehrer (oder eben nicht toll, je nach Individuum).
Tatsächlich machte er sich Gedanken (keine Sorgen!) um sein zukünftiges Haus.
Nach Gryffindor würde er es niemals schaffen, dazu fehlte ihm dieses gewisse Etwas. Merlin sei Dank! Hufflepuff klang nett, doch irgendwie bezweifelte er, dass seine Geheimnisse dort lange, nun ja, geheim bleiben würden. Sowohl Slytherin als auch Ravenclaw hatten ihren Charm. Die beiden Häuser schienen auch recht ähnlich zu sein. Für seinen Plan kam jedoch tatsächlich nur ein Haus in Frage. Er hoffte sehr, dass er es dorthin schaffte.
Jemand klopfte an seine Tür. "Harry, bist du noch da?", rief Hermine zögerlich.
Er räusperte sich. "Ja."
Sie öffnete die Tür und trat von einem Fuß auf den anderen. "Mr. und Mrs. Potter wollen dich sehen. Sie äh", sie grinste plötzlich, "Ach, du wirst es sehen."
Er stützte seine Ellenbogen auf seinen Beinen ab und lehnte sich vor. "Na da bin ich ja mal neugierig." Er stand auf.
"Bist du schon mit Packen fertig?" Auf sein Nicken hin folgte er ihr dann aus dem Zimmer. Warum hatten sie Hermine geschickt um ihn zu holen? Das ergab keinen - doch. Subtil war was anderes, aber gut.
Im Esszimmer warteten Lily und James. "Ach, wie lieb von dir dass du ihn geholt hast.", sagte Lily und strahlte Hermine an. Diese zuckte die Achseln und schaute mit zusammengezogenen Augenbrauen zu Harry. Er erwiederte ihr Achselzucken.
"Jedenfalls, danke. Denn Harry, du weiß es zwar nicht, aber wir Potters haben eine Tradition, welche wir gerne aufrecht erhalten würden.", sagte James.
"Genau! Als Sissi und Chris gerade elf und damit bereit für ihr erstes Jahr waren, haben wir ihnen das geschenkt und wir denken, dass es auch für dich das richtige ist."
Harry hatte absolut keinen Plan was jetzt passierte. Oder was sie ihm da andrehen wollten. Ein Buch vielleicht? Oder irgendetwas, was mit den Rumtreibern zu tun hatte?
James sah sich einen Moment um und fluchte . "Bin gleich wieder da." Damit ging er.
Besonders viel Vertrauen hatte Harry ja nicht in diese Angelegenheit. Es war irgendwie komisch. Er und Hermine standen Lily gegenüber, diese hatte ein leeres Halbgrinsen auf den Lippen und sah ihm nicht in die Augen. Er würde sicherlich nicht derjenige sein, der diese wunderbare Stille durchbrach. Wunderbar. Sicher.
"Also, äh Harry, bist du schon aufgeregt?", fragte Lily. Er wartete einige Sekunden bevor er antwortete. "Ein wenig. Aber immerhin kenne ich schon einige dort."
Sie nickte. "Sicherlich. Eine Schande dass ich dieses Jahr auch nicht da sein werde. Albus bracht meine Kompetenzen anderswo."
Wahrlich schlimm. Wie würde er ohne ihre ständige Präsenz funktionieren?
Hermine schien dies jedoch zu überraschen. "Tatsächlich? Aber sicher doch nicht das ganze Jahr."
Lily seufzte. "Ich weiß es noch nicht."
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The Dark Prince
FanfictionHarry James Potter wurde an Halloween 1981 von Lord Voldemort ermordet. Scheinbar. James und Lily Potter haben überlebt und widmen ihr Leben nun dem Widerstand. Sie vergessen nie was damals passiert ist. Doch das Leben geht weiter und der Krieg wi...
