25// Zeitpläne.

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Maggie grinste breit. Sie liebte meine Gran. Und ich lehnte mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sagte, dass auch Marylin sie liebte. Schon nach einem Tag hatten die beiden eine seltsame Verbundenheit aufgebaut und sich gegen mich verschworen gehabt. 
"Wenn du magst kann sie bei mir bleiben. Ich bin sowieso meistens bei Anton." Erklärte sie mir und lächelte breit. Ich hatte ein Apartment, das zwar groß  aber nicht wirklich für Besuch ausgelegt war. Ich wollte mich auf die Couch verkrümeln und Gran das Bett überlassen, auch wenn sie vermutlich wieder herumzetern würde, weil sie mir nicht mein Bett klauen wollte. Als ob ich es ihr nicht angeboten hätte.
Doch es war keine schlechte Idee sie bei Maggie einzuquartieren. Dort hatte sie ihre eigene kleine Wohnung. Nur lag das Haus natürlich etwas außerhalb. Gerade wenn ich unterwegs war, kam sie von dort nur schwer weg. Aber vielleicht würde ich, wenn ich viel Zeit dort verbrachte auf Lucy treffen. Ganz sicher würde ich auf Lucy treffen.
"Er will das ich all meine Sachen packe und bei ihm einziehe." Fügte sie leise hinzu und riss mich aus meinen Gedanken. "Er will was?" Hakte ich nach und grinste. "Er will das ich bei ihm einziehe. Er sagt sein Haus ist größer und nicht so weit von der Villa entfernt. Außerdem schlafen wir höchstens einmal in der Woche dort und sind sonst auch fast immer zusammen." Führte sie aus. "Aber naja..." Maggie runzelte die Stirn. Sie machte dieses Gesicht. Es war typisch für sie. Schon vor zehn Jahren hatte sie genauso ausgesehen. Immer dann wenn sie etwas zerdachte. Wenn sie so lange über etwas grübelte und es am ende kaputt dachte. Es war als würde man zu lange ein Wort anstarren und sich dann nicht mehr sicher sein, ob es wirklich so geschrieben wurde. "Naja, was?" 
Sie seufzte. "Ist das nicht zu früh? Ich meine es sind erst zwei Monate? Ich kenne ihn erst seit drei. Was wenn wir uns überfressen?" Fragte sie und ich kniff die Augen zusammen. "Als würde man zu viel von seinem liebsten Kuchen essen und danach kotzen müsste?" Ich lachte auf. "Was wenn du merkst, dass du einen ganzen Kuchen essen kannst, ohne das dir schlecht wird?" Sie überlegte. "Was wenn nicht?" 
So kamen wir nicht weiter. "Ich liebe ihn. Aber was wenn er merkt, dass ich im wahren Leben anstrengend bin?" Wollte sie wissen und diesmal lachte ich laut auf. "Maggie, das hier ist das wahre Leben." Erklärte ich ihr. "Außerdem kennt er deine Familie." Fügte ich hinzu, doch sie legte nur den Kopf schief. "Wenn ein Mann die Familie kennt und sich so wohlfühlt, wie Anton es tut, dann ist er All-in. Außerdem will er doch das du bei ihm einziehst. Er ist an Bord, Maggie. Die Frage ist nur, bist du es auch?" 
Lange sah sich mich an und dachte über meine Worte nach. Ich konnte ihr ansehen, dass da noch etwas war. Und ich griff nach ihrer Hand. Doch bevor ich ihr sagen konnte, dass alles gut werden würde und Anton sie liebte, unterbrach sie mich schon.
"Ich bin drüber. Seit zwei Wochen." Ihre Stimme war voller Panik. "Du weißt wie pünktlich ich bin." Fügte sie schnell hinzu und sah sich in der Vorhalle um. Doch wir waren allein. Und ja ich wusste wie pünktlich sie war. Maggie hatte mir in den letzten Zehn Jahren alles beigebracht, was Mann über den weiblichen Zyklus wissen sollte. Und mehr. Wir hatten mehr als einmal auf der Couch gegammelt, weil sie Unterleibschmerzen hatte. Oder ich hatte dabei zugesehen, wie sie lachte und plötzlich bitterlich anfing zu weinen. Hormone waren echt der Shit! 
"Hast du einen Test gemacht?" Fragte ich sie und sie schloss die Augen. Holte tief Luft und atmete wieder aus. Sie stand kurz davor in Tränen auszubrechen. "Nein." Ich nickte. "Hast du mit Anton gesprochen?" Geschockt sah sie mich an. "Nein!" Sagte sie vehement. Wieder nickte ich. "Also wenn du nicht weißt, ob du mit ihm zusammenziehen sollst, geht es eigentlich gar nicht ums zusammen ziehen, richtig?" Fragte ich nach, um die Sache wirklich komplett zu verstehen. Sie nickte. "Scheiße, Dean. Was wenn ich..." Sie brach ab. "Zwei Monate." Fügte sie hinzu. "Vielleicht bist du nur gestresst." Warf ich ein. Man sollte nicht den Teufel an die Wand malen. Es gab hunderte Gründe, warum sie drüber sein konnte. "Ja oder vielleicht bin ich..." wieder brach sie ab und sah sich um. 
Maggie würde so lange darüber nachdenken, bis sie völlig panisch war. "Geh an die Arbeit. Ich besorge dir nach dem Training einen Test und wir beide treffen uns heute Abend bei mir." Erklärte ich und sie sah mich an. In ihren Augen lag ein verräterisches Glitzern. Sie sah aus, als würde sie anfangen zu weinen. Ungewöhnlich, doch kein Grund zur Sorge. "Danke." Flüsterte sie und lächelte schwach, dann wandte sie sich ab und ging Richtung Büro. 
Anton kam gerade aus der Halle gejoggt und nickte als er mich sah. "Chief?" Er bemerkte Maggie als, als er um die Ecke kam. Sofort bildete sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht aus. Er begann regelrecht zu strahlen. Er vergötterte sie wirklich. Gut so, denn wenn er ihr wehtun würde, dann müsste ich ihm wehtun.
"Hey, Baby. Bist du öfter hier?" Fragte er schelmisch und musterte sie mit einem breiten Grinsen, doch Maggie lächelte nur schwach. "Entschuldige, ich muss los." Dann marschierte sie mit schnellen Schritten davon. Irritiert sah Anton ihr nach. Langsam kam er auf mich zu. Er wirkte verdutzt. Irgendwie verletzt. 
"Hat sie was zu dir gesagt?" Wollte er wissen und ich hob fragend die Brauen. "Sie ist komisch. Hab ich was Falsches gemacht? Ist es weil ich sie gefragt hab, ob sie bei mir einzieht? Sie will doch nicht Schluss machen, oder?" Seine Worte klangen ernst. Er war hatte Angst, dass sie sich von ihm trennen wollte? Ich konnte kaum glauben, das Anton 'The Sting' Brewer sich in den letzten Monaten von einem Aufreißer zu, nun ja, Anton gewandelt hatte. Nicht das ich ihn je mit einer anderen Frau gesehen hatte. Also jedenfalls näher als normal. Er hatte die Cheerleader angemacht, doch keine davon hatte er mitgenommen. Nicht das ich wüsste. Anton war eben nicht so hart wie er immer tat.
"Willst du das sie mit dir Schluss macht?" Fragte ich ihn und er wandte den Blick von dem Gang ab in dem Maggie verschwunden war. Er sah mich an. "Auf keinen Fall. Ich werde diese Gestörte definitiv heiraten. Aber wenn sie mich abserviert, wird mein Zeitplan ziemlich auf den Kopf gestellt." 
Am liebsten hätte ich gelacht. Denn nichts auf dieser Welt, stellte Zeitpläne mehr auf den Kopf als ein Baby und auch wenn Anton das nicht wusste, war es doch das worum es hier ging.
Baby oder kein Baby. Das war hier die Frage.



Ein Cavalier hin und wegWo Geschichten leben. Entdecke jetzt