„Das ist dein Helm. Schick oder? Lydia hat ihn passend zum Moped gekauft. Weiber!" Er verdrehte die Augen. „Na komm! Setzt ihn auf und dreh eine Runde." Auffordernd hielt Dawson mir den cremefarbigen Helm entgegen.
„Aber ich darf doch gar nicht damit fahren! Ich hab doch keinen Führerschein!", protestierte ich.
„Doch. Das hier ist eine Privatstraße. Streng genommen darfst du. Komm ich erkläre es dir. Setz dich mal drauf."
„Okay", sagte ich und Dawson setzte sich hinter mich. Schritt für Schritt erläuterte er mir die Technik, aber eigentlich verstand ich nur Bahnhof. Bereits als er sich hinter mich gesetzt hatte, war mein Gehirn wie leergefegt und als er um mich herumfasste, und sein Arm beim Gestikulieren immer wieder meinen streifte, ging gedanklich gar nichts mehr. Seine Nähe verwirrte mich völlig.
„Riley?"
„Hm?", machte ich. Hatte ich was verpasst? Was hatte er als letztes gesagt?
„Riley, Riley, Riley", hörte ich ihn tadelnd sagen. „Wo bist du nur mit deinen Gedanken?"
Mit den Fingerspitzen strich Dawson über meinen Arm und ich schluckte. Seine Finger wanderten unaufhaltsam weiter nach oben, strichen meine Haare zur Seite und ich spürte seine Lippen auf meiner nackten Haut. „Weißt du jetzt, warum ich nicht wollte , dass es dir jemand anders beibringt? Ich will nicht, dass jemand dir nur halb so nahe kommt wie ich. Schon gar nicht dieser Fotograf! Der sollte sich dir am besten nicht mal auf fünf Meter Entfernung nähern, wenn er keinen Kieferbruch will."
Ich biss mir auf die Lippen, verabschiedete mich gedanklich von der Idee, dass ich vielleicht auf positive Resonanz von Dawson hoffen konnte. Er konnte Thomas nicht leiden und er würde sich in Godzilla verwandeln und mich auffressen, wenn ich ihm sagte, was Thomas vorgeschlagen hatte. Ganz toll. Diese Aussicht verbesserte meine Konzentration kein bisschen. Am liebsten hätte ich losgeheult. Doch das hätte sofort Fragen aufgeworfen, auf die ich mich mental erst einmal vorbereiten sollte.
„Ich will mit dir schlafen, Riley!"
Erschrocken zuckte ich zusammen. „Was? Jetzt? Hier?", fragte ich verwirrt.
Dawson seufzte. „Nein. Natürlich nicht, Riley. Ich versuche nur deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch wenn es dir nicht klar ist: ich geb mir hier grad wirklich Mühe!"
Er klang dermaßen enttäuscht, dass es mir leidtat.
„Du hast mich nur ein bisschen durcheinander gebracht. Du bist so nah und..."
„Das magst du nicht?" Er klang alarmiert. „Bin ich vorhin zu weit gegangen? Gott Riley, das tut mir alles schrecklich leid. Keine Ahnung warum ich mich nicht besser im Griff hatte. Ich hab geschworen dich nicht zu bedrängen."
Hastig stieg Dawson vom Roller und brachte mehr Abstand zwischen uns. Nun fühlte ich mich noch schlechter. Er hatte mich total falsch verstanden.
„Nein, so meinte ich das nicht Dawson. Es hat... mir gefallen. Ich mag deine Nähe. Aber es lenkt mich eben auch ab."
Er fuhr sich durch die Haare. Dann kam er wieder näher, ging vor mir in die Hocke, von wo er bittend zu mir aufsah. „Du würdest mich in der Sache doch nicht anlügen, oder? Das ist wichtig."
Himmel, war das alles unangenehm.
„Ich mag, es wenn du..." Hilfe! Ich hatte keine Ahnung, wie ich es sagen sollte. „...wenn du..." Mein Gesicht begann zu glühen.
„Wenn ich dich berühre? Küsse?", half er mir. „Wenn ich dich errege?" Ich nickte, hauchte leise ein „ja".
„Oh Mann, Riley. Du bist so unglaublich süß."
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Finally - Falling for you
RomanceBand 1 der "Finally"- Reihe. Die tiefsten Wunden bluten nicht. Schon seit frühester Jugend schwärmt die sechzehnjährige Riley für den attraktiven, aber launischen Dawson, der sie konsequent auf Abstand hält. Der Altersunterschied von sechs Jahren zw...
