✽Fifty Eight✽

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Yoongi

Meinen ersten richtigen Drohbrief bekam ich am Samstagmorgen. Ich war zu feige ihn alleine zu öffnen und so musste ich warten, bis Hoseok Zeit für mich hatte.

Jetzt ist es Abend und mein Freund sitzt neben mir auf meinem Bett, welches ich seit Jungkooks Besuch bestimmt viermal frisch bezogen habe. In meinen Händen halte ich einen kleinen, weißen Umschlag, auf dem aus Zeitungsbuchstaben ausgeschnitten mein Name steht.

„Wow, da hat sich jemand an einem wirklich schlechten Film orientiert," spottet Hoseok um die Stimmung zu lockern und ich muss sogar ein wenig Lächeln.
„Also ich hätte das ganz anders gemacht. Nicht so unkreativ," gehe ich auf sein Spiel ein und mein Freund lacht leise, ehe er mir einen Kuss auf die Schläfe drückt.

„Na komm, mach ihn auf damit wir wissen, wem wir eine sechs in Gestaltung und Kreativität geben können."
Ich schüttele grinsend den Kopf bei Hoseoks Worten, doch sobald mein Blick auf den weißen Umschlag fällt, keimt das Unbehagen wieder in mir auf.

„Mach du. Bitte," murmele ich und drücke Hobi den Umschlag in die Hand.
„Yoongi... mach du ihn auf. Ich glaube, es fühlt sich später besser an, wenn du dich deiner Angst stellst. Ich bin immer hinter dir," bemerkt Hoseok jetzt zögernd und will mir den Brief zurückgeben.

Ich aber schüttele bloß vehement den Kopf und sehe meinen Freund an, als wäre er komplett verrückt geworden.
„Auf keinen Fall, kannst du das nicht machen?," bitte ich ihn und Hobi seufzt. „Na gut."

Etwas grob öffnet er den Brief und ich werde kurz von einer eintrudelnden SMS abgelenkt.
„Du, Hoseok, willst du nächstes Wochenende mit zu meinen Freunden kommen?," frage ich meinen Freund, als ich die Nachricht von Taehyung lese.
„Die wollen dich kennenlernen."

„Klar, warum nicht," lächelt Hoseok und reicht mir den geöffneten Brief. Es handelt sich um ein ganz normales Blatt Papier und auch auf diesem sind die Buchstaben wie bei einem schlechten Krimi aus Zeitungspapier ausgeschnitten.

„Ich kann das nicht lesen," flüstere ich und fühle mich auf einmal viel zu schwach.
„Warum machen Menschen so etwas? Warum müssen sie mir drohen?," frage ich meinen Freund und komme mir dabei unfassbar jämmerlich vor.

„Weil es immer ein paar Arschlöcher auf dieser Welt geben muss, die anderen fertig machen, um sich selber besser zu fühlen."

Hoseok zieht mich an der Taille auf seinen Schoß und haucht mir einen Kuss in den Nacken. „Wegen diesem großen Arschloch, von dem der Brief ist, habe ich dich fast verloren und dazu auch noch unrecht behandelt. Glaub mir, wenn wir erstmal wissen, wer dahinter steckt..."

Er führt seinen Satz nicht fort, aber ich merke schon so, wie er sich anspannt.
„Alles gut, Hobi, jeder macht mal Fehler," sage ich daraufhin nur und mein Freund schlingt seine Arme fester um mich.

„Aber mein Fehler war ein viel zu großer! Du verzeihst so schnell, Yoongi." Er seufzt einmal und legt sein Kinn auf meiner Schulter ab.
„Ich liebe dich dafür. Selbst mit Jimin versuchst du klarzukommen, auch wenn es nur eine Zweckgemeinschaft ist. Du bist so unfassbar stark."

Ich fange bei Hoseoks Worten etwas an zu Lächeln, schüttele dann aber den Kopf.
„Wäre ich stark gewesen, hätte ich mich gewehrt."
„Nein, Yoongi. Manchmal heißt stark sein nicht, genauso zu sein wie andere. Manchmal heißt stark sein, darüber zu stehen und zu dulden, was mit einem gemacht wird, ohne sich selber darin zu verlieren."

„Aber ich habe mich doch fast verloren?," frage ich verständnislos und Hoseok reibt seine Nase gegen die weiche Haut meiner Wange.
„Aber nur fast. Du bist stark geblieben und sei es nur, weil du dabei an die gedacht hast, die dich lieben. Und jetzt lesen wir den Brief."

Ich lasse Hoseoks Worte so stehen, denn um ehrlich zu sein, muntern sie mich ziemlich auf. Trotzdem zittern meine Hände, als ich das Blatt Papier glatt streiche und langsam anfange, Wort für Wort zu lesen. Es braucht eine ganze Weile, bis ich jeden Satz realisiert habe und die eigentliche Bedeutung in mein Hirn gesickert ist.

Du bist so gut wie tot, Fatty. Ich sagte dir du sollst deine dreckigen Finger von Hoseok lassen, aber du bist so dumm und tust es nicht. Jetzt wirst du dafür bezahlen. Glaub mir, wenn ich mit dir fertig bin, wirst du dir wünschen zu sterben und Hoseok wird einsehen, dass so etwas dreckiges wie du niemals gut genug für ihn sein wird.

FattyGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt