30 | Die Farbe der Unschuld

1.3K 124 66
                                        

Wer voller Unschuld ist, will nichts von Gnade wissen.

Johann Christoph Gottsched

***

Arya

Nachdem Ümit ging, hatte ich noch kurz Kelsey beim abräumen und abwaschen geholfen. Zu Hause angekommen hatte ich nichts zu tun, weshalb ich mich spontan dazu entschied eine Maske aufzutragen. Während mein Gesicht die Maske einzog, wusch ich ein wenig Staub weg und räumte das Chaos auf. Seitdem Asya hier war, war das Gästehaus die reinste Unordnung. Nicht, dass ich mich beschwerte. Anschließend ging ich duschen und zog mir danach eine boyfriend Jeans an, kombiniert mit einem schlichten schwarzen T-Shirt, die ich mir dann locker in die Hose reinsteckte. Während ich meine nassen Haare kämmte, fiel mir ein, dass ich sie schneiden wollte. Ich legte den Kamm zur Seite, lief wieder ins Zimmer und setzte mich auf mein Bett.

»Zeit um einen Friseursalon zu suchen...«, sprach ich zu mir selbst und suchte bei Maps.

***

»Liebes, du bist dir echt sicher, dass du diese langen wunderschönen Haare schneiden lassen willst?«, fragte die Frisösin gefühlt zum hundertsten Mal und bewunderte meine Haare.

»Ja, bin ich. Ich brauche etwas Neues. Außerdem ist es zu warm und es wird mir echt anstrengend sie zu pflegen.«, durch den Spiegel vor mir sah ich sie mir an. Sie wirkte leicht überzeugt.

»Na dann. Wehe du weinst später, weil du es bereust!«

Während der Prozedur zwischen Haare waschen und schneiden, entschieden wir uns kurzfristig dazu, mir einige blonde Strähnen zu färben.

Während der Prozedur zwischen Haare waschen und schneiden, entschieden wir uns kurzfristig dazu, mir einige blonde Strähnen zu färben

Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.

Das Endergebnis war unerwartet. Die Farbe passte sich meiner leicht blassen Haut an und irgendwie wirkten meine Augen heller als sonst. Mir gefiel es. Ob es Ümit gefallen würde? Mochte er Blondinen? So wie das Schicksal es wollte, rief er mich genau in dem Moment an. Er hatte es versprochen mich anzurufen. Er hatte es nicht vergessen.

»Hey.«, ich lächelte ins Telefon rein.

»Hey, mein Baby. Wie geht's dir? Was machst du?«, mein Baby. Du bist mein Baby. Mein großes Baby. Dein baby daddy.

»Mir geht's gut. Besser. Ich bin beim Friseur.«, erzählte ich ihm während ich durch meine Haare ging und mich selber im Spiegel ansah.

»Ach, deshalb geht es dir besser?«, fragte er lachend, »Hast du deinen Frust an deinen Haaren rausgelassen?«

»Mhm... ja. So schaut's aus.«

»Solange sie jetzt nicht blond sind.«, murmelte er. Oh mein Gott, mein Herz. Mein Lächeln verblasste.

»Eh...«, ich hatte keine Worte. Was sollte ich sagen?

»Oh... du bist blond.«, sagte er überrascht. Sollte ich meine Haare wieder braun färben und so tun als wäre nichts passiert? »Ist bestimmt gewöhnungsbedürftig.«

Eine gemeinsame SeeleWo Geschichten leben. Entdecke jetzt