second chance - harry | 47

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Everyone deserves a second chance.

Etwas entsetzt blickte ich von Ethan zu Niall, der kein Wort herausbrachte. Das junge Mädchen hingegen war mir gänzlich unbekannt. Dennoch ahnte ich, wer sie war.

„Woher wisst ihr, wo ich wohne?", ergriff ich letzlich das Wort. „Ich habe Louis ausgequescht", lächelte Ethan mich entschuldigend an.

„Wieso bist du hier?", wandte Niall sich schließlich an seinen Bruder, dem er sich gegenüber setzte. „Tiara hat mich angerufen, weil unser Vater wegen einem Herzinfakt ins Krankenhaus gekommen ist", erklärte Ethan schwer schluckend.

„Unser Vater hat sich die letzten Jahre nie bei mir gemeldet. Er hat mich ignoriert als ob wir uns nicht kennen würden. Der Kerl ist mir mittlerweile scheißegal. Und mit seiner neuen Familie will ich auch nichts zu tun haben", antwortete Niall in einem zynischen Ton.

„Mit dir im Übrigen auch nicht. Du hast dich einfach verpisst und mich allein gelassen, obwohl du mir mal versprochen hast das nie zu tun", fügte er hinzu und wirkte schon mehr verletzt als wütend.

„Tut mir leid, dass er dich" „Nein. Halt lieber den Mund. Sonst raste ich hier komplett aus. In mir drin brodelt es nämlich gerade extrem", schnitt Niall ihr unsanft das Wort ab.

„Niall. Lasse sie doch mal ausreden", boxte Riley ihm empört gegen den Oberarm und sah Tiara auffordend an weiterzureden. „Ich weiß nicht, was zwischen euch passiert ist aber er hat so getan als ob du schuld an dem Kontaktabbruch wärst", erzählte Tiara zu Ende.

„Ich kenne nur die Version von unserem Vater. Deshalb würde ich gerne auch deine hören", mischte Ethan sich ein. „Die wüsstest du, wenn du nicht einfach gegangen wärst", zischte Niall seinen Bruder harsch an, der sich davon jedoch nicht beeindrucken ließ.

„Ich habe euch Briefe geschrieben aber die sind unbeantwortet zurück gekommen und die alte Telefonnummer war nicht mehr vergeben. Deshalb dachte ich, dass du nichts mehr mit mir zu tun haben willst. Zumal ich eh kein Geld mehr hatte um zurück nach England zu fliegen", erklärte Ethan sich, was jedoch an Niall abprallte.

Ohne Vorwarnung wurde Niall jedoch von Riley aus der Küche gezerrt. „Geht es ihr gut?", flüsterte Ethan mir zu, woraufhin ich ebenfalls zu Valerie sah, die sich mit einem schmerzerfüllten Blick an der Küchenzeile abstützte.

„Nein", schlug Valerie sanft meine Hand weg. Stumm folgte ich ihr in den Flur, wo sie bereits nach zwei Schritten drohte zusammenzubrechen. Darum hob ich sie gegen ihren Willen im Brautstyle hoch und brachte sie in unser Schlafzimmer, wo ich sie auf dem Bett ablegte.

„Machst du das jetzt öfters?", hakte sie grinsend nach. „Nein, absolut nicht", lächelte ich sie falsch an, wobei Valerie mich am Arm zu ihr ins Bett zog.

„Denkst du Niall wird mit seinem Vater reden?", brach Valerie die darauffolgende Stille. „Wenn Riley ihm ins Gewissen redet bestimmt", zuckte ich mit den Schultern und strich mit den Fingerkuppen über Valerie's Unterarm.

„Wenn mein Vater plötzlich auftauchen würde- Ich würde ihm verzeihen", meinte Valerie resigniert. „Und was wenn er freiwillig untergetaucht ist? Würdest ihm dann auch noch verzeihen?", traute ich mich zu fragen, wobei Valerie länger schwieg.

„Vermutlich schon", wisperte sie so leise, dass ich es kaum verstande, „Würdest du deinem Vater die Fehler von früher verzeihen, wenn er noch leben würde?" „Jeder Mensch macht Fehler und jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Also ja, ich würde ihm wahrscheinlich verzeihen", erwiderte ich ihr ohne großartig zu zögern.

In My Blood | h.sGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt