20// Get'cha head in the game!

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Genervt, dass ich tatsächlich nicht ewig an ihrem Bett hatte sitzen können, stand ich vor der Halle. Am liebsten wäre ich geblieben, bis sie aufwachte. Doch das Training rief. 
Es war kurz vor drei und ich hatte vor einer Stunde dass Krankenhaus verlassen. In der Zeit war ich, zu meinem Glück, keinem Davis über den Weg gelaufen. Denn anders als Lucy hätte ich nicht so schnell schalten können und es auch gar nicht wollen. 
"Chief!" Ich wandte mich um. Anton kam vom Parkplatz auf mich zu gejoggt und grinste. "Wie geht's?" Wollte er wissen und legte seinen Arm um meine Schultern. Er wollte doch etwas. Sein auffälliges Grinsen und dieser seltsame Ton.
"Gut." Erklärte ich kurz. "Wie geht es der kleinen Davis?" Fragte er und grinste noch breiter. Wusste er, dass ich da war? Im Krankenhaus? "Gut." Sagte ich langsam und verengte die Augen. "Also keine Ahnung was Lucy von den Blumen hält, aber Maggie und Pippa sind begeistert." Ich stöhnte. "Sie sind gerade im Krankenhaus." Fügte er hinzu und ich nickte. "Hat sie ziemlich überrascht der Blumenstrauß." Ich nickte wieder. "Pippa fängt schon an das Personal auszufragen." Diesmal schnaubte ich. "Pippa soll sich um ihren eigenen Scheiß kümmern." Schimpfte ich leise und betrat mit Anton die Halle. "Mir brauchst du das nicht sagen." Lachte er und hob abwehrend die Hände.
"Aber im Ernst." Begann er und kam einen Schritt näher. "Wie sah sie aus? War sie wach?" Ich schüttelte den Kopf. "Die Schwester meinte sie würde wohl noch eine Weile schlafen." Er  nickte. "Sie sah etwas blass aus. Aber hätte nichts anderes erwartet." Wieder nickte er. Doch er sah, das ich mir trotzdem Sorgen machte. Und ich lächelte, als auch ich bemerkte, dass er sich sorgte. 
Mir war es schon beim Essen aufgefallen wie er, nicht nur Maggie, sondern die ganze Familie ansah. Es war als würde er sie alle lieben. Und er schien Maggie nur noch mehr dafür lieben, dass sie ihn ein Teil davon sein ließ. 
Egal wie lange die beiden zusammen waren, er gehörte zur Familie. Für mich stand das fest und für Maggie auch. Nur ich wusste nicht, ob er selbst es auch wusste.
"Wir sollten uns beeilen, sonst lässt Dan uns noch Runden laufen." Sagte ich und schlug ihm auf die Schulter. "Oder Hundert Strafwürfe." Sagte er und lachte auf. Ich grinste. Denn genau das hatte ich ihn tun lassen, nachdem er ein Arschloch im Training war. 
Tja manche Menschen lernten eben einfach nur so. Und Anton gehörte dazu. Dabei waren Hundert Strafkörbe für ihn ja nicht wirklich eine Bestrafung. Vor allem wenn er eh nach dem Training noch länger in der Halle blieb. Das hatte mir Maggie erzählt. Manchmal blieb er bis spät in die Nacht. 
Wir betraten die Kabine und begrüßten die anderen. Dann zogen wir uns um. In drei Tagen war das nächste Spiel. Wir würden gegen die Pistons, das Team aus Detroit, einen klaren Kopf brauchen. Und dabei dachte ich vor allem an mich selbst. Eine Katastrophe wie im letzten Spiel wollte ich unbedingt vermeiden. Ich war lange genug im Business. 
Und doch schaffte ich es meinen Kopf nicht durchgängig auszuschalten und mich einfach nur auf das Training zu konzentrieren. Immer wieder sah ich Lucys fahles Gesicht. 
Ich wollte da sein, wenn sie die Augen öffnete. Doch das ging nicht. Der einzige Trost war, dass ich wusste das sie nicht alleine war. Maggie und Pippa und auch Mike wären da, wenn sie ihre schönen Augen aufschlug. Sie würde ihre freundlichen Gesichter sehen. So wie ich es ich gesagt hatte. Sie war nicht allein. Selbst wenn ich nicht da war. Wie liebten sie alle.
"Reiß dich zusammen, Dean." Rief Dan und ich nickte genervt. Schüttelte meine Gedanken ab und konzentrierte mich auf den doppelten Angriff, der nun auf mich zukam. Doch Deek und Quentin brachen durch als wäre ich gar nicht da. Frustriert schnaubte ich. 
"Dean!" Rief Dan und ich wandte mich um. Er winkte mich heran, übergab das aktive Training an Derek und ging ein paar Schritte vom Feld weg. Ich folgte ihm.
"Ich weiß nicht was im Moment mit dir los ist. Aber du musst deinen Kopf frei bekommen." Sagte er und ich nickte. Er holte tief Luft und senkte den Blick. 
"Hast du was von Lucy gehört?" Fragte er mit gesenkter Stimme und hob den Blick. Ich lächelte traurig. "Sie ist aus dem OP raus und es soll wohl alles gut verlaufen sein. Aber genaues weiß ich nicht." Er nickte. Auch auf seinem Gesicht konnte man diesen besorgten Ausdruck erkennen. Egal was, diese Familie sorgte sich umeinander. Und ich beneidete jeden einzelnen darum ein Teil von ihr zu sein.
 "Danke." Erklärte er mit einem matten Lächeln. Dann streckte der den Rücken. "Und jetzt wieder ans Training. Die Pistons schlagen wir nicht mit einem müden Lächeln." Ich lachte und entfernte mich von ihm. Kehrte auf das Feld zurück und wappnete mich wieder den Spielzügen, die wir noch immer nicht voll und ganz verinnerlicht hatten.
Vielleicht sollte ich aber auch von mir nicht auf andere schließen. Denn im Vergleich schloss ich echt mies ab. Zu meinem Glück fand ich im Angriff fast wieder zu meiner gewohnten Form zurück. Get'cha head in the game!  Ich lächelte dabei wie Maggie diesen bescheuerten Disney-Film,  zum zehnten Mal guckte und ich direkt neben ihr saß. Doch sie hatte immer so süß gelächelt und lautstark mitgesungen. Ob Lucy den Film auch so gerne gesehen hatte? Ob sie eine Schwäche für Zac Efron hatte? 
Ich hoffte ja eigentlich das sie eine Schwäche für Basketballer hatte. Nun eigentlich hoffte ich, dass sie eine Schwäche für diesen einen ganz bestimmten Basketballspieler hatte. Mich! Aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich weniger gut singen konnte als Zac und ich war auch nicht ganz so elegant, während ich spielte. Nun aber dafür war ich ihr verfallen.
Man konnte eben nicht alles haben. Dabei würde ich versuchen alles für sie zu sein. Alles was sie brauchte und auch alles was sie wollte. 



Ein Cavalier hin und wegGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt