"Ey das mit vorhin tut mir Leid." Sagte Anton gerade, als wir auf dem Weg zum Haus waren. Ich wusste selbst nicht warum ich überhaupt noch zu dem bescheuerten Film ja gesagt hatte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass aus uns nie etwas wird. Ein Satz und meine Laune war im Keller.
Ich verstand was Anton damit hatte bezwecken wollen. Er wollte Lucy die Idee in den Kopf setzen, dass ich auch noch da war. Aber nun zu hören, dass sie kategorisch ausschloss mit mir was anzufangen, war trotzdem nicht besonders schön.
Dabei war ich doch ein gutaussehender Kerl. Das hatte ich von Frauen oft gehört. Und auch ich hielt mich für einen ganz hübschen Kerl. Dazu kam das ich einen Job hatte, ich hatte einen Schulabschluss, war recht intelligent, mochte Musik und Kunst, war ein recht guter Koch und meistens auch ziemlich nett.
Sie würde mir nicht immer noch vorhalten, was damals passiert war. Als ich sie nervig genannt hatte? Mit Vierzehn? Da war ich ein Idiot und viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Ich hatte nie wirklich beabsichtigt ihre Gefühle zu verletzen. Ich hatte nicht mal ansatzweise gemerkt, dass sie irgendwie in mich verknallt sein könnte.
Selbst wenn hätte ich natürlich nichts unternommen. Immerhin war sie Vierzehn. Ich war ja nicht krank. Meine Interessen hatten damals eher wo anders gelegen. Und zwar bei mir selbst. Es ging mir um den Sport, um Geld, um Sex und um mich. Damals hielt ich mich für den größten Macker auf dem Planeten.
Vielleicht hatte ich deswegen so viel Zeit mit Maggie verbracht. Sie erinnerte mich daran, dass es wichtigere Dinge im Leben gab. Sie erinnerte mich daran wie ich gewesen war. Ohne sie wäre ich jetzt nicht der Mann, der ich war.
"Schon okay. Kannst ja auch nichts dafür." Sagte ich zu Anton und folgte ihm die Einfahrt hinauf. "Hätte ich mich nicht eingemischt, wäre das nicht passiert." Erklärte er aber und verzog das Gesicht. Das mochte stimmen. Doch wenn es anders gewesen wäre und Maggie direkt gesagt hätte, ja klar, lass uns ausgehen, wäre ich ihm um den Hals gefallen. Man bekam halt nicht immer das was man wollte. Auch wenn Maggie das neuerdings etwas anders sah.
"Du solltest sie einladen." Sagte er bevor wir das Haus betraten. "Ich meine sie ist ganz rot geworden. Sie glaubt vielleicht einfach du hast kein Interesse an ihr." Führte er weiter aus. "Ihr wärt echt ein süßes Paar." Ich sah ihn mit hochgezogenen Brauen an und grinste. "Ein süßes Paar, also?" Hakte ich nach und er lachte. "Maggies Einfluss." Erklärte er nur und zuckte mit den Schultern.
Wir folgten den Mädels, die es schafften die gesamte Zeit über Gott und die Welt zu reden, ins Haus und während Maggie mit Anton in der Küche verschwand, um sich auf die Suche nach Snacks zu machen, blieben wir vor dem Fernseher und trafen eine Vorauswahl.
"Worauf hast du Lust?" Fragte mich Lucy, während sie vor dem riesigen Fernseher stand und mich über die Schulter hinweg ansah. Ich hatte mich auf die kleinere Couch gesetzt und blickte zu Lucy auf. Doch alles was ich sah war ihr Körper hinterleuchtet von dem Fernseher.
Ich schnaubte und warf meinen Kopf zurück. Denn es war nicht leicht ihre Kehrseite zu betrachten, ohne die ganze Zeit ihren Hintern anzustarren, oder sich vorzustellen, wie er nackt aussah. Ich war immerhin auch nur ein Mann. Und Lucy war eine Frau. Leider war sie auch noch die Schönste Frau der Welt.
Ich räusperte mich und bereitete mich vor ihr zu antworten, doch als ich den Kopf hob, stand sie direkt vor mir und sah mich stirnrunzelnd an. Schnell setzte ich mich aufrecht hin, versuchte mich zu entspannen und gleichzeitig nicht in Panik zu geraten.
Dann lächelte sie entschuldigend und ließ sich neben mir auf die Couch fallen. Langsam beugte sie sich zum Tisch vor, legte die Fernbedienung ab und wand sich wieder mir zu. Sie legte ihre Finger auf mein Knie.
Langsam blickte ich zwischen ihren Augen und ihren Fingern hin und her. Das musste doch ein Witz sein. Ich versuchte nicht daran zu denken, wie nah ihr Körper meinem war. Wie nah ihre Finger meinem besten Stück waren. Wie einfach es wäre sie jetzt zu küssen.
"Das im Diner..." Begann sie leise, ich sah auf ihr Gesicht. Musterte ihre Lippen, ihre geröteten Wangen. "...ich wollte dich nicht vor den Kopf stoßen." Sprach sie weiter, doch es fiel mir schwer ihren Worten zu lauschen. Denn mein Herz schlug Purzelbäume. Mein Körper reagierte auf ihre Berührung so intensiv, wie ich es noch nie gespürt hatte. Ich schluckte.
"Vielleicht hast du ja gar nicht mehr darüber nachgedacht, aber ich habe das Gefühl, das ich ein bisschen harsch war ohne es zu wollen." Erklärte sie mir mit leiser Stimme. "Nicht das du nicht..." Endlich war ich in der Lage etwas zu sagen. "Du musst nichts erklären. Ich verstehe schon. Du bist Maggies kleine Schwester und ich bin nur der beste Freund. Also alles gut." Sagte ich und klang sicherer, als ich mich fühlte. Um einiges sicherer.
"Daran liegt es nicht. Also nicht das ich auf dich... oder du auf mich..." Stotterte sie verlegen. "Nur passiert einfach so viel. Es würde nicht an dir liegen. Du bist toll. Aber..." Sie redete sich immer mehr in Rage. Und erinnerte mich plötzlich an das Mädchen von früher. Doch anstatt das mich das störte. Tat es das nicht. Ich fand es irgendwie süß.
"Lucy?" Sagte ich um sie zu beruhigen. "Du willst nichts von mir. Alles in Ordnung." Das sagte ich zwar, doch es fühlte sich überhaupt nicht so an. Lucy senkte den Blick zu ihren Fingern, nahm sie von meinem Knie und lehnte sich zurück. Schweigend blickte sie zum Fernseher, sah zurück auf ihre Finger und sagte leise: "Das habe ich damit auch nicht gemeint."
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Ein Cavalier hin und weg
RomantiekDer zweite Teil der Cavalier- Reihe. (Teil 1: Ein Cavalier zum Frühstück) "Ich sollte gehen. Tut mir leid." Erklärte sie mit gesenktem Blick und steuerte die Tür an. Sie sollte nicht gehen. Nicht so. Ruckartig griff ich nach ihrem Arm. Ich hatte n...
