Ich verließ mit ihr die Stadt und steuerte den kleinen Sportflugplatz etwas außerhalb an. Ich konnte sehen, wie sie, mit jedem Kilometer weiter weg von der Stadt, nervöser wurde. Immer wieder blinzelte sie zu mir herüber, studierte jedes Straßenschild eingehend und spitzte nachdenklich die Lippen.
Wir fuhren fast eine Stunde, bis wir zu der Abfahrt kamen, die auf eine breite Straße führte. Ein großes Schild verkündete, das wir nun fast unser Ziel erreicht hatten. "Ein Flugplatz?" Fragte Lucy vorsichtig und ich lachte leise. "Sei doch nicht so neugierig." Mahnte ich sie. "Du hast leicht reden." Jammerte sie jedoch und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie war wirklich niedlich, wenn sie frustriert war. Wieder lachte ich.
Wir passierten das Haupttor und fuhren an eine Schranke. Neben meinem Fenster war eine Sprechanlage, die sofort ansprang. "Name?" Fragte eine mechanische Stimme sofort. "Dean Thomas." Nannte ich meinen Namen. Es surrte leise und schon öffnete sich die Schranke.
Den Kontakt hatte ich von Deek bekommen, dessen Bruder Sportpilot war. Es hatte mich gefühlte hundert Anrufe gekostet, doch ich war mir ziemlich sicher, dass es das Wert war. Alleine Lucy eine Stunde neben mir im Auto sitzen zu haben, war es das schon wert.
Ich fuhr auf einen Platz vor einer großen Halle. Während wir eben noch durch Baumreihen gefahren waren, war dies nun ein riesiges freies Gelände. Ich konnte nicht mal erahnen, wo der Wald wieder anfing.
Aus dem Gebäude kam uns ein Mann entgegen, der meine Kontaktperson sein musste. Deeks Bruder. Mir fiel sofort die Ähnlichkeit auf. Er lächelte und reichte mir die Hand. "Hey, Dean." Begrüßte er mich. "Ich bin Jordan." Stellte er sich vor und reichte auch Lucy die Hand. Freundlich lächelte sie. "Es ist alles vorbereitet." Erklärte er und bat uns ihn zu begleiten.
Lucy griff nach meiner Hand und klammerte sich regelrecht an meinen Arm. Dann flüsterte sie, so leise das ich sie kaum verstand: "Ich hasse fliegen."
Beinahe tat es mir leid, dass ich sie all das durchmachen ließ. Denn was Lucy nicht wusste war, dass sie heute nicht fliegen würde. Jedenfalls würde sie dabei nicht abheben.
Jordan führte uns um die Halle herum, die über uns aufragte. Eine Halle verkleidet mit Wellblech. Ich konnte schon die unglaubliche weite des Feldes erkennen, bevor wir an der Halle vorbei waren und ich das gesamte Ausmaß erkennen konnte. "Wow." Flüsterte Lucy, die auch erkannt hatte, was ich sah.
In meiner Welt war es schwer einen Ort zu finden, der einfach nicht so vollgestopft und überladen war. Ich hatte noch nie eine so gerade, offene, weite Fläche gesehen. Ich fühlte mich wie ein Fangirl. Aber es war wirklich atemberaubend.
Endlich hatten wir das Ende der Halle erreicht und sofort wurde mein Blick hineingelenkt. Ein großes geöffnetes Tor ließ den Blick auf ein paar Flugzeuge frei. Wie Menschen es geschafft hatten, diese Dinger in die Lüfte zu bekommen, war unglaublich.
Doch das war es nicht weshalb ich Lächelte. Es war der feuerrote Sportwagen der keine drei Meter von uns entfernt stand. Daran lehnte sich ein großgewachsener Mann im schwarzen Rennanzug. Lucy starrte ihn an. Oder den Wagen. Ich hoffte den Wagen.
Sie ließ meine Hand los und ging ein paar Schritte auf den Wagen zu, dann drehte sie sich zu mir um, blickte Jordan kurz an und dann wieder mich. Sie lächelte breit. Ungläubig sah sie wieder zu dem roten Ferrari.
"Heißt das...?" Fragte sie ehrfürchtig und ging weiter auf den Wagen zu. Langsam. Schritt für Schritt. Als würde er sich in Luft auflösen, sollte sie sich zu schnell bewegen.
Der Kerl der mit verschränkten Armen vor dem Wagen stand kam lässig auf uns zu. Er blieb vor Lucy stehen und reichte ihr die Hand. Breit grinsend griff sie danach. "Mein Name ist Rob. Ich bin Ihr Fahrer." Perplex nickte sie. "Ich bin Lucy." Stelle sie sich vor. Sie freute sich wie ein kleines Kind. Dann kam Rob zu mir und reichte auch mir die Hand. Jordan nickte er nur zu. "Ich denke diese Überraschung ist gelungen." Kommentierte Jordan und lachte, als Lucy ehrfürchtig um den Wagen herumging. Dann blieb sie stehen und sah zu den drei Männern hinüber, die sie anstarrten. Sie strahlte. Sie war so schön. Ich konnte kaum fassen wie schön sie war, wenn sie glücklich war. Und noch weniger fassen konnte ich, das dies meine Schuld war.
"Na dann las uns mal eine Runde drehen." Erklärte Rob und schlug mir auf den Rücken. "Ich passe gut auf sie auf." Sagte er noch und ging davon.
Ich ging auf Lucy zu, bevor ich sie aber angesprochen hatte wirbelte sie zu mir herum und schlang mir ihre Arme um den Hals. Überrascht machte ich einen Ausfallschritt. "Uff." Stöhnte ich, schlang meine Arme aber um ihren schlanken Körper und presste sie an mich. Ihr Körper passte perfekt in meine Arme. Als wäre er nur dafür gemacht. Kitschig aber wahr.
Ich vergrub mein Gesicht in ihren Haaren und lächelte, bevor ich sie losließ. "Danke, Dean." Flüsterte sie. "Danke." Fügte sie nochmal hinzu. "Sehr gerne." Erklärte ich ihr sanft, strich ihr die Haare aus dem Gesicht und grinste. "Und jetzt hab Spaß." Fuhr ich fort, gerade als Rob zur Tür kam und sie für sie öffnete. Er reichte ihr einen Helm. "Nur für den Notfall." Kommentierte er und half ihr, nachdem sie den Helm aufgesetzt hatte, in den Wagen. Auch Rob setzte sich einen Helm auf, bevor er um den Wagen herumging und einstieg. Der Wagen stand noch ein paar Minuten. Vermutlich bekam sie nun die Einweisung. Dann aber sprang der Motor röhrend an und langsam setzte sich das Auto in Bewegung. Ich wünschte mir ich könne dabei zusehen, wie sie in dem Wagen saß und herumfuhr.
Ich ging auf Jordan zu und blickte dem Wagen hinterher. Auch er sah Lucy nach. "Danke, das du das hier möglich gemacht hast." Sagte ich zu ihm und er nickte. Dann schlug er mir auf die Schulter. "Ihr seid Brüder. Das macht uns auch zu Brüdern." Sagte er und ich lächelte dankbar. "Außerdem war es ihr Gesicht echt mehr als Wert."
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Ein Cavalier hin und weg
RomanceDer zweite Teil der Cavalier- Reihe. (Teil 1: Ein Cavalier zum Frühstück) "Ich sollte gehen. Tut mir leid." Erklärte sie mit gesenktem Blick und steuerte die Tür an. Sie sollte nicht gehen. Nicht so. Ruckartig griff ich nach ihrem Arm. Ich hatte n...
