Yoongi
„Egoist," spucke ich ihm ins Gesicht, aber Jin lacht nur.
„Das nennt sich einfach nur Selbstliebe, und das ist ziemlich gesund, weißt du. Letztlich ist man sich selber immer noch am Nächsten."
Jin greift nach meiner verletzen Hand und ich entreiße sie ihm, was aber nur wieder neue Schmerzen verursacht.
„Oh, hab ich dir wehgetan? Sowas aber auch... nur soll ich dir mal was sagen? Das hast du mir auch. Mit jedem Mal, wo du glücklich mit Hoseok warst."
Sein Gesichtsausdruck wird feindselig, ehe er beinahe schon wieder zärtliche Züge annimmt.
„Gut, ich muss dich verteidigen. Du dachtest wohl immer, dass ich glücklich wäre mit Namjoon. Oh und das war ich auch. Namjoon ist perfekt und ich liebe ihn."
Er seufzt ein wenig schwärmerisch und schüttelt dann den Kopf über sich selber. „Aber eine Beziehung mit ihm zeigt nicht, dass ich jeden haben kann, weißt du? Ich will mich nicht binden, sondern mit den Herzen spielen, so wie früher mit meinem gespielt wurde."
Jin wirkt kurz traurig und meine Gedanken überschlagen sich. Am liebsten würde ich jetzt wegrennen, aber in meiner Situation würde ich vermutlich nicht weit kommen und außerdem fühle ich mich gerade mehr so als würde ich jeden Moment zusammenbrechen. Wenn ich mich noch etwas gedulde, ergibt sich vielleicht eine Gelegenheit in der ich Jin überwältigen kann.
„Aber warum hast du mich in den Nachrichten als Schwuchtel beleidigt? Das macht ja keinen Sinn," frage ich ihn mit zittriger Stimme und Jin grinst, so als hätte er jetzt endlich die Chance mir seinen genialen Plan zu erklären.
„Als ob ich mir die Hände selber schmutzig mache. Ich hatte so meine Leute, die mit geholfen haben. Rosé kennst du sicher, sie hat dich beschattet. Und eine ihrer Freundinnen, Jisoo, hat dir sämtliche Briefe geschickt. Von mir kam nur die Ratte."
Ich beisse mir auf die Lippe als er Rosé erwähnt. Am Anfang war sie immer noch ganz nett zu mir, aber dann ist sie mit der Zeit immer fieser geworden und jetzt habe ich vermutlich die Erklärung dafür.
„Du sagst ja gar nichts. Bist du etwa so verletzt darüber, dass jeder dich hasst?" Jin schiebt seine Unterlippe vor, aber ich hebe nur eine Augenbraue.
„Ich werde nicht gehasst."
„Doch, klar. Du bist doch bloß Fatty."
Etwas in mir zerbricht laut. Du bist doch bloß Fatty. Nein. Nein. Ich bin nicht nur Fatty! Fatty ist ein Teil von mir, der meiner Vergangenheit angehört, aber ich bin Yoongi! Min Yoongi und niemand anderes!
„Ich bin Yoongi," zische ich aggressiv und Jin zuckt zurück, weil er scheinbar überhaupt nicht damit gerechnet hat das ich mich wehren werde.
„Und ich werde mir ganz sicher nicht mein verdientes Glück von dir kaputtmachen lassen!"
Mit diesen Worten schubse ich Jin ein Stück zurück, wobei meine Hände stark zittern. Das Adrenalin vermischt mit der Angst verleiht mir Mut, mich gegen Jin aufzulehnen und mich aus meiner Starre zu lösen.
„Ich. Bin. Nicht. Mehr. Fatty!"
Mit einem letzten Stoß landet Jin vor mit im Dreck, das Messer fällt ihm aus der Hand und ich komme wütend auf ihn zu.
„Es reicht mir, ich werde nicht mehr das sein, was andere in mir sehen! Ich bin Min Yoongi, ein ganz normaler Junge und ich lasse mir das nicht von dir kaputt machen!"
„Du bist kein ganz normaler Junge. Du bist eine der stärksten Personen die ich kenne!"
Überrascht sehe ich auf und blicke direkt in Hoseoks warme Augen, die meinen Blick einfangen.
Mein Freund steht am anderen Ende des Hinterhofes und an ihm vorbei drängen sich drei Polizisten.
Ich lächele.
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Fatty
FanfictionFatty - dicke Jungen lieben nicht. _ •Triggerwarning! [2 Kapitel enthalten selbstverletzende Inhalte]
