26// Ehrlichkeit, Treue und Vertrauen.

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Ungeduldig starrte ich meine Badezimmertür an. Langsam ging ich hin und her. Wie lange konnte es dauern zu pinkeln? Das war ja nun wirklich keine große Leistung. 
"Glaubst du Anton ist sauer?" Fragte Maggie durch die Tür. "Er hat mich gefragt ob alles okay ist." Erklärte sie weiter. "Ich wusste nicht was ich sagen sollte." Führte sie aus. "Er meinte er wolle mit mir sprechen." Ihre Stimmte bebte. "Will er Schluss machen?" Fragte sie und ich schnaubte. Es wäre so einfach, wenn die beiden einfach miteinander sprechen würden. 
"Nein, er will bestimmt nicht Schluss machen." Erklärte ich und verdrehte die Augen. "Er war so angepisst, als ich ihm sagte, dass ich zu dir gehe." 
Ich schnaubte. "Bist du bald mal fertig?" Fragte ich sie und klopfte ungeduldig gegen die Tür. Sie musste nur auf einen kleinen Stab pinkeln. 
"Es wäre ziemlich einfach wenn du mit ihm reden würdest." Erklärte ich ihr und hörte, wie sie die Tür entriegelte. Langsam öffnete Maggie die Tür und blickte besorgt auf das kleine Plastikding in ihren Fingern.
"Um ihm was zu sagen? Das ich vielleicht..." Sie konnte es noch immer nicht aussprechen. "Das ist irre. Acht Wochen." Erklärte sie mir wieder. Ich konnte nicht sagen, wie oft sie mir das um die Ohren gehauen hatte.
"Maggie, irgendwann wirst du zu ihm ziehen müssen. Das ist die natürliche Ordnung. Normalerweise." Sie nickte. "Aber doch nicht nach Acht Wochen." Rief sie und ich schnaubte belustigt. "Warum nicht? Du liebst ihn, er liebt dich. Auch wenn ich nicht ganz verstehen kann, warum er mit dir Verrückten den ganzen Tag zusammen sein will, möchte er das. Warum also machst du es dir selbst so schwer?" Wollte ich wissen und ging zum Sofa. 
"Willst du Abends nach Hause kommen und jemanden haben der auf dich wartet?" Fragte ich und sie folgte mir zur Couch. Sie nickte. "Möchtest du morgens aufwachen und sein Gesicht sehen?" Wieder nickte sie. "Möchtest du diesen Kerl jeden Tag nerven und dich von ihm nerven lassen?" Sie lachte leise und nickte. "Dann ist die Sache doch klar." Erklärte ich und sie schloss die Augen. "Was wenn der Test positiv ist?" Fragte sie und ich sah Tränen in ihren Augen glänzen. "Glaubst du er will das dann immer noch?" Hakte sie nach und ich lächelte. "Weiß nicht. Aber das solltest du ihn fragen. Du solltest mit ihm reden." Sie nickte wieder. Mir war klar, dass sie das wusste. Und ich wusste, dass sie Angst vor der Antwort hatte, die er ihr geben konnte.
"Und selbst wenn er durchdrehen sollte. Dieses Baby hätte eine ziemlich tolle Familie in die es geboren werden würde. Mit einem Namen der ihm die ganze Welt zu Füßen legen konnte." 
Schniefend wischte sie sich übers Gesicht, als erste Tränen über ihr Gesicht flossen. Maggie ließ sich neben mir auf der Couch nieder und lehnte sich an meine Schulter. 
Wir saßen eine Gefühlte Ewigkeit dort und schwiegen. Ignorierten das Offensichtliche. "Ich werde mit ihm reden. Egal was bei dem Test rauskommt. Er sollte wissen, warum ich so komisch war." Erklärte sie und ich nickte fest. 
Ehrlichkeit währte am längsten. Die beiden mussten offen miteinander sein. Denn auch wenn die beiden einander liebten, war es manchmal einfach nicht genug. Es ging nicht nur um Liebe. Es ging um Ehrlichkeit, Treue und Vertrauen. Und vor allem ging es darum, etwas wie ein mögliches Baby nicht zu verheimlichen. Würde Lucy das mit mir machen, wäre ich mehr als angepisst. Auch wenn ich ihr zugestehen würde ein paar Tage Zeit zu brauchen sich damit auseinanderzusetzen. Doch ich würde es wissen wollen. Die einzige Sicherheit die ich hatte, war, dass Lucy ziemlich sicher nicht von mir schwanger war. Was mich allerdings nicht so glücklich machte, wie es sollte. 
Offensichtlich waren Anton uns in der Beziehung einig. Wenn unsere Davis-Frau uns lassen würde, würden wir ihr einen Ring anstecken. Noch bevor eine von beiden davonlaufen konnte. Und ich hatte Lucy erst vor vier Wochen wiedergesehen. Manchmal bereute ich es echt, dass ich früher nicht besser hingesehen hatte. Das ich so blind gewesen war. 
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass er es verstehen wird, Maggie." Sagte ich überzeugt. Doch dann runzelte ich fragend die Stirn. "Wenn wir uns das Ergebnis ansehen, was hoffst du zu sehen?" Fragte ich sie vorsichtig und sie hob den Blick von dem weißen Plastikding, das nun vor uns auf dem Couchtisch lag. Für einen langen Moment blickte sie auf ihre Finger. Dann hob sie den Blick und starrte mich an. Ich konnte sehen, wie fieberhaft sie überlegte. 
Auch wenn Maggie ein Zahlenmensch war, so war sie tief im Inneren auch eine hoffnungslose Romantikerin. Auch wenn sie das niemals zugegeben hätte. Sie liebte schnulzige Filme, große Gesten und träumte von einem Mann und einer Familie. Ich wusste das sie Mutter werden wollte. Nur war das bis dato immer recht abstrakt und in ferner, gedanklicher Zukunft passiert. Doch Anton war nun hier. Weder gedanklich noch fern. Diese romantische Zukunft wurde zu einer Gegenwart und ich fragte mich, ob sie sich dessen bewusst war.
"Ganz ehrlich, Dean?" Fragte sie dann nach einer Weile ich nickte. "Ich habe absolut keine Ahnung." Flüsterte sie und blickte wieder auf den Couchtisch. "Ich weiß nicht was ich will." Flüsterte sie weiter. "Ich weiß nur, dass ich Anton will. Er sollte hier sein." Erklärte sie plötzlich und blickte mich an. 
Ruckartig erhob sie sich. "Ich sollte diesen Test mit ihm machen." Erklärte sie mir und ich nickte lächelnd. "Ich muss los." Wieder nickte ich. Bevor ich noch etwas sagen konnte, hatte sie sich ihre Sachen geschnappt, mich kurz umarmt und war aus der Tür gestürmt. 
Völlig perplex saß ich auf meiner Couch und blickte zur Tür durch die sie gerade verschwunden war. Dann sah ich zum Couchtisch auf dem noch immer der kleine weiße Plastikstab lag. Nun entschied sich also ob ich Onkel wurde oder nicht. Auch gut. Und doch zögerte ich. Denn sollte ich es nicht eigentlich lieber Maggie und Anton vorher herausfinden lassen? Immerhin war es ihr Baby. Oder eben auch nicht. Mit einem Stöhnen ließ ich mich zurückfallen und starrte an die Decke. Verdammt. 



Ein Cavalier hin und wegGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt